Patrick Helmes (M.) erzielte das 2:0 für Köln, nachdem bereits Kollege Anthony Ujah (r.) getroffen hatte © getty

Alles drin in diesem Derby: Düsseldorf holt ein 0:2 auf, doch Kölns Stürmer sind zu stark. Randalierer sorgen für Verzögerung.

Köln - Derbysieger 1. FC Köln geht als souveräner Spitzenreiter in die Winterpause. Die "Geißböcke" setzten sich am 19. Spieltag der 2. Liga beim rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf 3:2 durch und haben acht Punkte Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz. (ab 19 Uhr HIGHLIGHTS im TV auf SPORT1)

Anthony Ujah (29./75.), der bereits beim 1:1 im Hinspiel getroffen hatte, und Ex-Nationalspieler Patrick Helmes (38.) bescherten dem Team von Trainer Peter Stöger den elften Saisonsieg.

Stöger verzeihte seiner Mannschaft eine Schwächephase in der zweiten Halbzeit: "Wir haben den Gegner aus dem Nichts stark gemacht. Aber wir haben zurückgefightet und alles gezeigt, was eine Spitzenmannschaft braucht."

Düsseldorf, das durch Erwin Hoffer (55.) und Charlison Benschop (62. ) zwischenzeitlich ausgeglichen hatte, kassierte die erste Niederlage unter Interimscoach Oliver Reck bei dessen Heimdebüt und steckt im Tabellenmittelfeld fest. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Verzögerung wegen Randale

Das Rheinderby hatte mit halbstündiger Verspätung begonnen. Randalierende Fans vor dem Gäste-Eingang und ein verspäteter Kölner Fanzug sorgten für die Verzögerung.

"60 Gewaltbereite wollten Ordner überrennen, sich gewaltsam Zugang verschaffen. Deshalb wurde der Anstoß auf 14 Uhr verschoben", sagte Polizeisprecher Andreas Czogalla der "Bild"-Zeitung.

Im mit 52.500 Zuschauern ausverkauften Stadion flogen zudem Leuchtraketen aus dem Kölner Block in von Düsseldorfern besetzte Ränge, zudem wurden einige Sitzschalen aus ihrer Verankerung gerissen.

Weiteres Chaos gab es bei der Frage, in welchen Farben beide Mannschaften zu spielen hätten. Köln war nur mit den eigenen Heimtrikots angereist, Düsseldorf wollte ganz in Rot spielen. Doch das verhinderte das Schiedsrichtergespann um Manuel Gräfe.

"Ich verstehe das nicht, denn es waren bei beiden Mannschaften die Trikot aus dem Hinspiel. Dann hieß es aber plötzlich, dass die Linienrichter die Rückennummern nicht richtig erkennen können", beschwerte sich Kölns Vize-Präsident Toni Schumacher.

Düsseldorf kam den Gästen entgegen und bestritt sein Heimspiel in den türkisen Ausweichtrikots.

Köln gibt Ton an

Auf dem Platz gaben die Kölner von Beginn an den Ton an.

Taktisch deutlicher besser aufgestellt und gedankenschneller als die biederen Gastgeber dominierte der FC und kam folgerichtig zu seinen Chancen.

Beim ersten Versuch zielte Helmes noch ein bisschen zu hoch (19. ), doch wenig später glänzte der Rückkehrer mit seiner Vorarbeit zum Führungstreffer.

Zeitweise ein Klassenunterschied

Nach dem kollektiven Tiefschlaf der Fortuna-Defensive fand seine Flanke den Kopf von Ujah, der problemlos verwandelte.

Helmes' Sturmkollege bekam einiges auf die Socken, im wahrsten Sinn: Bei einem Zusammenprall zerfetzte ihm Giefer beide Stutzen. "Gegen Düsseldorf muss man sein ganzes Blut geben", sagte er nach dem Spiel. "Ich weiß, was das für die Fans bedeutet."

Auch in der Folgezeit war ein Klassenunterschied zu sehen. Nachdem Düsseldorfs Innenverteidiger Stelios Malezas ein verlorenes Laufduell gegen Ujah mit einer Grätsche zu retten versucht hatte, jagte Helmes den Abpraller von der Strafraumgrenze mit links zum 0:2 ins Tor.

Düsseldorf zeigte nach der Pause zumindest kämpferisch eine überzeugende Vorstellung.

Der Kopfballtreffer von Hoffer, der in jedem Spiel unter Reck getroffen hat, und ein Freistoßtor von Benschop, bei dem die Kölner Mauer patzte, sorgten für zeitweilige Spannung.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit unser wahres Gesicht gezeigt, aber zu viele Chancen zugelassen", fasste Düsseldorfs Erwin Hoffer zusammen.

Doch Köln reagierte im Stile einer Spitzenmannschaft und schlug durch Ujah eiskalt zurück.

Während bei Düsseldorf Tugrul Erat und Ben Halloran überzeugten, stachen bei den Kölnern Helmes und Ujah aus einer starken Mannschaft heraus.

Weiterlesen