Christian Müller spielt seit 2012 für Bielefeld © getty

Der Zweitligist gewinnt das Relegations-Hinspiel bei Darmstadt 98. Die Hessen brauchen am Montag im Rückspiel ein kleines Wunder.

Darmstadt - In der Defensive stabil, im Angriff eiskalt: Arminia Bielefeld darf für eine weitere Saison in der Zweiten Liga planen.

Die Ostwestfalen setzten sich im Relegations-Hinspiel beim Drittligisten Darmstadt 98 mit 3:1 (2:0) durch und verschafften sich für das Rückspiel am Montag eine glänzende Ausgangssituation (DATENCENTER: Die Relegation).

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"Wir haben uns bei den Gegentoren in der ersten Halbzeit zu naiv angestellt. Da hat man gesehen, wer der Zweitligist und wer der Drittligist ist", sagte 98-Trainer Dirk Schuster.

Nach einer schwachen Anfangsphase erzielte Christian Müller (22.) die schmeichelhafte Führung für die Gäste, die im Ligabetrieb zuletzt dreimal ohne Niederlage geblieben waren. Ben Sahar (33.) stellte mit seinem Treffer die Weichen noch im ersten Durchgang auf Klassenerhalt.

Ivana-Tor zu wenig

Nach dem Anschlusstreffer durch Milan Ivana (65.) stellte der sieben Minuten zuvor eingewechselte Sebastian Hille (85.) den Endstand her.

"Das war das erste von zwei Endspielen. Es ist aber noch ein Schritt zu gehen. Die Ausgangslage ist toll, es ist aber noch nichts entschieden", sagte Bielefelds Coach Norbert Meier.

Vor 16.300 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor dürfte der 55-Jährige mit der Leistung seiner Mannschaft zu Beginn daher nur bedingt zufrieden gewesen sein.

Die Arminia, die sich durch ein dramatisches 3:2 bei Dynamo Dresden am letzten Spieltag in die Relegation gerettet hatte, wirkte behäbig, nervös und verkrampft.

Entschlossener traten da schon die Gastgeber auf, bei denen im Angriff neben dem Drittliga-Torschützenkönig Dominik Stroh-Engel (27 Treffer) von Beginn an überraschend der kurzfristig genesene Marco Sailer auf dem Platz stand.

Darmstadts Sturmduo wirkungslos

Trotz leichter Überlegenheit hing das Sturmduo aber lange Zeit in der Luft, die wenigen Strafraumszenen sorgten kaum für Gefahr.

Nichtsdestotrotz sah sich Meier schon früh gezwungen, seine Akteure mit taktischen Anweisungen von der Seitenlinie zu unterstützen. Und die Hilfe zeigte Wirkung: Aus dem Rückhalt nutzte Müller eine verunglückte Abwehraktion von Aytac Sulu mit einem strammen Linksschuss ins lange Eck.

Die Führung verlieh dem Spiel der Gäste Sicherheit, auch die Duelle im Mittelfeld wurden danach selbstbewusster geführt. Nach einem gewonnenen Zweikampf lupfte Arminia-Kapitän Fabian Klos den Ball gekonnt über Darmstadts Schlussmann Jan Zimmermann - Sahar musste nur noch den Fuß hinhalten.

Vor der Halbzeitpause vergab Stroh-Engel (45.) die große Chance zum Anschluss.

Rauch im Fanblock

Nachdem der Rauch der Bengalos verzogen war, intensivierten die Hausherren ihre Offensivbemühungen in Durchgang zwei. Wie zu Beginn der ersten Halbzeit übernahmen die Lilien die Kontrolle - der gut organisierte Bielefelder Defensivverbund aber wackelte kaum.

Zudem eröffneten sich durch Konterchancen auf der anderen Seite gute Möglichkeiten zum dritten Treffer. Nach Ivanas verdientem Anschluss aus kurzer Entfernung drängte der Drittligist angetrieben von den euphorisierten Fans auf den Ausgleich - doch Hilles Treffer ließen die Hoffnungen auf den Aufstieg auf ein Minimum sinken.

So klang Hilles-Tor bei Sport1.fm

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Bei den Hausherren zeigte Jerome Gondorf eine starke Leistung. Aufseiten der Bielefelder überzeugten Müller sowie die Innenverteidiger Felix Burmeister und Stephan Salger.

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