Roland Vrabec (l., mit Azzouzi) folgte als Interimscoach auf Michael Frontzeck © getty

1860 und St. Pauli wittern eine große Chance. Paulis Interimscoach und der Manager sprechen bei SPORT1 über die gute Ausgangslage.

Von Reinhard Franke

München - Sie gehören zu den Mannschaften der Stunde.

Der TSV 1860 München als Tabellensiebter, der nach vier Siegen in Folge wieder selbstbewusst daherkommt und der sechstplatzierte FC St. Pauli, der nach dem Trainerwechsel von Michael Frontzeck zu Roland Vrabec mit drei Zu-Null-Siegen in vier Spielen seinerseits den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden hat.

"Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in der letzten Zeit sehr erfolgreich Fußball gespielt haben", sagt Vrabec zu SPORT1.

"Es wird ein Spiel auf sehr hohem Niveau mit zwei Teams, die einen Lauf haben und sehr gut sind", beschreibt der 39-Jährige die Konstellation vor dem Duell in der Allianz-Arena (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER).

Sprung auf Platz drei?

Es ist das Verfolger-Duell. Die Hamburger können mit einem Sieg bei den "Löwen" sogar auf Relegationsplatz drei springen, nachdem der 1. FC Kaiserslautern am Freitag zu Hause gegen den SC Paderborn patzte und 0:1 verlor. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Da der Karlsruher SC trotz einer 3:0-Führung gegen den FSV Frankfurt am Ende nur zu einem 3:3 kam, kann auch 1860 mit einem Sieg den dritten Platz erklimmen.

Selbst Platz zwei wäre dann in Reichweite. Für Spannung ist also gesorgt.

Paulis Sportchef Rachid Azzouzi, im zweiten Jahr bei den "Braun-Weißen" im Amt und kein Freund großer Worte, beschreibt die gute Ausgangsposition bei SPORT1 dennoch relativ nüchtern: "Die Mannschaft hat eine ordentliche Hinrunde gespielt und wir konnten uns in der sehr ausgeglichenen Liga gut behaupten."

Lob für Vrabec

Vrabec, der noch gar nicht weiß, ob er auch im neuen Jahr weiter Trainer sein wird, bekommt derweil ein Sonderlob vom Manager: "Er hat eine klare Vorstellung, wie er spielen will. Dominant und offensiv - das vermittelt er den Spielern und so treten sie dann auch auf dem Platz auf."

Vrabec mache "klare Ansagen, erklärt den Spielern, was er vorhat und was er von ihnen erwartet", fügt Azzouzi an: "Zudem ist er ein akribischer Arbeiter, der bei jedem Training versucht, die Mannschaft besser zu machen."

Auf gutem Weg

Alles will Azzouzi aber nicht am Trainerwechsel festmachen und erinnert an die erfolgreiche Arbeit von Frontzeck: "Sicherlich haben wir uns gerade in den letzten Spielen stabilisiert, aber wir waren vorher auch schon mit unserer neu zusammengestellten Mannschaft auf einem guten Weg."

Und weiter: "Die Mannschaft wächst immer weiter zusammen, die Automatismen greifen besser, wir haben aber auch noch einiges an Arbeit vor uns."

"Nicht allzu viel Euphorie"

Ähnlich wie bei den Münchnern keimt auch bei den Hamburgern meist zu schnell Euphorie auf. Davon will Azzouzi aber nichts wissen: "Ich konnte bislang noch nicht allzu viel Euphorie im Umfeld ausmachen. Wir sind gut beraten, von Spiel zu Spiel zu schauen."

Und der 42-Jährige fügt hinzu: "Die Liga ist so eng, da kann es auch ganz schnell mal in die andere Richtung gehen. Daher beschäftigen wir uns nur mit dem nächsten Gegner."

Das dürfte auch nötig sein, denn 1860-Coach Friedhelm Funkel hat seine Truppe, die zwischenzeitlich mit nur einem Zähler Vorsprung auf Relegationsrang 16 auf Platz 14 stand, ähnlich wie Vrabec zurück in die Spur gebracht.

Stahl neuer Torjäger

Vor allem top in Form: 1860-"Dominator" Dominik Stahl, der in den letzten vier Spielen jeweils ein Mal traf und zum neuen Torjäger avancierte.

"Durch die vier Siege in Folge haben die Münchner sehr viel Selbstvertrauen getankt. Es ist nicht einfach gegen solche Mannschaften zu spielen, da sie uns durch ihr enormes Selbstvertrauen vor Probleme stellen können", erklärt Vrabec.

"Darüber hinaus setzen die Sechziger ihr 4-1-4-1-System seit einiger Zeit sehr gut um, stehen defensiv kompakt, sind sehr gut organisiert und bei Standards besonders gefährlich."

Qualität bei 1860

Es werde "sicherlich ein enges Spiel", glaubt Azzouzi.

"Die Sechziger haben schon im Hinspiel gezeigt, dass sie Qualität in der Mannschaft haben, wir haben uns aber gut entwickelt. Beide Mannschaften werden mit viel Selbstvertrauen auftreten und ich hoffe natürlich, dass wir uns mit unserem Spiel durchsetzen werden."

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