Seit der Saison 2011/12 spielt Dynamo Dresden wieder in der Zweiten Liga © getty

Kein Sieg, eine stockende Trainersuche und mangelnder Zusammenhalt in der Mannschaft - in Dresden stapeln sich die Probleme.

Hamburg - Unglücksrabe Cristian Fiel war der erste Dresdner, der sich nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Manuel Gräfe aus Berlin ausgepumpt und demoralisiert zu Boden fallen ließ.

"Wenn ich meinen Elfmeter verwandle, gewinnen wir, jetzt bin ich der Depp", klagte der Deutsch-Spanier.

Zehn Minuten vor Schluss scheiterte der Mittelfeldspieler beim Stand von 1:1 an St. Paulis Torhüter Philipp Tschauner, die erneute Führung war dahin - und auch der erste Auswärtssieg nach mehr als einem Jahr (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Talfahrt geht weiter

Stattdessen verloren die Sachsen beim FC St. Pauli 1:2 (0:0), auch Interimscoach Steffen Menze konnte die sportliche Talfahrt des Zweitliga-Schlusslichts nicht stoppen.

Millerntor-Gast Ralph Hasenhüttl dürfte ins Grübeln gekommen sein, ob die Nachfolge von Peter Pacult als Dynamo-Cheftrainer eine gute berufliche Perspektive für ihn ist.

Wenn man Menze, im Hauptberuf Sportlicher Leiter in Dresden, glauben darf, eher nicht: "Unseren neuen Trainer erwartet ein schwerer Job. Auf Sicht gesehen werden bei uns Probleme bleiben." Das klingt nicht gerade ermutigend.

Mangelnde Kampfbereitschaft

Eine reine Zweckgemeinschaft sei die Dynamo-Truppe, verlautete zuletzt mehr als einmal aus der Elbmetropole, es fehle an Zusammenhalt und Kampfbereitschaft.

Spätestens während der Länderspielpause Anfang September will sich Menze aber wieder ganz auf seinen Schreibtisch-Job konzentrieren können, neben Hasenhüttl soll es bereits Gespräche auch mit Kosta Runjaic gegeben haben. "Wir werden die Trainerfrage in Ruhe abarbeiten", sagte Menze.

Ganz so ruhig und gelassen sieht so mancher Dynamo-Profi die Zukunftsaussichten seines Klubs nicht. "Ein solches Ergebnis hier bei St. Pauli ist in unserer Situation brutal", sagte Abwehrspieler Sebastian Schuppan.

Kellerduell gegen Ingolstadt

Teamkollege Benjamin Kirsten ergänzte: "Wir müssen jetzt einfach weitermachen und jedes Spiel nehmen, wie es kommt."

Und es kommt bereits am Sonntag (ab 13.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER).

Vor eigenem Publikum gegen den Tabellennachbarn FC Ingolstadt, mit nur einem Sieg und vier Niederlagen ebenfalls miserabel in die neue Saison gestartet.

Schuppan ist sich der Brisanz dieser richtungweisenden Begegnung durchaus bewusst: "Ein Kracherduell, in dem wir unbedingt die Punkte in Dresden behalten müssen."

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