Sollte der Rettungsschirm für Hansa Rostock abgesegnet werden, will Bayern München im 2013 zum Benefizspiel in Rostock antreten.

"In diesen schweren Zeiten müssen alle, die sich Hansa verbunden fühlen, zum Verein halten", sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß am Dienstag, der Münchner Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigger meinte: "Hansa ist ein Verein mit langer Tradition und muss dem deutschen Profifußball erhalten bleiben."

Am Mittwochnachmittag entscheidet die Bürgerschaft der Hansestadt über den geplanten "Rettungsschirm" für den von der Insolvenz bedrohten Zweitliga-Absteiger.

Wird dem Hilfspaket für den hoch verschuldeten Klub nicht zugestimmt, droht nach einem sportlich katastrophalen Jahr die Zahlungsunfähigkeit und der Zwangsabstieg in die Regionalliga.

Weil der Finanzausschuss der Stadt dem von Oberbürgermeister Roland Methling vorgeschlagenen dreiteiligen Hilfspaket im April seine Zustimmung klar versagt hatte (2:8 Stimmen), kommt es zu einem neuerlichen Votum.

Vor der Bürgerschaft scheint dabei der Rückkauf des Trainingszentrums in Rostock-Evershagen, der etwa 530.000 Euro in die Vereinskasse spülen soll, eher unstrittig.

Problematischer soll es jedoch aussehen, wenn es zum einen um einen Teilerlass der 4,5 Millionen Euro Steuerschulden, der sich auf rund 680.000 Euro beläuft, und zum anderen um eine direkte Finanzspritze von 750.000 Euro geht.

Was den Verantwortlichen des früheren Bundesligisten trotzdem Hoffnung macht, ist die scheinbar grenzenlose Unterstützung.

Fotos mit riesigen Plakaten mit der Aufschrift "Wir sagen Ja zum FCH" aus der ganzen Welt machen im Internet die Runde, Vertreter anderer Vereine und prominente Sportler wie Ex-Boxweltmeister Sebastian Zbik machen sich für den Erhalt des Vereins stark.

Auch Bayerns Toni Kroos hofft auf eine Rettung: "Ein Leben ohne den Fußball ist für mich genauso unvorstellbar wie Mecklenburg-Vorpommern ohne Hansa Rostock", sagte der Nationalspieler, der seine Karriere an der Hansa-Nachwuchsakademie begann: "Ich weiß, dass Hansa für seine Fans nicht nur irgendein Fußballverein, sondern eine Lebenseinstellung ist."

"Ich bin optimistisch, dass die Bürgerschaft für uns stimmt. Die Fakten sprechen für uns. Es gibt viele Gründe, Hansa Rostock zu retten", sagte der Vorstandsvorsitzende Bernd Hofmann: "Wir sind noch lange nicht gesunken."

Zwar bekamen der Klub zwischenzeitlich die Lizenz von der DFL und dem DFBfür die 2. und 3. Liga erteilt, allerdings nur unter Auflagen. Bis zum 24. Mai (2. Liga) beziehungsweise 1. Juni (3. Liga) muss Hansa die Liquidität für die kommende Spielzeit belegen.

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