Für SPORT1-Kolumnist Christian Beeck hat Dynamo gegen Bielefeld die besseren Karten. Fürth räumt er wenig Chancen ein.

Hallo Zweitliga-Freunde,

schon jetzt fiebern die Fans den Endspielen um den Aufstieg und gegen den Abstieg entgegen.

Im direkten Duell um den Relegationsplatz hat für mich Dynamo Dresden gegen Arminia Bielefeld die besseren Karten.

Vor heimischer Kulisse sind die Dresdner für gewöhnlich eine Macht. Dass das auch und gerade für diese entscheidenden Spiele gilt, haben sie in der vergangenen Saison schon bewiesen.

Ich bin mir sicher, dass sie mindestens das benötigte Unentschieden packen werden. Danach werden sie auch die Relegation für sich entscheiden und in der Zweiten Liga bleiben.

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Falls das nicht gelingen und nach Energie Cottbus ein weiterer Verein absteigen sollte, wäre das für den Fußball-Osten eine kleine Tragödie. Andererseits sind die Dresdner dafür bekannt, dass sie auch immer wieder aufstehen.

Dass die Stimmung in Dresden im Falle einer Niederlage in Gewalt ausarten könnte, glaube ich nicht. In der Vergangenheit hat es Dresden zwar das eine oder andere Mal übertrieben. Aber ich denke, die haben sich dort ganz gut im Griff.

Seine Enttäuschung kann man zeigen, das gehört im Fußball dazu. Es darf eben nicht eine gewisse Grenze überschritten werden.

Sollte es Bielefeld in die Relegation schaffen, bekommen sie gegen Darmstadt Probleme. Vor allem in Darmstadt zu spielen, ist sehr unangenehm.

Im Zusammenhang mit dem Abstieg aus der Zweiten Liga wird häufig davor gewarnt, dass die Existenz eines Vereins gefährdet sei.

Klar geht es in solchen Fällen auch immer an die finanzielle Substanz. Aber letztendlich werden vor allem die Traditionsvereine immer wieder unterstützt und können so überleben. Es sei denn, sie haben wirklich extrem über die Stränge geschlagen.

Man sieht es ja am MSV Duisburg, die sich in der Dritten Liga auch wieder gefangen haben.

Den Aufstieg in die Bundesliga wird sich der SC Paderborn nicht mehr nehmen lassen. Die sind so fokussiert, die haben so eine unfassbar geile Saison gespielt. Das hat ja niemand erwartet, zumal sie nach sieben Spieltagen noch auf dem Abstiegs-Relegationsplatz lagen.

Ob die Fürther über die Relegation noch den Aufstieg schaffen, kommt auf den Gegner an. Wenn es der HSV wird, wird es sehr, sehr schwer. Das ist dann schon ein riesengroßer Unterschied.

Bei solchen Endspielen kann natürlich alles passieren. Aber wenn die Normalität eintritt, dann retten sich die Hamburger in der Relegation gegen Greuther Fürth.

Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zu den despektierlichen Äußerungen des Präsidenten von Union Berlin über den Berufsstand des Sportdirektors verlieren.

Er hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, dass die Sportdirektoren die unqualifiziertesten Personen im oberen Management in Deutschland seien und dass es sie in der freien Wirtschaft nicht gebe.

Wie man sich so unqualifiziert über einen Berufsstand äußern kann, der ihm den Fußball erst erklären musste, ist mehr als kleinbürgerliche Arroganz und äußerst beschämend.

Es ist schön zu sehen, dass meine ehemaligen Kollegen eindrucksvoll nachweisen, wie man mit vertrauensvoller Zusammenarbeit in den eigenen Reihen nachhaltig erfolgreich Fußball gestalten kann.

Ich würde mir wünschen, dass sich der eine oder andere Verein im Osten daran ausrichtet und die richtigen Schlüsse zieht, um Erfolge zu feiern.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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