Peter Pacult hatte Dresden im Dezember 2012 übernommen © imago

Nach der Heimpleite gegen Frankfurt zieht Dynamo die Konsequenzen aus dem Fehlstart. Der Sportchef übernimmt als Interims-Coach.

Von Martin Hoffmann und Sebastian Mittag

Dresden/München - Nach dem Abpfiff klang es bei Peter Pacult noch ein wenig so, als hätte er eine ganz normale Niederlage hinter sich.

"Wir haben einige Änderungen vorgenommen", sagte der Trainer von Dynamo Dresden nach der 0:3-Heimpleite gegen den FSV Frankfurt ins SPORT1-Mikrofon (Bericht): "Diese sind aber nicht so aufgegangen wie wir uns erhofft haben."

Was nach der Niederlage und dem Absturz auf Platz 17 passiert, ist wohl auch nicht das, was Pacult sich erhofft hat: Er muss gehen.

Hauptgeschäftsführer Christian Müller und Sportchef Steffen Menze hätten die Entscheidung bei einer Krisensitzung gemeinsam getroffen, berichtet der Klub.

Beurlaubung "unmittelbar" nach Spielschluss

"Unmittelbar" nach der Niederlage sei der Österreicher dann über seine Beurlaubung informiert worden. Die Krisensitzung kann nicht allzu lang gedauert haben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Nach den beiden desaströsen Heimniederlagen gegen Union Berlin und den FSV Frankfurt innerhalb von nur neun Tagen war die Trennung von Peter Pacult für uns unvermeidlich", so Müller.

Überraschend kommt die erste Trainerentlassung der neuen Saison nicht, zu viel hatte sich schon aufgestaut, lange bevor die Saison überhaupt losgegangen war.

Pacult hatte im Dezember 2012 den entlassenen Ralf Loose beerbt und nach langem Zittern in der Relegation den Klassenerhalt geschafft. Doch schon damals hatte der streitbare Coach nur bedingt Rückhalt im Klub.

Posse bei Relegations-Rückspiel

"Mit dem Klassenerhalt hat sich der Vertrag von Peter Pacult verlängert, mehr gibt es dazu nicht zu sagen", kommentierte Müller damals schmallippig.

Medien hatten zuvor gemeldet, dass Pacult nach dem Rückspiel gegen den VfL Osnabrück zurücktreten würde, egal wie es ausgehen würde.

Ein Klub-Insider soll das Gerücht gestreut haben, in der Hoffnung, dass es zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung wird.

Menze übernimmt vorerst

"Die unwürdige Situation, konkret die öffentlichen Spekulationen über die Person des Trainers am Rande des Relegationsrückspiels, hatten einen Riss entstehen lassen, der nur durch sportlichen Erfolg in der neuen Saison hätte gekittet werden können", erklärt Müller nun nach Pacults Beurlaubung.

Der sportliche Erfolg kam allerdings nicht: Nur zwei Punkte holten die Sachsen aus den ersten vier Partien.

Sportchef Menze - wegen seiner Transferpolitik selbst unter Beschuss geraten - betreut die Mannschaft bis auf weiteres als Interimstrainer, parallel soll er auch einen neuen Cheftrainer finden.

"Wir sind Peter Pacult insbesondere für den Klassenerhalt in der vergangenen Saison dankbar, der, obwohl erst in letzter Sekunde erreicht, untrennbar mit seiner Arbeit verbunden ist", hielt Menze noch fest:

"Die Situation, wie sie sich in den letzten beiden Heimspielen dargestellt hat, ließ uns jetzt aber keine andere Wahl."

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