Dresden und Bielefeld gehen das Abstiegsfinale höchst unterschiedlich an. Nicht nur sportlich herrscht höchste Brisanz.

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Von Tobias Wiltschek

München - Sollte es am Ende doch nicht klappen mit dem Klassenerhalt in der Zweiten Liga, wollen sich die Dresdner eines nicht vorwerfen lassen: Sie hätten nicht alles dafür getan.

Schon die Zufahrt des Mannschaftsbusses von Dynamo Dresden zur Arena soll zu einem mächtigen Symbol des Zusammenhalts werden.

Auf der Internetseite des Vereins werden die Fans vor dem Abstiegsendspiel gegen Arminia Bielefeld am Sonntag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) dazu aufgerufen, ein schwarz-gelbes Spalier für den Bus zu bilden.

"So soll das Team auf dem letzten Kilometer vor der Ankunft am Stadion noch einmal ultimativ auf das Spiel eingeschworen werden", heißt es (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es geht um die Existenz"

Der Aufruf reiht sich ein in eine ganze Serie von Aussagen, die von der immensen Bedeutung des Spiels gegen den punktgleichen Rivalen aus Ostwestfalen zeugen (Alles zum Abstiegskampf in der Zweiten Liga ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1).

"Es geht um die Existenz des Vereins", erklärte Sportdirektor Ralf Minge - mit dem Abstieg und dem damit verbundenen Millionen-Verlust als Damoklesschwert über den Köpfen.

Und Trainer Olaf Janßen versprach bei SPORT1.fm: "Jeder Sitz wird glühen und vibrieren. Das gibt unseren Spielern das Gefühl, niemals aufzugeben."

Das war natürlich bildsprachlich gemeint, könnte bei den bekannten Fan-Problemen von Dynamo aber auch schnell in eine wortwörtliche Bedeutung ausufern.

Sorgen um die Sicherheit

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Krawalle im Hinspiel, als Chaoten in Dynamo-Montur im Bielefelder Stadion Bengalos abgebrannt hatten, ist die Sicherheit vor dem Abstiegsfinale ein großes Thema (Highlights aller Spiele bei Hattrick - Die 2. Bundesliga, ab 19.15 Uhr bei TV auf SPORT1).

"Beide Vereine und sämtliche Behörden in Dresden und Bielefeld bereiten die Begegnung gewissenhaft und professionell vor, um den Stadionbesuch Bielefelder Fußballfans ohne Gefährdung zu ermöglichen", teilte die Arminia mit. 2000 Bielefelder Anhänger werden im mit 29.000 Zuschauern ausverkauften Stadion erwartet.

Janßen schwört indes sein Team auf einen Sieg ein, auch wenn dank der besseren Tordifferenz schon ein Unentschieden für den Relegationsplatz reichen würde.

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"Wir sind schlecht beraten, wenn wir auf ein Pünktchen hoffen. So etwas wird oft ganz böse bestraft", sagte Janßen, der die Punkterunde in der Zweiten Liga schon für beendet erklärt.

"Wir befinden uns im Halbfinale mit Arminia Bielefeld, um ins Finale einzuziehen und letztlich die Trophäe mit dem Namen Zweite Liga hochzuhalten", kündigte der ehemalige Bundesliga-Profi schon mit Blick auf die mögliche Relegation gegen Darmstadt 98 an.

Leistungsträger fehlen

Dass ihm für diese Mission mit den verletzten Idir Ouali und Mohamed Aoudia sowie den gesperrten Vincenzo Grifo und Thorsten Schulz vier Leistungsträger fehlen, ändert nichts an seiner Entschlossenheit.

Immerhin darf er auf das Comeback von Marco Hartmann hoffen. Für den Mittelfeldspieler, der seit März wegen eines Syndesmoseband-Risses außer Gefecht gesetzt war, hat er einen Spezialauftrag.

"Harti soll in der ersten Halbzeit auf der Bank ein böses Gesicht machen. Und dann, wenn nötig, in der zweiten Halbzeit dem Gegner einen einschenken", sagt der Coach bei der "Bild".

Konzentration statt großer Worte

Wer aus Bielefeld ähnlich markige Worte erwartet hat, wird enttäuscht.

Nur wenig war von der Arminia zu hören, was nicht nur an der Stimmbandentzündung von Trainer Norbert Meier lag.

Man wolle sich ausschließlich auf den Kampf um den Relegationsplatz konzentrieren, ließen die Spieler über ihren Pressesprecher Tim Santen ausrichten.

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Die Rolle des Motivators für das Spiel in Dresden übernahm erst einmal der Sportliche Leiter Samir Arabi.

"Vor Wochen glaubte kaum jemand daran, dass wir noch eine Chance auf den Klassenerhalt haben. Das Team hat sich aber wieder zurückgemeldet", wird Arabi von der "Neuen Westfälischen" zitiert.

Meier gibt sich cool

Am Donnerstag auf der Pressekonferenz hatte Meier seine Stimme wieder gefunden - und musste erst einmal verkünden, dass der Ex-Dresdner Vujadin Savic wegen einer Fußverletzung kurzfristig ausfällt.

Davon ließ sich Meier aber genauso wenig aus der Ruhe bringen wie vom erwarteten Herzschlagfinale am Sonntag in Dresden.

"Es ist wichtig, einen klaren und kühlen Kopf zu bewahren, und auf jede Situation im Spiel die richtige Antwort zu finden", lautet das Rezept des 16-maligen Nationalspielers.

Er selbst habe solche besonderen Situationen schon mehrmals erlebt und sei deshalb "sowas von entspannt." Behauptet er.

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