Oliver Reck (l., mit Benschop) war zuletzt Trainer beim MSV Duisburg © getty

Oliver Reck sammelt erste Pluspunkte als Interimscoach von Fortuna Düsseldorf. Stanislawski soll aber der Wunschkandidat sein.

Kaiserslautern - Der von einer Stimmbandentzündung geplagte Oliver Reck hörte sich zwar wie ein Reibeisen an, auf Werbung in eigener Sache wollte der Interimstrainer von Fortuna Düsseldorf dennoch nicht verzichten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach dem 1:0 beim 1. FC Kaiserslautern (Bericht) reihte der 48-Jährige fast monologartig Sätze aneinander, die als Lob für die Spieler getarnt waren.

Im Grunde stellten sie aber den eigenen Beitrag zum Erfolg im ersten Spiel nach der Entlassung von Mike Büskens in den Vordergrund.

Das hörte sich dann so an: "Wir haben unseren Plan gnadenlos umgesetzt, die Spieler haben ein ganz anderes Bild abgegeben. Die taktischen und personellen Umstellungen waren wichtig. Das war ein optimales Spiel für unsere Situation, auf dem Niveau muss es nun aber weitergehen."

Zuvor hatte ausgerechnet der frühere Lauterer Publikumsliebling Erwin Hoffer den unerwarteten Sieg beim Tabellendritten sichergestellt (31.).

"Ich lebe den Fußball"

Zwar gab Reck zwischendurch auch zu Protokoll, dass er sich "den Sieg in der letzten Woche gewünscht" hätte, um Büskens den Job zu retten: "Dann würde ich jetzt im Mannschaftsbus sitzen und mit zu Hause telefonieren, anstatt Fragen der Journalisten zu beantworten."

Doch dann rührte der beförderte Torwartcoach wieder die Werbetrommel für sich selbst.

"Ich lebe den Fußball, ich leide ein Spiel mit", sagte der frühere Torwart von Werder Bremen mit viel Pathos.

Trainerjob auf Abruf

Reck weiß, dass er den Trainerjob eigentlich nur auf Abruf inne hat.

Nur zwei weitere Siege in den beiden ausstehenden Partien vor der Winterpause (bei Energie Cottbus und gegen den 1. FC Köln) können die Klub-Verantwortlichen vielleicht doch noch davon abhalten, den heiß gehandelten Holger Stanislawski zu verpflichten.

Um Stärke zu zeigen, gab Reck sogar bei der Personalie Fabian Giefer die Richtung vor.

"Er war hier überragend. Wir werden den Teufel tun, ihn in der Winterpause abzugeben. Er ist ein wichtiger Baustein der Mannschaft", sagte der gebürtige Frankfurter über seinen Torwart, der mit Schalke 04 in Verbindung gebracht wird.

Da der Vertrag Giefers im Sommer ausläuft, würde nur ein Wechsel im Januar Geld in die Kassen der Fortuna spülen.

Auch nach der Winterpause mit Giefer

"Ich bin sehr sicher, auch nach der Winterpause für die Fortuna zu spielen", sagte Giefer: "Der Sieg gibt uns Rückenwind. In den zwei Wochen bis zur Winterpause müssen wir uns richtig auskotzen und alles aus uns rausholen."

Siegtorschütze Hoffer meinte verschmitzt lächelnd: "Ich freue mich schon, dass ich mein erstes Saisontor hier gemacht habe".

Kaiserslautern kassierte gegen die zuvor drittschlechteste Auswärtsmannschaft der Liga ihre erste Heimniederlage. Nach der zweiten Punktspielpleite in Folge beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Köln bereits fünf Punkte.

Trainer Kosta Runjaic hält aber nichts von Panikmache. "Es bleibt bei unserem Anspruch, am Ende ganz oben zu sein", sagte der Coach.

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