SPORT1-Experte Christian Beeck schwärmt in seiner Kolumne vom FC und Union Berlin und muss sich über 1860 München nur wundern.

Hallo Zweitliga-Freunde,

das Trio ganz oben in der Tabelle ist für mich ein Sextett. Da gehört das eine oder andere Team ebenfalls dazu, das derzeit nicht ganz so im Fokus steht.

Die Düsseldorfer sehe ich noch dabei, St. Pauli, Kaiserslautern und als Überraschung den FSV Frankfurt. Momentan haben die drei Klubs an der Tabellenspitze bisher am besten gespielt und stehen verdient da oben, aber die Saison ist noch lange.

Wenn man ein Mal nachlässt, geht es schon in die andere Richtung. Am Freitag spielt Energie Cottbus gegen Union Berlin und meine "Eisernen" haben in der Lausitz noch nie gewonnen.

Die Cottbuser können mit einem Sieg wieder den richtigen Anschluss finden, denn sie haben ganz klar das Zeug dazu. Union ist allerdings stabiler, weil sie bisher disziplinierter und fehlerfreier gespielt haben.

Das ist ein Derby, da geht es immer heiß her, da wird es für Union nicht leicht zu gewinnen, obwohl ich sagen muss, dass die Chance aufgrund der Situation sehr groß scheint.

[image id="8a476848-63c7-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Dass Union stabil oben dabei ist, überrascht mich überhaupt nicht. Der Verein hat eine ganz klare Handschrift, die Protagonisten sind die letzten Jahre gleich geblieben, die handelnden Personen reflektieren sich intensiv, beschäftigen sich sachlich und sehr verantwortungsvoll mit den Dingen und agieren nicht oberflächlich.

Das ist die Performance seit 2005 und dazu kann man nur gratulieren.

Der Transfer Uwe Neuhaus war für Union Gold wert. Man sieht zur Zeit in Nürnberg, wie schwierig es ist, so eine sensible Position wie die des Trainers zu besetzen.

Mein persönlicher Favorit in der Liga sind die Kölner, auch wenn mein Ex-Kollege Jörg Schmadtke das nicht so gerne hört, aber sie sind von der Qualität her und vom Trainer Peter Stöger prädestiniert für den Aufstieg.

Auch die Fürther mit ihrer guten taktischen Einstellung gehören zu den Favoriten. Alle anderen Teams fehlt im Moment die letzte Abgezockheit für die ersten Ränge.

1860 München bleibt scheinbar ein Tollhaus. Ich dachte, nachdem der neue Präsident Gerhart Mayrhofer begonnen hat, dass endlich Ruhe einkehrt und eine Struktur gefunden wird, aber dann hört der Geschäftsführer Robert Schäfer auf, dann sieht man den Präsidenten öfter im Fernsehen, als er Amtszeit hat.

Das fördert Unruhe.

Jedes Gespräch mit dem Investor wird nach außen getragen. Das macht wenig Sinn.

Warum guckt man sich das nicht bei den Großen ab, nicht bei den Bayern, weil das ein ganz anderes Thema ist, aber bei Leverkusen oder Nürnberg, wo seit Jahren ruhig und nachhaltig gearbeitet wird? Wenn das so weitergeht, wird es wieder nichts mit dem Aufstieg.

Die "Löwen" haben mit Friedhelm Funkel nun einen sehr erfahrenen Trainer, der dem Verein mit seiner Ruhe gut tut, aber daran müssen sich nun alle ebenfalls halten.

Damit diese gut zusammengestellte Mannschaft ohne Ablenkung nachhaltig intensiv arbeiten kann. Schauen wir mal, welche Ideen uns die Löwen in der Zukunft dazu weiter präsentieren werden...

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert der 41-Jährige ab dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

Weiterlesen