Florian Dick (l.) spielt seit 2008 beim FCK, Marc Torrejon seit 2012 © getty

Vor dem Spiel beim FC Ingolstadt steckt der 1. FC Kaiserslautern in der Krise. Zwei FCK-Profis glauben bei SPORT1 an die Wende.

Von Reinhard Franke

München - Eine solche Vorweihnachtszeit hatten sie beim 1. FC Kaiserslautern nicht auf dem Wunschzettel.

Von wegen glitzernde Besinnlichkeit. Der Klub steckt in der Krise. Zuletzt setzte es für die "Roten Teufel" drei Pleiten in Folge. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Unter Trainer Kosta Runjaic lief eigentlich alles rund, seit der Wiener im September bei den Pfälzern angeheuert hatte.

Doch in den zurückliegenden drei Wochen stotterte der FCK-Motor gewaltig. Im November noch Tabellenführer, belegt die Mannschaft jetzt nur noch Platz sieben.

Mit einem Sieg am Montag im Topspiel der 2. Liga beim FC Ingolstadt (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) kann zumindest Relegationsplatz drei zurückerobert werden.

Soll es kein ungemütliches Weihnachten werden, muss also gegen die "Schanzer" die Kehrtwende her.

Keine richtige Krise

FCK-Kapitän Marc Torrejon sieht jedoch (noch) keinen Grund zur Sorge: "Wenn wir schlecht spielen würden oder uns die Gegner haushoch überlegen wären, müsste man sich Gedanken machen", sagt der Spanier zu SPORT1.

"Wir waren aber in jedem der Spiele die klar bessere Mannschaft und hatten klare Torchancen. Wir müssen weiter unser Spiel aufziehen und daran arbeiten, Lösungen gegen Mannschaften zu finden, die sich nur um den eigenen Strafraum gruppieren und rein gar nichts fürs Spiel tun."

Keine passenden Lösungen

Man habe es in den beiden letzten Heimspielen "nicht geschafft, gegen sehr tiefstehende Mannschaften die passenden Lösungen zu finden", sagt Lauterns Außenverteidiger Florian Dick bei SPORT1.

"Trotz hochkarätiger Chancen und hoher Dominanz sind wir nicht in Führung gegangen, denn dann läuft das ganze Spiel anders. Wir waren zwar jeweils die spielbestimmende und meiner Meinung nach auch die bessere Mannschaft, aber dann haben individuelle Fehler zu den bitteren Niederlagen geführt."

Eine Parallele zum Wintereinbruch vor einem Jahr, als der FCK auch drei Mal verlor, sieht der 29-Jährige indes nicht: "Es ist zwar nachvollziehbar, warum man diese Parallele zieht, aber genauer betrachtet, sind beide Situationen nicht wirklich miteinander vergleichbar."

Von der Qualität überzeugt

Dick wehrt sich gegen das Gerede, die Nerven würden blank liegen: "Das können nur Leute sagen, die überhaupt keinen Einblick haben. Ich bin nach wie vor von der Qualität in unserer Mannschaft, unserer Spielanlage und auch dem Erreichen unseres gemeinsamen Zieles überzeugt."

Und er fügt hinzu: "Der Dosenöffner, das wichtige erste Tor, hat gefehlt. Die Chancen dafür waren in allen Spielen mehr als genug vorhanden, wir müssen sie halt rein machen."

Es seien oft "Details, die bewirken, ob ein Ball an den Pfosten oder ins Tor geht, ob man einen Ball klärt oder einen entscheidenden Fehler macht, ob man eben ein Spiel gewinnt oder verliert. Diese Kleinigkeiten gilt es besser zu machen."

Wie der junge Briegel

Dick ist neben Torwart Tobias Sippel dienstältester Lauterer und Identifikationsfigur in der Pfalz, quasi der junge Hans-Peter Briegel, von 1975 bis 1984 die FCK-Ikone schlechthin. Einer, der voran geht.

"Natürlich versuche ich, mit meiner Erfahrung vornewegzugehen", sagt Dick.

Wichtig sei aber, "dass sich jeder Einzelne bewusst ist, was hier gefordert wird, was wir erreichen wollen und wie er seinen wichtigen Teil dazu beitragen kann."

"Positiver Druck"

Druck, beim FCI gewinnen zu müssen, verspürt Dick nicht. Es sei "positiver Druck", denn "der Druck aufsteigen zu wollen, ist wesentlich angenehmer als der Druck im Tabellenkeller."

Gegen die Ingolstädter, die unter dem neuen Coach Ralph Hasenhüttl aus acht Spielen beachtliche 14 Punkte holten, will Lautern jedenfalls das Jahr positiv beenden.

"Wir müssen im Torabschluss sowie in den entscheidenden Abwehrsituationen konsequenter werden. Wenn wir darüber hinaus weiter an unser Spiel glauben, dann werden wir wieder in die Spur kommen. Abgerechnet wird im Mai und bis dahin werden noch einige Punkte verteilt", sagt Dick.

Alles kaputt?

FCK-Mittelfeldmotor Markus Karl sprach zuletzt davon, dass man sich bei einer weiteren Niederlage alles kaputt mache, was man sich vorher aufgebaut hat.

Torrejón relativiert die Aussage des Kollegen: "Was Markus gemeint hat, ist, dass wir eine sehr gute Ausgangsposition hatten, dass wir Tabellenführer waren und nun zurückgefallen sind. Wir treten in Ingolstadt an, um dort Punkte zu holen. Es wird schwer, aber wir werden alles geben."

Er sieht es wie Dick: ?Auch nach dem 20. Spieltag ist die Saison noch lange nicht zu Ende. Es zählt der 34. Spieltag, sonst nichts."

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