Düsseldorf sieht sehnsüchtig dem Ende eines Seuchenjahres entgegen. Die Suche nach dem Nachfolger für Büskens beginnt hektisch.

[kaltura id="0_4rkhk1vj" class="full_size" title=""]

Düsseldorf - Das Seuchenjahr 2013 ist für Fortuna Düsseldorf mehr als nur ein kleines bisschen Horror-Show.

Nach dem Absturz aus der Bundesliga, dem äußerst zähen Trennungsprozess von Trainer Norbert Meier und dem Sturzflug auch eine Etage tiefer ist jetzt auch noch das bejubelte Experiment gescheitert, mit einem alten Helden wieder nach oben zu kommen.

Mike Büskens wurde nach dem 0:2 gegen den Karlsruher SC entlassen (BERICHT: Werner bedauert Büskens-Aus) - und die Suche nach einem Nachfolger beginnt hektisch.

Plan B liegt nicht in der Schublade

Die Fortuna starte bei Null, es gebe "keinen Plan B", sagte Manager Wolf Werner, den viele Fans angesichts der verfehlten Personalpolitik am liebsten bereits jetzt mit vom Hof scheuchen würden.

"Wir haben bis zum Schluss volles Vertrauen in unseren Trainer gehabt und nicht mit anderen Trainern gesprochen. Wir haben jetzt einige Tage Zeit, eine Lösung zu finden", sagte der 71-Jährige, der bis März die Geschäfte an seinen Nachfolger Helmut Schulte übergeben wird. Am 9. Dezember spielt die Fortuna beim 1. FC Kaiserslautern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Viele Namen kursieren nun. Holger Stanislawski ist immer dabei, aus gemeinsamen Zeiten mit Schulte beim FC St. Pauli gibt es aber Differenzen. "Stani" ist also auch kein klarer Favorit.

Welcher Trainertyp passt?

Es stellt sich die Frage, was die zutiefst verunsicherte, spielerisch zuletzt enorm schwache Mannschaft braucht: Einen alten Haudegen? Einen jungen Konzepttrainer? Einen Feuerwehrmann? Thomas Schaaf? Zunächst haben Torwarttrainer Oliver Reck und Co-Trainer Uwe Klein die Trainingsleitung übernommen.

Büskens schien eigentlich perfekt zu passen. Ein "Düsseldorfer Jong", geboren an der Keimzelle des Vereins in Flingern, ein Ex-Profi der Fortuna, einst Koch-Lehrling beim Vater des früheren F95-Torjägers Michael Preetz.

Das Projekt scheiterte mit Pauken und Trompeten - Büskens beging taktische Fehler, Aufstellungen und Auswechslungen wirkten für Insider teils wirr, das System und die Mannschaft bildeten keine Einheit.

Zu lange gewartet

"Am Ende haben wir schlicht zu wenig Punkte", sagte Werner. Auch die Pro-Büskens-Kampagne des Klubs im Internet: Makulatur.

Unter dem Schlagwort "standtogether" hatte die Fortuna den Fans zu vermitteln versucht, sie werde trotz verheerender Ergebnisse wie dem 1:6 zu Hause gegen den SC Paderborn am Trainer festhalten. Die Entlassung kam für viele dann zu spät - wie schon bei Vorgänger Norbert Meier.

Nun läuft die Suche, in Abstimmung mit Schulte, der zu Jahresbeginn von Rapid Wien an den Rhein wechseln wird. Werner also ist quasi machtlos - auch das ein Ausdruck der Führungslosigkeit bei der Fortuna, die zudem bei der Suche nach einem neuen Vereinschef stagniert. Der Vorstandsvorsitzende Peter Frymuth wird Vize-Präsident beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Personalpolitik zündet nicht

So kommt vieles zusammen. Neuzugänge mit gutem oder zweifelhaftem Ruf schlugen nicht ein (Dustin Bomheuer, Erwin Hoffer, Aristide Bance), Stützen standen nicht mehr zur Verfügung (Robbie Kruse, Jens Langeneke), Spieler, die ordentliche Bundesliga-Spieler waren, erscheinen plötzlich zu schwach für die 2. Liga (Adam Bodzek, Axel Bellinghausen).

Hinzu kommen Verletzungen (Lewan Kenia, Heinrich Schmidtgal). Generell wurde offenbar die Qualität eines Kaders überschätzt, der in der Bundesliga-Rückrunde nur neun Punkte geholt hatte.

33 Punktspiele hat die Fortuna 2013 bestritten - gewonnen hat sie sieben (insgesamt 28 Punkte). Ein wahres Seuchenjahr. Die Angst vor einem Sturzflug aus der Bundesliga in die 3. Liga, wie ihn die Fortuna bereits 1992 bis 1993 hingelegt hat, ist die nächste Horror-Vision. Die Rheinländer liegen auf dem 15. Tabellenplatz.

Weiterlesen