Dominik Stroh-Engel hat in der Bundesliga dreimal für Eintracht Frankfurt gespielt © getty

In der Relegation gegen Bielefeld hofft Darmstadt auf Dominik Stroh-Engel. Bei SPORT1 spricht er über seine Rekordsaison.

Von Christian Stüwe

Darmstadt/München - Vor ziemlich genau einem Jahr drohte Darmstadt 98 der Absturz in die Regionalliga.

Der traditionsreiche Klub verpasste den Klassenerhalt, durfte aber aufgrund des Lizenzentzugs des Rivalen Kickers Offenbach in der Dritten Liga bleiben.

In dieser Saison präsentierten sich die "Lilien" stark verbessert, die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster stürmte auf Rang drei und darf vor den Relegationsspielen gegen Arminia Bielefeld (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) von der Rückkehr in die Zweite Liga träumen.

Großen Anteil am Aufschwung Darmstadts hat Dominik Stroh-Engel.

Der 1,97 Meter große Stürmer stellte mit 27 Saisontoren einen neuen Rekord für die Dritte Liga auf.

Im SPORT1-Interview spricht der 28-Jährige über die Spiele gegen Arminia Bielefeld, Trainer Dirk Schuster, seine außergewöhnliche Saison und das Interesse anderer Klubs.

SPORT1: Herr Stroh-Engel, Darmstadt 98 ist ein Verein mit großer Tradition, seit 1993 waren die Lilien aber nicht mehr in der Zweiten Liga. Sind die Spiele eine historische Chance für den Verein?

Dominik Stroh-Engel: Sicherlich ist das eine große Chance für den Verein und auch für uns Spieler. Der Verein kann zum Beispiel von den höheren Fernseheinnahmen profitieren und wir würden vor vollen Stadien in Kaiserslautern, Nürnberg oder St. Pauli spielen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

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SPORT1: In den vergangenen Jahren konnte sich in der Relegation meistens der Drittligist gegen den Zweitligisten durchsetzen. Wie beurteilen Sie die Chancen?

Stroh-Engel: Ich denke, die Chancen stehen 50:50. Wir haben mit Sicherheit weniger zu verlieren als Bielefeld und können nach dieser Saison mit einer breiten Brust auftreten. Bielefeld hat aber zuletzt auch starke Spiele abgeliefert und vor allem gegen Dresden eine riesige Moral bewiesen.

SPORT1: Die Arminia hat sich in einer dramatischen Partie in Dresden gerade noch so für die Relegation qualifiziert. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Stroh-Engel: Ich glaube, die Bielefelder weisen ähnliche Tugenden wie wir auf. Sie stehen sehr kompakt und diszipliniert.

SPORT1: Darmstadt spielt zunächst zu Hause. Ist das eher ein Nachteil?

Stroh-Engel: Das ist schwierig zu sagen. Ich denke, mit einem guten Ergebnis zu Hause kann man auch den Grundstein für das Rückspiel legen. Zudem muss der Gegner im Rückspiel immer auf der Hut sein, dass er kein Gegentor bekommt.

SPORT1: Vor der Saison durfte Ihre Mannschaft nur wegen des Lizenzentzugs von Kickers Offenbach in der Dritten Liga bleiben. Wie erklären Sie sich die starke Saison?

Stroh-Engel: Ich glaube, dass Trainerteam hat aus der letzten Saison die richtigen Schlüsse gezogen und zum einen das Team punktuell verstärkt und uns zum anderen stetig weiterentwickelt. Es war ja schon zum Ende der vergangenen Saison ein großer Fortschritt bei der Mannschaft zu sehen.

SPORT1: Großen Anteil am Erfolg hat Trainer Dirk Schuster. Wie würden Sie ihn charakterisieren?

Stroh-Engel: Dirk Schuster ist ein akribischer Arbeiter, der klare Regeln wir Respekt und Disziplin hat, die er aber auch selbst vorlebt. Zudem hat er ein gutes Gespür, wie viel Vertrauen und Freiraum wir brauchen.

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SPORT1: In der vergangenen Saison erzielten Sie für Wehen Wiesbaden in 34 Spielen drei Tore. In dieser Spielzeit haben Sie in Darmstadt mit 27 Treffern in 34 Spielen einen neuen Rekord aufgestellt. Wie erklären Sie sich diese Leistungsexplosion?

Stroh-Engel: Da spielen sicherlich mehrere Dinge eine Rolle. Das Trainerteam hat von Anfang an mir vertraut und mir den Rücken gestärkt. Das hat mir zu Beginn sehr geholfen. Nachdem ich dann nach und nach meine Tore gemacht habe, stieg natürlich auch das Selbstvertrauen. Nicht zu vergessen und wohl das wichtigste sind aber meine Mitspieler. Wenn ich überlege wie Toni, Marcel und Milan (Marco Sailer, Marcel Heller u. Milan Ivana, Anmerk. d. Red.) mir immer wieder Bälle servieren, dann kann ich echt froh sein, dass ich die Jungs um mich herum habe (lacht).

SPORT1: Was bedeutet Ihnen dieser Rekord?

Stroh-Engel: Der Rekord macht mich natürlich stolz. Schließlich hat das ja noch keiner vor mir geschafft. Ich hoffe jetzt natürlich, dass er auch eine Weile hält.

SPORT1: Ihre Treffer dürften andere Klubs auf Sie aufmerksam gemacht haben. Zuletzt gab es immer wieder Transfergerüchte. Ist es Ihr Ziel, wieder in der Zweiten Liga oder Bundesliga zu spielen?

Stroh-Engel: Sicherlich möchte ich gerne auch wieder in der Zweiten Liga oder Bundesliga spielen. Jeder, der dort schon mal gespielt hat, wird diesen Traum haben. Ich fühle mich derzeit aber sehr wohl hier in Darmstadt und kann mir durchaus vorstellen hier länger zu bleiben, vielleicht auch schon bald in der Zweiten Liga.

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