Oliver Reck (l.) startete seine Profikarriere 1983 bei Kickers Offenbach © getty

Vor dem Spiel beim FCK gibt sich Düsseldorfs Interimscoach Reck kämpferisch. Im Hintergrund läuft die Suche nach seinem Nachfolger.

Von Reinhard Franke

München - Keine Frage, es sind die zwei Mannschaften der Stunde.

Hier der TSV 1860 München, Tabellensechster, der nach vier Siegen in Folge wieder selbstbewusst daherkommt. Dort der viertplatzierte FC St. Pauli, der nach dem Trainerwechsel von Michael Frontzeck zu Roland Vrabec mit drei Zu-Null-Siegen in vier Spielen seinerseits den Weg zurück in die Erfolgsspur fand.

"Am Montag treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in der letzten Zeit sehr erfolgreich Fußball gespielt haben", sagt der Pauli-Trainer zu SPORT1.

"Es wird ein Spiel auf sehr hohem Niveau mit zwei Teams, die einen Lauf haben und sehr gut sind", beschreibt der 39-Jährige die Konstellation vor dem Duell in der Allianz-Arena (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER).

Die Hamburger können mit einem Sieg bei 1860 gar auf Relegationsplatz drei springen, nachdem der 1. FC Kaiserslautern am Freitag zu Hause gegen den SC Paderborn patzte (0:1) (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Paulis Sportchef Rachid Azzouzi beschreibt die gute Ausgangsposition bei SPORT1 relativ nüchtern: "Die Mannschaft hat eine ordentliche Hinrunde gespielt und wir konnten uns in der sehr ausgeglichenen Liga gut behaupten."

Ähnlich wie bei den Löwen keimt auch bei den Hamburgern meist zu schnell Euphorie auf. Azzouzi dämpft aber die Erwartungen: "Die Liga ist so eng, da kann es auch ganz schnell mal in die andere Richtung gehen. Daher beschäftigten wir uns nur mit dem nächsten Gegner."

Das war vor der Partie am Montag auch nötig, denn 1860-Coach Friedhelm Funkel hat seine Truppe, die zwischenzeitlich mit nur einem Zähler Vorsprung auf Relegationsrang 16 auf Platz 14 stand, ähnlich wie Vrabec zurück in die Spur gebracht. ?Durch die vier Siege in Folge haben die Münchner sehr viel Selbstvertrauen getankt. Es ist nicht einfach gegen solche Mannschaften zu spielen, da sie uns durch ihr enormes Selbstvertrauen vor Probleme stellen können?, erklärt Vrabec. ?Darüber hinaus setzen die Sechziger ihr 4-1-4-1-System seit einiger Zeit sehr gut um, stehen defensiv kompakt, sind sehr gut organisiert und bei Standards besonders gefährlich.? Es werde ?sicherlich ein enges Spiel?, glaubt Azzouzi. ?Die Sechziger haben schon im Hinspiel gezeigt, dass sie Qualität in der Mannschaft haben, wir haben uns aber gut entwickelt. Beide Mannschaften werden mit viel Selbstvertrauen auftreten und ich hoffe natürlich, dass wir uns mit unserem Spiel durchsetzen werden.? Für Vrabec, der noch gar nicht weiß, ob er auch im neuen Jahr weiter Trainer sein wird, gibt es derweil ein Sonderlob vom Manager: ?Er hat eine klare Vorstellung wie er spielen will. Dominant und offensiv - das vermittelt er den Spielern und so treten sie dann auch auf dem Platz auf.? Vrabec mache ?klare Ansagen, erklärt den Spielern, was er vorhat und was er von ihnen erwartet?, so Azzouzi weiter: ?Zudem ist er ein akribischer Arbeiter, der bei jedem Training versucht, die Mannschaft besser zu machen.? Alles will Azzouzi aber nicht am Trainerwechsel festmachen und erinnert da an die erfolgreiche Arbeit von Frontzeck: ?Sicherlich haben wir uns gerade in den letzten Spielen stabilisiert, aber wir waren vorher auch schon mit unserer neu zusammengestellten Mannschaft auf einem guten Weg.? Und weiter: ?Die Mannschaft wächst immer weiter zusammen, die Automatismen greifen besser, haben aber auch noch einiges an Arbeit vor uns.?

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