St. Paulis Christopher Nöthe (l.) erzielte gegen die "Löwen" sein drittes Saisontor © getty

Die Hamburger beenden die Siegesserie der "Löwen". Ein böser Fehler bringt die Münchner in Rückstand, Bartels macht alles klar.

Aus der Allianz Arena berichtet Carsten Arndt

München - Nach zuletzt vier Siegen in Folge ist die Siegesserie des TSV 1860 München am Montagabend gerissen.

Christopher Nöthe und Fin Bartels schoss den FC St. Pauli im Spitzenspiel des 18. Spieltags zum verdienten 2:0 (0:0)-Erfolg in München.

Während die Hanseaten mit diesem Sieg auf den dritten Rang kletterten, rutschten die "Löwen" wieder ins Mittelfeld der Liga und stehen auf dem siebten Rang (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Kurz vor der Pause brachte Nöthe die Gäste überraschend in Führung (43.), Bartels sorgte nach einem weiteren Konter in der zweiten Hälfte für die Entscheidung (81.)

Funkel nimmt Team in Schutz

"Wir haben das in beiden Situationen, die zu den Toren geführt haben, richtig gut gemacht. Diese Konter entwickeln sich so ein bisschen zu unserem Markenzeichen - obwohl ich eigentlich lieber mehr Ballbesitz hätte", sagte St. Paulis Interimscoach Roland Vrabec nach der Partie bei SPORT1.

1860-Coach Friedhelm Funkel resümierte: "Meine Mannschaft hat alles versucht, hatte aber einen sehr starken Gegner. Wir haben zwei individuelle Fehler gemacht und dadurch das Spiel verloren."

Nöthe beginnt für Gregoritsch

Wie erwartet gab es in der Starformation der Gastgeber keine Änderungen. Funkel setzte erneut auf sein erprobtes Mittelfelddreieck um den zuletzt mehrfach als Torschützen glänzenden Dominik Stahl.

Auch Pauli-Trainer Vrabec ließ sein Team im Vergleich zum 2:0-Erfolg in Aue nahezu unverändert. Lediglich Michael Gregoritsch musste auf der Bank Platz nehmen. Für ihn stürmte Nöthe an der Seite von Bartels.

Mit Torhüter Philipp Tschauner und Markus Thorandt kehrten zudem zwei ehemalige "Löwen" zurück an ihre alte Wirkungsstätte.

"Löwen" starten offensiv

Die Ex-Kollegen begrüßten ihren ehemaligen Keeper standesgemäß. Zunächst scheiterte Stoppelkamp aus spitzem Winkel, dann klärte Schachten für seinen bereits geschlagenen Torhüter auf der Linie (2.).

Die 23.700 Zuschauer sahen erstaunlich offensiv agierende "Löwen". Die Anfangsphase gehörte klar den Münchnern. Daniel Adlung war der nächste, der sich am Führungstreffer versuchte, doch sein Freistoß rauschte knapp am Pfosten vorbei.

Pauli fand kaum statt und erlaubte sich zudem einige Unsicherheiten in der Defensive. Ein Klärungsversuch von Thorandt landete direkt vor den Füßen von Moritz Volz, dessen Direktabnahme den Kasten aber knapp verfehlte (10.).

St. Pauli ideenlos

Die "Löwen" blieben auch in den nächsten Minuten spielbestimmend, auch wenn der große Schwung aus der Anfangsphase etwas verloren ging.

Die Gäste hingegen ließen jegliche Kreativität vermissen. Es war kaum etwas zu sehen vom Offensivfußball der letzen Wochen.

So dauerte es bis zur 25. Minute, ehe Nöthe Keeper Gabor Kiraly mit einem tückischen Schuss aus halbrechter Position erstmals zum Eingreifen zwang.

Der Ungar konnte den Ball zwar nicht festhalten, doch die anschließende Ecke brachte nichts ein.

Kaum Torchanchen

Während es die Hamburger vornehmlich mit Kurzpassspiel durch die Mitte versuchten und dabei immer Probleme mit dem erneut sehr kompakt auftretende Mittelfeld der Münchner hatten, forcierte die Heimelf das Spiel über die Flügel, was aber ebenfalls nicht den erhofften Erfolg hatte.

Mit zunehmender Spieldauer verflachte das Spiel, zwingende Torchancen blieben Mangelware. Zweikämpfe prägten die Partie.

Nöthe mit der Führung

Wie aus dem Nichts lag der Ball dann aber plötzlich im Tor von Kiraly.

Marc Rzatkowski hatte Florian Kringe in Szene gesetzt, der wiederum auf Kalla quer legte, der den Ball ins Tor schob. Doch der Schiedsrichter hatte Kringe zu Recht im Abseits gesehen (39.)

Wenig später war es aber dann doch so weit. Nach einem haarsträubenden Fehlpass von Kai Bülow war es erneut der junge Rzatkowski, der mit einem Steilpass Nöthe bediente, der den Ball am chancenlosen Kiraly vorbei ins Eck schob.

Kein Durchkommen für 1860

Nach der Pause waren die Gastgeber sichtlich bemüht, wieder die Initiative zu übernehmen, fanden aber kaum spielerische Mittel. Konnten sich die "Löwen" dann doch einmal durchsetzen, fanden die Flanken keinen Abnehmer.

So waren es dann auch die Gäste, die das erste echte Ausrufezeichen setzten. Bartels hatte im Zweikampf mit Schindler den Ball eigentlich schon verloren, doch die Münchner schafften es nicht, zu klären.

Aus dem Getümmel kam Rzatkowski aus kurzer Distanz zum Abschluss, scheiterte aber am glänzend parierenden Kiraly.

Schindler vergibt Ausgleichschance

Nach einer knappen Stunde brachte Funkel den offensiveren Bobby Wood für den an diesem Tag völlig indisponierten Bülow, eine Steigerung seiner Mannschaft war aber auch in der Folge nicht zu erkennen.

Dennoch bot sich den "Löwen" noch einmal die große Chance zum Ausgleich. Nach einer Ecke von Volz gelangte der Ball zu Schindler, der völlig frei am zweiten Pfosten lauerte. Sichtlich überrascht drosch er den Ball aber deutlich über das Tor (72.).

Maier an den Pfosten

Wenig später hätte der eingewechselte Sebastian Maier auf der Gegenseite beinahe für die vorzeitige Entscheidung gesorgt. Sein toll getretener Freistoß aus gut 20 Metern klatschte aber an den Pfosten (74.).

Als die "Löwen" in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne warfen, vollendete Bartels einen Konter über Buchtmann sehenswert zum entscheidenden zweiten Treffer.

Dem hatten die "Löwen" nichts mehr entgegenzusetzen.

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