Beim SC Paderborn beginnen die Planungen für das Abenteuer Bundesliga. Klub-Manager Born äußert sich zur Zukunft des Trainers.

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Paderborn/München - Die Aufstiegssause in "Partyborn" ist noch längst nicht beendet.

Nach der Fete auf Erstliga-Niveau mit den Fans geht es für die Mannschaft des SC Paderborn am Dienstag für drei Tage nach Mallorca (BERICHT: Paderborner geben Gas).

"Wir werden noch viele Nächte durchmachen, weil wir es uns verdient haben", tönte Mittelfeldspieler Mario Vrancic am Sonntagabend bierselig in die Mikrofone.

Auf der Internetseite des Klubs prangte derweil in Riesenlettern die sensationelle Botschaft: "Bundesliga ... wir sind dabei!"

Das erste Wunder ist somit vollbracht, das zweite soll nun folgen: der Verbleib im Oberhaus.

Mitgliederanzahl verdreifacht sich

In der Geschäftsstelle blieb am Montag keine Zeit für Katerstimmung, dort hat die Bundesliga-Saison bereits begonnen.

Am Sonntag endete unter anderem die Frist für die Abgabe von Mitgliedsanträgen.

Denn nur die echten 07er sichern sich das Vorkaufsrecht auf eine Dauerkarte für kommende Spielzeit.

Lag die Anzahl der Mitglieder vor rund vier Wochen bei etwa 1900, so wurden am Tag nach dem Aufstieg rund 6000 registriert ( 887589 DIASHOW: Das ist der SC Paderborn ).

Vorfreude auf Bayern und Dortmund

"Bayern kommt demnächst zu uns, Dortmund kommt zu uns. Das ist der schönste Tag in meinem Leben", schwärmte Zweitliga-Schützenkönig Mahir Saglik, der sich den Titel jedoch mit Jakub Sylvestr aus Aue (beide 15 Tore) teilen musste.

Insgesamt erzielte Paderborn als Tabellenzweiter hinter dem 1. FC Köln 63 Treffer, nur der Dritte Greuther Fürth, der in der Relegationsspielen gegen den Hamburger SV antreten muss, traf einmal mehr (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

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Born glaubt an Breitenreiter-Verbleib

"Die Entwicklung des Vereins und der Mannschaft ist fantastisch, einfach Wahnsinn", äußerte Trainer Andre Breitenreiter, der Vater des Aufstiegs, was ihn längst für andere Erstligisten interessant gemacht hat.

Zur weiteren Zukunft wollte sich der Ex-Profi in der größten Stunde seiner jungen Laufbahn nicht äußern.

Dafür sprach Klub-Manager Michael Born. "Andre hat einen Vertrag bis 2016, alles andere ist Spekulation", sagte der 46-Jährige zu SPORT1.

Breitenreiter sei "sehr gradlinig und ehrlich", führte Born weiter aus:

"Er möchte nicht, dass so eine Situation entsteht, wie sie bei Roger Schmidt entstanden ist, wo auf einmal ein Angebot kommt, dass kein Trainer der Welt aus Paderborn ausschlagen kann. Ich denke das ist sein Beweggrund. Er hat mir aber versichert, dass er bisher noch mit keinem anderen Verein verhandelt hat und das glaube ich ihm auch. Ich gehe fest davon aus, dass Andre auch in der nächsten Saison unser Trainer sein wird."

Etat auf 15 Millionen Euro begrenzt

Fest steht jedenfalls: Auch Breitenreiter weiß um das Abenteuer erste Bundesliga, denn der Etat bleibt auf 15 Millionen Euro begrenzt (bisher 6,2 Mio.).

Paderborn, das erst 2005 in die Zweite Liga aufgestiegen war und nach einer Spielzeit in der Drittklassigkeit (2008/09) das sofortige Comeback schaffte, dümpelte in den anschließenden Jahren in der Mittelmäßigkeit.

In der letzten Saison wurde der Aufstieg allerdings nur knapp verpasst.

Maximal drei, vier Neuzugänge geplant

Nunmehr ist das Fußball-Märchen perfekt, in der Chefetage begannen bereits die Planungen.

Manager Born deutete bereits an, in der ersten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte im Wesentlichen auf den Aufstiegskader setzen zu wollen.

Allenfalls drei, vier Verstärkungen seien möglich.

Leistungsträger wie Uwe Hünemeier, Marvin Bakalorz oder auch Spielgestalter Mario Vrancic, der um zwei Jahre verlängert hat, konnten gehalten werden.

Anwohner verhindern Flutlichtspiele

Organisatorisch, versichert Klub-Pressesprecher Matthias Mack, sei man gerüstet.

Wenn da nicht das Problem mit den Stadion-Anwohnern wäre.

Denn nur drei hatten wegen der zu befürchtenen Lärm- und Verkehrbelästigung bereits 2005 bei Baubeginn der 15.000 Zuschauer fassenden Arena geklagt und nach mehreren Instanzen erwirkt: kein Spielbetrieb nach 22 Uhr.

In der Zweiten Liga gab es deshalb in Paderborn keine Montagsspiele, in der Bundesliga wird es folglich keine Freitagsspiele geben.

Mäzen Finke sucht Kontakt mit Klägern

Wilfried Finke, Möbel-Mogul, Mäzen und Klubpräsident, will nunmehr mit besagten Anwohnern Kontakt aufnehmen und hofft auf eine außergerichtliche Einigung.

Denn die Bundesliga ohne Flutlichtspiel, das kann und will sich in Paderborn derzeit niemand vorstellen - ebenso wenig wie einen Abstieg aus dem Oberhaus im nächsten Jahr.

So klang Paderborns Aufstieg bei SPORT1.fm:

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