Jörg Schmadtke war von 2009 bis 2013 Sportdirektor bei Hannover 96 © getty

FC-Sportchef Schmadtke spricht bei SPORT1 über das Duell bei Ex-Klub Düsseldorf - und ermahnt die Fans zur Friedlichkeit.

Von Reinhard Franke

München - Der Rheinländer an sich ist ein fröhlicher Mensch, vor allem, wenn es gut läuft und er sich auf Großereignisse freuen darf.

Jörg Schmadtke hat momentan also gleich doppelten Grund zur Freude.

Zum einen kann der 49-Jährige derzeit zufrieden auf die Tabelle schauen. Seit er im Sommer als Sportdirektor beim 1. FC Köln anheuerte, geht es bergauf mit dem Verein. Platz 1, Herbstmeister, alles gut (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zum anderen geht es für die "Geißböcke" am Sonntag zum Derby-Knaller bei seinem ehemaligen Verein Fortuna Düsseldorf (So., ab 13.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER).

Schmadtke ist daher bester Laune.

Rückkehr in die Heimat

"Das große Ganze passt. Wir haben inklusive Pokal drei Niederlagen einstecken müssen, in der Liga zehn Spiele gewonnen und mit Mainz im Pokal einen Erstligisten besiegt", sagt der gebürtige Düsseldorfer im Gespräch mit SPORT1:

"Mit der Entwicklung und der Tendenz ist das alles stimmig. Es macht auch großen Spaß zu beobachten, wie die Dinge hier vorwärts gehen."

Nun steht zum Jahresabschluss das Derby an. Schmadtke, der von 1985 bis 1993 für die Fortuna 244 Mal im Tor stand, macht keinen Hehl daraus, dass die Partie in seiner Geburtsstadt ein Kribbeln bei ihm auslöst.

Besonderes Spiel

"Ich weiß nicht, ob das Derbyfieber ist, aber es ist für mich schon ein besonderes Spiel, weil ich bei der Fortuna die ganzen Jugendabteilungen durchlaufen - und 20 Jahre in diesem Klub gespielt habe", so Schmadtke.

Allerdings warnt er auch, dass die Düsseldorfer die Chance hätten, "sich vor Weihnachten an die oberen Tabellenregionen ranzurobben".

Für seine Kölner geht es nun darum, den Abstand beizubehalten und "ruhig in die Winterpause zu gehen".

Kein Mitleid mit dem Ex-Klub

Natürlich hat Schmadtke seine in den letzten Monate häufig kriselnde Fortuna noch regelmäßig im Blick.

"Ich beobachte das aus der Ferne und schon etwas mehr als bei anderen Klubs. Ich bin bei diesem Klub groß geworden, aber Mitleid habe ich deshalb nicht", sagt er.

Düsseldorf, das sich nach der Talfahrt von Mike Büskens trennte, konnte unter Interimstrainer Oliver Reck zuletzt sechs Punkte aus zwei Spielen holen.

Bei einem dritten Sieg gegen die Kölner könnte sich Reck Hoffnungen auf eine Beförderung zum Cheftrainer machen.

Problemfans ausgesperrt

Beim Hinspiel gab es Fan-Ausschreitungen, auch diesmal ist man gewappnet. Die Polizei hat 50 Kölner und 20 Düsseldorfer Problemfans verboten, das Spiel in der Arena zu besuchen.

Laut Polizeisprecher Jochen Schütt ist es den betroffenen Kölner Fans sogar untersagt, die Landeshauptstadt zu betreten.

"Bei den Düsseldorfern konzentrieren sich die verbotenen Bereiche beispielsweise auf die Arena und ihr Umfeld", sagt der Pressesprecher.

Kölner-Fans planen Aktion

Weniger Sorgen muss man sich um einen anderen Teil der Anhänger machen: Kölner Fans planen passend zur Festtagszeit eine Spaßaktion, bei der sie als Weihnachtsmänner verkleidet auf der Kö, Düsseldorfs nobler Einkaufsmeile, Kölsch ausschenken.

"Es wäre ein tolles Zeichen, wenn das funktioniert und man sich selber auf den Arm nimmt", sagt Schmadtke.

Schmadtke hofft, "dass es ruhig bleibt, das jeder weiß, in welcher Zeit wir gerade sind".

Luft raus?

Für den FC soll die kurze Reise zum rheinischen Nachbarn allerdings keine Adventsfahrt werden. Schmadtke warnt seine Spieler, dass man nicht von einem Selbstläufer ausgehen dürfe.

"Wir fahren mit Selbstvertrauen nach Düsseldorf, aber das Spiel bringt eine komplizierte Aufgabenstellung mit sich. Der müssen wir uns stellen", sagt er.

Es reiche nicht, "nur mit breiter Brust hin zu fahren, und am Ende wird man gepiekt und dann ist die Luft raus. Wir müssen die breite Brust auch zeigen."

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