SPORT1-Experte Christian Beeck findet deutliche Worte für die Cottbuser Krise, hat aber noch Hoffnung. Ein Lob gibt es für den KSC.

Hallo Zweitliga-Freunde,

Bemerkenswert, dass St. Pauli zum vierten Mal hintereinander gegen 1860 München gewonnen hat. Das war eine erstklassige Vorstellung. Unter Interimstrainer Roland Vrobec stimmen die Ergebnisse, aber das ist natürlich nicht alles.

Die Leute, die zu entscheiden haben, ob er länger bleiben darf, wissen, was darüber hinaus dazugehört. Der neue Trainer muss das Konzept und die Vision des Vereins umsetzen.

Natürlich kann man von außen sagen: "Die Truppe hat einen geilen Auftritt, lasst den das doch machen" - aber Monats- und Jahrespläne müssen überzeugen. Wenn dem so ist, wird der Verein ihn zum Cheftrainer machen.

Zu Energie Cottbus: Nach einem 1:0 noch 1:3 zu verlieren ist in so einer Situation eine unheimliche Belastung für den gesamten Verein. Aber es ist definitiv noch nicht vorbei.

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Wichtig ist, dass man sich nicht selbst bemitleidet, dass es nach einem starken Saisonstart so weit gekommen ist. Der Verein muss dahinter einen Haken setzen und sich neu ausrichten.

Vor allem muss die Mannschaft den Laden hinten dicht bekommen. Sie sollte bloß nicht versuchen, jetzt Angriffsfußball zu zelebrieren. Wenn man hinten gut steht, steigt man auch nicht ab.

Köln geht vorneweg, Fürth und Lautern haben Punkte gelassen. Personell hat der FC natürlich die beste Mannschaft der Liga.

Zwischendurch haben die Kölner zwar für ein paar Spiele geschwächelt, aber insgesamt arbeiten sie sehr zielstrebig und konzentriert. Sie werden dort oben bis zum Ende bleiben und aufsteigen.

Die Liga ist sehr ausgeglichen, deshalb tut etwa KSC-Trainer Markus Kauczinski gut daran, jeden gewonnenen Punkt als Schritt in Richtung Klassenerhalt zu sehen.

Auch wenn die Mannschaft mit einem Sieg beim verrückten Spiel gegen Frankfurt noch weiter nach oben hätte springen können.

Karlsruhe hat eine gute Mannschaft und einen guten Trainer und es ist richtig, dass sie nicht durchdrehen, nur weil sie ein paar Spiele gewonnen haben. Gier frisst das Hirn auf.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert der 41-Jährige ab dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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