Frank Kramer (l. mit Paderborns Coach Andre Breitenreiter) ist seit März 2013 Cheftrainer der SpVgg Greuther Fürth © getty

Der SC Paderborn und Greuther Fürth kämpfen im Fernduell um Platz 2. Fürths Coach Kramer vermeidet den Blick zur Konkurrenz.

Von Marcel Guboff

München - Die Journalisten in Fürth hatten alles versucht. Doch Frank Kramer blieb standhaft.

Die Bewertung der Ausgangslage von Greuther Fürth und dem SC Paderborn, die um den direkten Aufstieg in die Bundesliga kämpfen (Highlights aller Spiele bei Hattrick - Die 2. Bundesliga, ab 19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Eine Einschätzung, ob es der Konkurrent denn verdient hätte. Doch Fürths Trainer vermied es, den Namen Paderborn auch nur auszusprechen.

"Wir kümmern uns nur um Sandhausen", versicherte Kramer vor dem Heimspiel gegen den SV Sandhausen (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) immer wieder.

Auf Schützenhilfe angewiesen

Die Ausgangslage ist klar: Den Sprung auf Platz zwei haben die Fürther (57 Punkte) nicht mehr in eigener Hand.

Nur wenn die SpVgg drei Zähler holt und Paderborn (59) gegen den VfR Aalen nicht gewinnt, gibt es für die Mittelfranken etwas zu feiern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

So verwundert es kaum, dass Kramer "mit aller Macht einen Sieg gegen Sandhausen holen" will: "Und das müssen wir auch tun, wenn man einen Schritt weiter denkt."

Da war er, der kurze Gedanke an die Eventualitäten, an das "Was wäre wenn?". Doch schnell legte Kramer den Fokus wieder auf Sandhausen, auf jene "starke Truppe, die eine gute Saison gespielt hat."

Hack: Den Druck hat Paderborn

Sein Team müsse "alles ins Stadion bringen, was man in der Endphase der Saison noch anzubieten hat. Alles andere interessiert uns wirklich nicht. Das ist das einzige, was wir selbst in der Hand haben."

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Äußerst gelassen blickt Fürths Präsident Helmut Hack auf das Saisonfinale. "Den Druck hat Paderborn, denn die haben etwas zu verteidigen", sagte er und nimmt damit die Last von den Schultern seiner Truppe: "Wir dagegen können nur gewinnen."

Aufstiegsparty in Paderborn schon geplant

Was die Paderborner natürlich vermeiden wollen. Schließlich ist in Ostwestfalen bereits alles für eine mögliche Aufstiegsparty vorbereitet.

Die Route zum Rathaus, der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt inklusive Leinwände auf den Straßen, damit jeder das Geschehen verfolgen kann: Der SC hat den Party-Plan schon auf seiner Internetseite veröffentlicht.

Doch klar ist auch: Paderborn muss gegen Aalen (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) gewinnen, um nicht nach Fürth schauen zu müssen und sich die sprichwörtliche Wurst nicht mehr vom Brot nehmen zu lassen. Daher habe sich die Mannschaft selbst auch nicht mit irgendwelchen Feier-Eventualitäten beschäftigt.

Top-Leistung für den letzten Schritt

"Wir sind gut auf den Gegner eingestellt und haben unsere Hausaufgaben gemacht. Nun wollen wir den letzten Schritt machen", beteuerte SC-Coach Andre Breitenreiter. Dafür sei gegen Aalen eine "Top-Leistung" nötig.

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Fürths Hoffnung ist also der VfR Aalen, der den Ostwestfalen die Party vermiesen will.

"Es wird immer nur von den Paderbornern gesprochen und avon, dass sie gewinnen", so Coach Stefan Ruthenbeck. "Wir wollen mal schauen, was passiert." Denn sein Team habe noch eine "riesige Eigenmotivation, und wir wollen in der Tabelle noch die eine oder andere Mannschaft hinter uns lassen."

Kaiserslautern hofft auf Minimalchance

Der 1. FC Kaiserslautern hat als Tabellen-Vierter höchstens nur noch Außenseiterchancen auf den Relegationsplatz. Drei Zähler und sechs Tore Rückstand beträgt der Rückstand auf die Fürther.

Kosta Runjaic klammert sich vor der Partie bei Fortuna Düsseldorf (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) förmlich an diese theoretische Möglichkeit.

"Deswegen wollen wir von unserer Seite alles dafür tun", versicherte der FCK-Coach. Doch allzu große Hoffnung scheint er nicht mehr zu haben: "Selbst wenn wir viele Tore schießen, was wir uns natürlich vorgenommen haben, hängt auch noch alles von Greuther Fürth ab. Wir können zwar theoretisch ausrechnen, wie viele Tore wir aufholen müssten, aber wir wissen nicht, wie Fürth gegen Sandhausen spielt."

Direktes Abstiegsduell in Dresden

Das sind allesamt Sorgen, die Dynamo Dresden und Arminia Bielefeld (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) gerne hätten.

Im direkten Duell kämpfen die punktgleichen Kontrahenten (jeweils 32 Zähler) noch um den 16. Platz, der zu den Relegationsspielen gegen den Drittliga-Dritten Darmstadt 98 berechtigt.

Dresden reicht ein Unentschieden, bei einer Heimpleite steigt Dynamo ab (BERICHT: Heißes Herz gegen kühlen Kopf).

Die voraussichtlichen Aufstellungen

SpVgg Greuther Fürth - SV Sandhausen

SpVgg Greuther Fürth: Hesl - Brosinski, Mavraj, Röcker, Gießelmann - Stieber, Weilandt - Fürstner, Sukalo - Azemi, DjurdjicSV Sandhausen: Riemann - Schauerte, Kister, Schulz, Achenbach - Zimmermann, Kulovits, Linsmayer - Stiefler, Thiede - Adler

SC Paderborn - VfR Aalen

SC Paderborn: Kruse - Vucinovic, Strohdiek, Hünemeier, Heinloth - Ziegler - Koc, Vrancic, Bakalorz, Meha - SaglikVfR Aalen: Bernhardt - Traut, Barth, Hübner, Buballa - A. Hofmann, Mössmer, Junglas - Daghfous, Pohjanpalo, Klauß

Fortuna Düsseldorf - 1. FC Kaiserslautern

Fortuna Düsseldorf: Giefer - Levels, Bruno Soares, Bodzek, C. Weber - Gartner, Paurevic - Halloran, Liendl, Golley - Hoffer1. FC Kaiserslautern: Sippel - Dick, Orban, Torrejon, Zimmer - Ring, Karl, Jenssen - Matmour, Lakic, Idrissou

Dynamo Dresden - Arminia Bielefeld

Dynamo Dresden: Kirsten - Gueye, Leistner, Bregerie, Schuppan - Losilla, Kempe - Koch, Fiel, Stefaniak - PoteArminia Bielefeld: Ortega - Appiah, Hübener, Salger, Feick - Schütz - Przybylko, Müller, Schönfeld, Sahar - Klos

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