Olaf Janßen ist seit 4. September 2013 Trainer bei Dynamo Dresden © imago

Dynamo Dresden hofft auf die Relegaion. Geht das Endspiel gegen Bielefeld verloren, muss der Verein um seine Existenz bangen.

Dresden - Was haben die "Remis-Könige" nicht gehadert mit ihrer Unfähigkeit zum Siegen. Am kommenden Sonntag aber würde Dynamo Dresden das 18. Unentschieden der Zweitliga-Saison feiern wie einen großen Sieg.

Ein Punkt im direkten Abstiegsduell gegen Arminia Bielefeld (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) würde reichen, um sich in die Relegation zu retten und die Chance auf zwei weitere Endspiele um den Klassenerhalt gegen den Drittligisten SV Darmstadt 98 zu bekommen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch ausgerechnet die "Remis-Könige" im deutschen Fußball wollen voll auf Sieg spielen, um die Horror-Saison noch zu einem halbwegs glimpflichen Ende zu bringen.

Trügerische Tordifferenz

"Wir sind schlecht beraten, wenn wir auf ein Pünktchen hoffen. So etwas wird oft ganz böse bestraft", sagte Trainer Olaf Janßen. Der Vorteil der besseren Tordifferenz im Vergleich zur punktgleichen Arminia sei trügerisch: "Wir werden versuchen, das Ding zu rocken."

Allein: Solche Ansagen gab es beim taumelnden Traditionsklub in dieser Spielzeit zuhauf, umgesetzt wurden sie meistens allerdings nicht. Dennoch hofft eine ganze Region auf eine Rettung in letzter Sekunde - so wie in der Vorsaison bei den erfolgreichen Relegationsspielen gegen den VfL Osnabrück.

30.000 Fans werden den achtmaligen DDR-Oberligameister nach vorne peitschen - bei einem Absturz in die Drittklassigkeit droht den Profis jedoch ein heftiger Spießrutenlauf.

Fan-Ausschreitungen drohen

Schon in der Vergangenheit hatten aufgebrachte Fans des berüchtigten K-Blocks die Spieler nach Rückschlägen bedroht. Im und um das Stadion herum werden die Polizisten in höchster Alarmbereitschaft sein.

Schon beim Hinspiel in Bielefeld hatten Dynamo-Hooligans für Ausschreitungen gesorgt, bei denen sich 17 Polizisten und nach Schätzung des Dresdner Fanprojekts 30 Anhänger verletzt hatten.

Jetzt steht noch viel mehr auf dem Spiel, vor allem für Dynamo. Der Gesamtetat würde sich in der Dritten Liga um fast die Hälfte halbieren. So gut wie kein Leistungsträger wäre bei den drastischen Gehaltseinbußen zu halten.

Minge: "Es geht um die Existenz des Vereins"

Dynamo würde möglicherweise für lange Zeit von der großen Fußball-Bühne verschwinden. "Es geht um die Existenz des Vereins", hatte Sportdirektor Ralf Minge unlängst zugegeben.

Die Spieler sind sich dessen bewusst. "Das ist unsere letzte Chance. Wir müssen einfach unsere Leistung abrufen", forderte Torhüter Benjamin Kirsten nach dem enttäuschenden 0:4 am vorletzten Spieltag beim 1. FC Kaiserslautern (Bericht).

Kapitän Romain Bregerie versprach den Fans eine deutliche Leistungssteigerung gegen Bielefeld: "Es ist ein Endspiel. Wir wissen, worum es geht."

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