Steffen Menze (2.v.l.) begann seine Trainerkarriere 2004 bei Kickers Offenbach II © getty

Vor dem Spiel beim FC St. Pauli erklärt Dynamos Menze bei SPORT1 die Krise bei den Sachsen. Der Gegner hat dennoch Respekt.

Von Reinhard Franke

München - Dynamo Dresden leidet.

Erst die 0:3-Klatsche gegen den FSV Frankfurt, dann die Entlassung von Chefcoach Peter Pacult und nun jede Menge Unruhe im Umfeld.

Der Weg aus der Krise soll nun über Hamburg führen.

Beim FC St. Pauli soll heute (ab 19.45 Uhr im TV auf SPORT1, LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) der erste Dreier her. Und danach relativ schnell dann auch ein Nachfolger für den geschassten Pacult gefunden werden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Trainer? "So schnell wie möglich"

"Ich denke, dass wir so schnell wie möglich zum Zuge kommen sollten, um uns in der Entscheidung dahin zu bewegen eine Lösung zu finden", sagt Steffen Menze im Gespräch mit SPORT1.

Der 44-Jährige ist eigentlich Sportchef bei den Sachsen. Derzeit allerdings auch Interimstrainer - mit einer schwierigen Aufgabe. Er muss Siege holen und für Ruhe sorgen.

"Es geht darum, schnellstmöglich einen Alltag zu finden und eine normale Leistung auf dem Platz zu zeigen", meint Menze: "Die Sturmböen sind sehr zeitig in der Saison über uns herüber gezogen. Das ist keine willkommene Situation."

Man kennt das in Dresden. Schon in der vergangenen Saison reichte es nur über die Relegationsspiele zum Klassenerhalt

Als Außenseiter nach Hamburg

"Uns fehlen ein paar Pünktchen, um richtig Ruhe zu haben und daher haben wir leider eine gewisse Drucksituation", sagt Menze, der sich für seine derzeitige Doppelfunktion gut gerüstet sieht:

"Ich bearbeite diese Geschichte als Trainer und das mache ich mit aller Konsequenz. Wichtig ist es, die Mannschaft gut vorzubereiten. Das ist bisher ordentlich abgelaufen."

Dennoch fährt Dynamo mit einer gehörigen Portion Respekt nach Hamburg: "Wir wissen, dass St. Pauli in der Favoritenrolle ist."

Seitenhieb gegen Pacult

Dann kann sich Menze einen kleinen Seitenhieb in Richtung Pacult nicht verkneifen: "Die Leistungsbereitschaft war im letzten Spiel unter dem alten Trainer nicht mehr gegeben. Die Mannschaft ist in der Pflicht."

Über das Aus von Pacult will Menze nicht mehr viele Worte verlieren. Dafür hat sich der entlassende Österreicher zuletzt mehrmals zu Wort gemeldet. Er habe keine richtige Chance erhalten, beklagte Pacult.

In Dresden nimmt man dies wahr, richtet den Blick hingegen nach vorn.

Erwartungen an Pacult-Nachfolger

"Wir haben ein paar Geschichten aus der Vergangenheit zu bewältigen und haben nach wie vor auf der Agenda mittelfristig die Zweite Liga zu sichern", sagt Menze:

"Es wäre schön, wenn wir nach der letzten spannenden Saison einen Schritt nach vorne kommen würden, was die Stabilität betrifft. Aber im Moment sieht es noch nicht danach aus."

Sorgen um den Verein mache er sich aber nicht: "Sorgen mache ich mir nur, wenn ich unsere letzten beiden Spiele gesehen habe, da sind wir weit weg von dem, was wir im Stande sind zu leisten. Das wiederzufinden, ist die Aufgabe des neuen Trainers."

Frontzeck sieht Gefahr

Menzes Gegenüber, St. Paulis Coach Michael Frontzeck, hat solche Probleme derweil nicht - obwohl seine Mannschaft mit bisher fünf Punkten auch nicht unbedingt glänzend dasteht.

"Wir haben mit Dynamo Dresden jetzt eine sehr schwierige Aufgabe vor uns - auf Grund der Tatsache, dass dort ein Trainerwechsel war", sagt Frontzeck zu SPORT1.

Dynamo sei daher eine "Wundertüte".

"Ich habe gesehen, dass Dynamo gegen Köln und in Bochum richtig gute Partien abgeliefert hat. Dresden gehört eigentlich nicht da unten hin. Ich weiß nicht, was da nicht stimmt und was sie nicht abrufen können. Ich hoffe nur nicht, dass sie es gegen uns abrufen", meint der Trainer.

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