Aufsteiger Paderborn dagegen kann sich über 18,618 Milllionen Euro freuen. Das ist fast doppelt so viel wie bei der SpVgg Greuther Fürth
Die Spieler des SC Paderborn feierten ausgelassen den Aufstieg © getty

Paderborn feiert nach dem Sieg gegen Aalen den Aufstieg. Keeper Kruse verspricht "Vollgas". Das Abenteuer Bundesliga kann beginnen.

Paderborn - Lukas Kruse wirkte entschlossen. Er schien auf einer Mission.

"Es gibt nur ein Gas: Vollgas", sagte der Torhüter des SC Paderborn zu SPORT1, als die Aufstiegsparty noch in den Katakomben des heimischen Stadions immer mehr an Fahrt aufnahm: "Ich glaube die nächsten Tage werden richtig hart - die werden härter als die ganze Saison."

Marc Vucinovic ergänzte: "Es ist bestimmt geil, gegen Ribery und Co. zu spielen. Aber das spielt jetzt noch keine Rolle. Wir gucken erst einmal, was heute Abend geht."

Der Mittelfeldspieler war an alle dem, was ging und noch gehen sollte, alles andere als unschuldig.

Nachdem der VfR Aalen dem SCP einen frühen Schock verpasst hatte, drehten Vucinovic und Mario Vrancic mit ihren Toren die Partie.

Stadion schien zu explodieren

Und als um 17.20 Uhr der erste Aufstieg in die Bundesliga perfekt und das letzte Kapitel eines Fußballmärchens geschrieben war, schien das Stadion zu explodieren.

Auf den Rängen tanzten die Fans, auf dem Rasen türmten sich die Spieler und weinten nach dem 2:1 (2:1) (Bericht) Freudentränen. Platz zwei war verteidigt, die SpVgg Greuther Fürth auf Distanz gehalten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

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Hupkonzert in der Innenstadt

Als Trainer Andre Breitenreiter die obligatorische Bierdusche trotz eines energische Spurts nicht verhindern konnte, verkündete ein ohrenbetäubendes Hupkonzert in der Innenstadt das Happy End.

Eine der größten Überraschungen im deutschen Profi-Fußball ist perfekt. Auf den Plätzen nach dem Public Viewing und in den Kneipen floss das Bier in Strömen.

Im Stadion sangen die 15.000 Fans "We are the Champions" und die Spieler schunkelten zu der Siegeshymne mit eigens bedruckten T-Shirts mit der Aufschrift "Aufstiegshelden".

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"Haben Geschichte geschrieben"

"Wir haben heute Geschichte geschrieben. Ich bin stolz auf unsere Mannschaft. Was wir geleistet haben. Da beuge ich mich auf die Knie vor den Jungs. Wirklich, das ist Weltklasse", freute sich Torschützenkönig Mahir Saglik bei SPORT1.

"Wir sind jetzt hier Legenden, und das ist das, was man als Fußballer will.", schwärmte Marvin Bakalorz.

Kruse meinte: "Hätte mir das einer vor Saisonbeginn prophezeit, den hätte ich für verrückt erklärt, auch noch in der Winterpause. Aber wir haben immer an uns geglaubt, dann ist so etwas möglich."

Furiose Aufholjagd

Nach neun Spieltagen hatten die Paderborner als Tabellen-16. lediglich neun Zähler auf den Konto, bei Saisonhalbzeit lagen sie auf Platz neun und hatten sich am 21. Spieltag erstmals auf Relegationsplatz drei vorgearbeitet.

Was folgte, dürften die Spieler und Verantwortlichen des Klubs noch Stunden nach dem Abpfiff nicht begriffen haben.

Sponsor und Klubpräsident Wilfried Finke wollte Paderborn eigentlich nur in der Zweiten Liga etablieren, doch nunmehr müssen die Kicker aus dem Erzbistum für Duelle mit Meister Bayern München oder Borussia Dortmund planen.

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Spiel gegen Aalen gedreht

"Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, weil das dieser Mannschaft keiner zugetraut hat", sagte Coach Breitenreiter. Ihre mentale Stärke habe seine Mannschaft auch gegen Aalen bewiesen.

So klang Paderborns Aufstieg bei SPORT1.fm:

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Zweitliga-Torschützenkönig Mahir Saglik (15 Saisontore) ging leer aus, aber das kümmerte den Goalgetter nicht. "Das ist alles einfach Wahnsinn und geil", schrie er heraus.

Mini-Etat wird aufgestockt

Die Saison in der Bundesliga war am Sonntag noch weit weg.

Die abgelaufene Spielzeit hatte Paderborn mit einem Etat von sechs Millionen Euro bestritten, was nicht einmal einem Gehalt eines Bayern-Profis entspricht. Im Oberhaus will man mit einem Budget von 15 Millionen Euro bestehen.

Vorher ist in der 145.000-Einwohner-Stadt aber erstmal eines angesagt: Vollgas!

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