Danny da Costa (l.) wurde beim Auswärtsspiel gegen 1860 München rassistisch beleidigt © imago

Nach dem Rassismus-Skandal reagiert der FCI vor dem Bielefeld-Spiel. Sechzig-Boss Schäfer spricht bei SPORT1.fm Klartext.

Von Raphael Weber und Alexandra Seibold

München - Knapp eine Woche ist der Rassismus-Skandal um Danny da Costa beim Oberbayern-Derby zwischen 1860 München und dem FC Ingolstadt her - jetzt steht für beide Klubs wieder Fußball auf dem Programm.

Doch sowohl 1860 vor dem Gastspiel in Paderborn (So., 13.15 im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) als auch Ingolstadt vor dem Freitagsspiel gegen Arminia Bielefeld (Fr. ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) stehen noch unter dem Einfluss der Geschehnisse.

Nur eine Farbe - "und die ist blau"

1860-Geschäftsführer Robert Schäfer verurteilte die Anfeindungen und versicherte im Interview bei SPORT1.fm, dass der Verein mit jeglicher Härte gegen derlei Vergehen vorgehen wird ? mit Stadionverbot, Hausverbot und gegebenfalls Regressansprüchen.

Bei den "Löwen" gebe es nur eine Farbe - "und die ist Blau!"

Slogan gegen Rechts

Die Ingolstädter setzten nach den rassistischen Ausfällen gegen da Costa ein Zeichen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Rechts außen? Nur im 4-3-3!" wird vor der Partie gegen Bielefeld als Schriftzug auf den Aufwärmtrikots der Schanzer stehen.

Gunesch prangert Rassismus an

Beim 0:1 von 1860 München gegen den FCI war der Ingolstädter Danny da Costa rassistisch beleidigt worden. Teamkollege Ralph Gunesch prangerte die Diffamierungen mit deutlichen Worten bei Facebook an.

Durch das konsequente Handeln der Ordnungskräfte wurde Zuschauer identifiziert vom Verein für sein Verhalten angezeigt.

Dass der Schuldige noch versuchte, zu flüchten, nachdem ihn die Sicherheitskräfte ausfindig gemacht hatten, brachte Schäfer zusätzlich in Rage: "Diese Feigheit ist so typisch".

"Keine Löwenfans"

1860 sehe sich dem Thema Rassismus ausgesetzt, erklärte der Geschäftsführer: "Ich glaube, es gibt eine rechte Szene in München und ich glaube diese rechte Szene versucht sich 1860 München zu bedienen."

Dem wirkt der Verein entgegen. In einer Pressemitteilung zu den Vorfällen gegen da Costa stellte Schäfer klar: "Jeder Fall dieser Art ist ein Fall zu viel. Personen mit solchem Gedankengut sind keine Löwenfans. Wir wollen sie weder bei uns im Verein noch bei uns im Stadion haben."

Guneschs Facebook-Post hat im übrigen mittlerweile fast 12.000 Likes und zeigt dass sich fast alle in einem Punkt einig sind: Rassismus gehört nirgendwohin - auch nicht ins Fußballstadion.

Weiterlesen