Mit nun 68 Zählern stellten die Kölner einen vereinsinternen Punkterekord auf © getty

Köln spielt St. Pauli phasenweise an die Wand und präsentiert sich meisterlich. Schon vor dem Anpfiff ist der FC in Feierlaune.

Köln - Erst die Gala, dann die Schale, und anschließend eine Party, die eines Meisters wahrlich würdig war: Der 1. FC Köln feierte mit einem rauschenden Fest den fünften Aufstieg in die Bundesliga.

Der frühere FC-Geschäftsführer Andreas Rettig, heute in selber Funktion bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) tätig, hing zunächst allen Spielern die Medaillen um.

Dann nahm um 17.32 Uhr im gesperrten Kapitän Miso Brecko nach dem 4:0 (3:0) gegen den FC St. Pauli erstmals ein Kölner Spieler die seit 2009 verliehene "Radfelge" für den Champion der Zweiten Liga entgegen.

Überreicht wurde sie unter dem Jubel der 50.000 Zuschauer und im rot-weißen Konfettiregen von DFL-Vize Harald Strutz.

Jubel, Trubel, Heiterkeit

Die Übergabe der Medaillen an seine Spieler verfolgte Meistermacher Peter Stöger mit großer innerer Freude: Er hielt den Moment fest, in dem er mit seinem Handy fotografierte.

Bei seiner Ehrung brandete schließlich der lauteste Jubel auf.

Anschließend ließen sich die Spieler vor der Südkurve feiern. Nur das Maskottchen, Geißbock Hennes VIII., nahm Reißaus.

Danach heizten die vier kölschen Bands Höhner, Brings, Kasalla und Cat Ballou den Zuschauern in der seit Wochen ausverkauften Kölner Arena ein.

Das Bier kostete nach dem Abpfiff nur noch die Hälfte. Die Höhner komponierten eigens ein "Liebeslied" an den FC.

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Helmes: "Sind da, wo wir hingehören"

"Die Party ist der absolute Wahnsinn, aber die haben wir uns auch verdient", meinte Mittelfeldspieler Daniel Halfar.

Torschütze Patrick Helmes ergänzte: "Jetzt sind wir endlich wieder auf der großen Bühne, dort, wo wir hingehören. Jetzt geht es darum, den Verein in der ersten Liga zu stabilisieren. Diesen Fahrstuhl-Hick-Hack kann niemand gebrauchen."

McKenna verschießt Elfmeter

Die Spieler hatten mit einer Galavorstellung durch Anthony Ujah (14.), Patrick Helmes (43.) und Sascha Bigalke neun Minuten nach seiner ersten Saison-Einwechslung (61.) sowie ein Eigentor von Gäste-Kapitän Jan-Philipp Kalla (39.) die ideale Steilvorlage geliefert.

Dass es nicht der höchste Sieg seit mehr als neun Jahren und dem 8:1 gegen Wacker Burghausen am 28. Januar 2005 wurde, lag daran, dass ausgerechnet Publikumsliebling Kevin McKenna bei seinem letzten Heimspiel nach sieben FC-Jahren einen Foulelfmeter verschoss (70.)

So klang Ujahs Treffer bei SPORT1.fm

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Aufstieg schon frühzeitig perfekt

Als Aufsteiger und Meister hatten die Kölner schon nach dem 31. Spieltag festgestanden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dabei hatte der Klub aus der oft hektischen Rheinmetropole auch nach drei Unentschieden zum Auftakt und zwei aufeinanderfolgenden von insgesamt nur drei Niederlagen im November nie aus der Ruhe bringen lassen.

Dafür sorgte neben Trainer Peter Stöger, der im Vorjahr mit Austria Wien Meister in Österreich geworden war, vor allem auch der neue Sportchef Jörg Schmadtke, der die Fans in einem Mantra-Video sogar dazu aufgerufen hatte, "gaaanz ruhig" zu bleiben.

Kader für Bundesliga gerüstet

Schon lange vor dem Anpfiff des Pauli-Spiels herrschte Feierstimmung: Zunächst wurde das FC-Trikot für die Erstliga-Saison vorgestellt, nach kölschen Liedern und einer Choreografie wurde McKenna unter tosendem Applaus verabschiedet.

Die Mannschaft dürfte für die Bundesliga gut gerüstet sein und muss wohl nur durch einige gestandene Profis in der Spitze verstärkt werden.

Besonders gespannt sein darf die Bundesliga auf die Kölner Jungstars Timo Horn, Yannick Gerhardt (beide 20), Kevin Wimmer (21), Jonas Hector (23) und den im Winter verpflichteten Japaner Kazuki Nagasawa (22).

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