Darmstadts Coach Dirk Schuster spielte als Profi einst für den Karlsruher SC © getty

Arminia Bielefeld ist fast durch. Doch Darmstadts Trainer Dirk Schuster bemüht vor dem Relegations-Rückspiel seine Geschichte.

München - Wunder und verrückte Wendungen sind im Fußball nie ausgeschlossen.

Manchmal muss sich selbst ein Mann, der schon viel erlebt hat, daran erinnern.

"Bielefeld hat auswärts 3:1 gewonnen. Was soll da noch anbrennen?", fragte Trainer Dirk Schuster wenige Minuten nach der Heimniederlage von Darmstadt 98 in der Zweitliga-Relegation gegen Arminia Bielefeld (BERICHT: Arminia nimmt Kurs auf Klassenerhalt).

Sekunden später fand der frühere Nationalspieler seinen Glauben wieder und setzte nach: "Der Teufel ist ein Eichhörnchen. Es sind schon ganz wundersame Dinge im Fußball passiert. Ich habe schon einmal ein wichtiges Auswärtsspiel 3:1 gewonnen - und wisst ihr, wie das Rückspiel ausgegangen ist?"

Er glaubt noch an das Darmstädter Wunder (DATENCENTER: Die Relegation). Und er zeigt es auch.

Erinnerungen an den KSC

In der Tat lehrt Schusters Vita als Spieler, dass ein 3:1 aus dem Hinspiel nicht immer die Entscheidung bedeuten muss.

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Als Profi verspielte er mit dem Karlsruher SC in der Saison 1996/97 im UEFA-Cup gegen Bröndby IF Kopenhagen einen 3:1-Auswärtssieg durch ein 0:5 im Wildpark.

Schuster war allerdings auch drei Jahre zuvor dabei, als in der magischsten Nacht der Karlsruher Vereinsgeschichte ein 1:3 gegen den FC Valencia durch ein 7:0 pulverisiert wurde (Bild-Copyright: Getty).

Arminia war effizienter

Niemand weiß also besser als der Darmstädter Coach, wie schnell und überraschend sich das Blatt am Montag bei Arminia Bielefeld im Kampf um das letzte Ticket für die kommende Zweitliga-Saison (ab 20.15 Uhr LIVE bei SPORT1.fm u. im TICKER) wenden kann.

Zumal er selbst in Spiel eins lediglich "in Sachen Effizienz" einen Klassenunterschied ausgemacht hatte.

Tatsächlich war Bielefeld, das mit drei Siegen aus den letzten vier Spielen gerade rechtzeitig in Form gekommen ist, nur im Abschluss deutlich besser als der Gegner.

Norbert Meier beschwichtigt

Deren Trainer Norbert Meier, der vor zwei Jahren als Verantwortlicher von Fortuna Düsseldorf die vermutlich verrückteste Relegation der Bundesliga-Geschichte erlebt hat, drückte seinerseits auf die Euphorie-Bremse.

"Wir sollten schön den Kopf klar behalten, schön ruhig bleiben. Es ist erst eine Etappe absolviert und noch nichts entschieden. Wir werden den Teufel tun und uns in Sicherheit wähnen."

Inwiefern Meier seine Spieler mit seiner Warnung erreicht hat, wird sich erst am Abend zeigen.

"Ein etwas größeres Wunder"

Schusters Worte jedenfalls scheinen bei seinen Schützlingen angekommen zu sein.

Angreifer Marco Sailer, der nach einer Verletzung im Hinspiel überraschend in der Startelf stand, drückte es so aus: "Wir haben immer von einem Wunder gesprochen, jetzt brauchen wir halt einfach ein etwas größeres Wunder."

So klang Hilles-Tor zum 1:3 bei Sport1.fm

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