Christian Beeck sieht die Trainerakribie als Hauptgrund für Paderborns Höhenflug. Cottbus prognostiziert er eine schwere Zeit.

Hallo Zweitliga-Freunde,

Energie Cottbus hat die Rettung nicht mehr geschafft, auf den Verein wartet nach 17 Jahren in der Ersten und Zweiten Liga wieder in die Drittklassigkeit. Für die Region ist das natürlich ein schwerer Schlag.

Die Gründe für den Abstieg sind vielfältig: Für mich war ein Knackpunkt der Wechsel von Trainer Rudi Bommer auf Stephan Schmidt. Davon hatte sich der Verein sicherlich mehr versprochen. Am Ende ist dadurch der Klassenerhalt eingeleitet worden und nicht die eigentliche Zielsetzung der Saison. Man hatte sich nach dem 8. Platz der Vorsaison eine Plazierung für die vorderen Plätzen als Ziel gesetzt. Das ist am Ende mehr als deutlich daneben gegangen.

Ich hoffe, dass der Verein diesen Rückschlag überlebt und in der Dritten Liga durchstartet. Allerdings wird das sehr schwer. Der neue Sportdirektor Roland Benschneider braucht nun ein glückliches Händchen bei Transfers.

Ich bin gespannt, wer das Traineramt übernehmen wird und wie der Kader in der kommenden Saison aussieht. Viele gute Spieler bekommt Cottbus nicht mehr, die meisten sind schon vom Markt. Außerdem bleibt abzuwarten, wer aus dem aktuellen Team mit in die Dritte Liga geht.

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Die Spieler haben jetzt noch zwei Partien Zeit, sich auch für andere Vereine zu empfehlen. Für Cottbus geht es nun noch gegen Greuther Fürth. Und das wird für die Franken eine schwere Aufgabe. Ich glaube aber das Fürth Platz 3 behalten wird, Kaiserslautern kommt da nicht mehr ran.

Den direkten Aufstiegsplatz sollte Paderborn verteidigen. Was beim Sportclub derzeit abläuft, ist schon faszinierend. Viele Spieler waren vor ihrem Wechsel nach Paderborn noch in der Regionalliga aktiv, jetzt könnten sie bald in der Bundesliga auflaufen.

Die Mischung in der Truppe stimmt einfach. Das sind Spieler, die gierig und noch nicht finanziell versaut sind. Zudem hat Paderborn mit Andre Breitenreiter einen Coach, der sich nicht zu wichtig nimmt und ein intensives Trainings- und Wettkampfkonzept hat.

Um einen anderen Trainer gab es in der Vorwoche etwas Aufregung. Dass die Wege von Union Berlin und Uwe Neuhaus nach sieben Jahren trennen, kam für mich schon ein wenig überraschend. Zumal drei Tage vor der Bekanntgabe zwei Spieler die Freigabe erhalten haben und Uwe Neuhaus einen konzeptionellen Neuanfang ausgeben hat.

Jetzt wird es darauf ankommen, was sich der Verein konzeptionell vorstellt und welcher Trainer dazu die größten Parallelen aufzeigt.

So viele Optionen gibt der Markt aus meiner Sicht allerdings nicht her. Bei Union erwartet den neuen Mann ein komplexes Aufgabengebiet, schließlich hat der Verein keinen Sportdirektor oder einen Sportvorstand. Ich bin echt gespannt, wer es am Ende machten darf.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck seit dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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