Fürth hat die Möglichkeit über die Relegation für den HSV direkt in die Bundesliga zurückzukehren. Für die Franken ist dies eine "Riesensache".

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Fürth - Ein bisschen verblüfft sind sie bei der SpVgg Greuther Fürth noch immer.

Sie spielen ein Jahr nach dem Abstieg aus der Bundesliga um den Wiederaufstieg, hätte ihnen das einer zu Beginn der Saison gesagt, "hätten wir das sofort unterschrieben", versichert Sportdirektor Rouven Schröder.

Und dann geht es in der Relegation ja auch noch gegen den Hamburger SV.

"Uns ist bewusst", sagt Schröder mit gespieltem Understatement, "dass da zwei Welten aufeinanderprallen."

Auszeichnung für den Verein

Das kleine Fürth kann das große Hamburg stürzen, der scheinbar ewige Zweitligist mit einem fürchterlichen Jahr in der Bundesliga spielt jetzt also Schicksal für den scheinbar ewigen Erstligisten nach dessen fürchterlichem Jahr in der Bundesliga.

Doch darum geht es den Fürthern gar nicht. Es sei "eine Riesensache", sagt Trainer Frank Kramer, dass sie überhaupt Relegation spielen dürfen, "dass wir hier sitzen dürfen", ergänzt Schröder, sei "eine Auszeichnung" für den gesamten Verein nach einer unerwartet guten Saison. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dass der Gegner in den beiden Relegationsspielen am Donnerstag in Hamburg und am Sonntag im Ronhof der Hamburger SV ist, kommt den Fürthern dabei ganz recht: Da können sie sich schön klein machen.

Ausgeglichenes Duell mit dem Altmeister

Da sei der "Altmeister, der schon sehr sehr viel erreicht hat", sagt Schröder, und da sei "die Spielvereinigung, die jedes Jahr versucht, aus wenigen Mitteln viel zu machen."

Das stimmt - sportlich allerdings sind diese Welten nun nicht mehr so weit auseinander.

Nein, widerspricht Trainer Kramer, "wir machen uns nicht klein, sondern wir sind realistisch."

Und Realismus heißt auch, dass den Fürthern selbstverständlich bewusst ist, dass sie im Grunde nichts zu verlieren haben, die Hamburger aber alles.

Biss, Mut und Entschlossenheit

"Ich denke, dass alle Spieler mit dem Selbstvertrauen hingehen können zu sagen: Ja, wir können dem HSV richtig wehtun", sagt Kramer.

Die Außenseiterrolle will er ausfüllen "mit dem entsprechenden Biss, der entsprechenden Entschlossenheit und viel Mut."

Nach dem deprimierenden Abstieg hatte sich Fürth von 19 Spielern getrennt und eine neue Mannschaft aufgebaut, "und keiner hat damit gerechnet", erinnert Schröder, "dass wir die Chance haben werden, in die Bundesliga aufzusteigen."

Es folgte eine aus Fürther Sicht bemerkenswerte Saison, aber jetzt, da sind sie ganz unbescheiden, "wollen wir mehr", sagt Schröder.

Kramer sekundiert, dass es nun das "Ziel sein muss, am Sonntag aus diesem Vergleich als Sieger hervorzugehen, dafür werden wir alles investieren."

Nürnberg im Kopf der Kleeblätter

Natürlich ist auch Kramer nicht entgangenen, dass es in diesen beiden Spielen nicht nur um Fürth geht und um Hamburg, es geht ein bisschen auch um den 1. FC Nürnberg.

Das wäre ja auch was, wenn das Kleeblatt erstmals in der gemeinsamen 111-jährigen Geschichte eine Liga höher spielen würde als der gerade eben abgestiegene Club.

In Fürth würden sie sich kaputtlachen vor Schadenfreude: "Es ist uns allen bewusst, dass jeder danach lechzt, dass wir das schaffen", sagt der Trainer diplomatisch.

Eines müsse aber auch klar sein, sagt Kramer: Sollte ein Spieler die Gelegenheit, endlich mal über dem ewigen Rivalen aus der Stadt gleich neben zu stehen, als zusätzliche Motivation benötigen, "dann ist er hier fehl am Platz."

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