Marco Kurz (r.) wurde seit März 2012 bereits zweimal als Cheftrainer entlassen © getty

Der FCI-Trainer steht bei seinem Ex-Verein in München schon unter gewaltigem Druck. Die Häuptlinge fehlen. Der Keeper motzt.

Von Eric Böhm

München - Am 4. Spieltag hat Marco Kurz schon das erste Schicksalsspiel vor der Brust.

Der Trainer des FC Ingolstadt steht vor dem oberbayerischen Lokalduell bei 1860 München (So., 13.15 Uhr auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) unter gewaltigem Erfolgsdruck.

Mit drei Pleiten und erst zwei Toren rangiert der vermeintliche Aufstiegsanwärter FCI am Ende der Tabelle. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sein früherer Verein - Kurz war für die Sechziger insgesamt neun Jahre als Spieler und Trainer aktiv - könnte nun für den Tropfen sorgen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Selbst ein Remis rettet Kurz den Job möglicherweise nicht.

"Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, werden sich mit aller Macht gegen die vierte Niederlage in Folge stemmen", vermutet Münchens Coach Alexander Schmidt.

Kein Rückhalt bei den Fans

Dabei hätte sich mit dem großen Autobauer im Rücken und namhaften Neuverpflichtungen wie Christian Eigler oder Tamas Hajnal der Blick nach oben richten sollen. ( 749962 DIASHOW: Aufstiegstipps der Zweitliga-Trainer )

Stattdessen ist schon früh wieder Abstiegskampf angesagt. Die Fans sind bereits frustriert. Keine 5.000 wollten die Heimpleite gegen den KSC sehen.

Kurz geht vor seinem Schlüsselspiel in die Offensive und wehrt sich gegen die Kritik: "Wir haben das KSC-Spiel kritisch gesehen, doch es ist falsch, alle drei bisherigen Liga-Spiele über einen Kamm zu scheren."

Keine Führungsspieler

In der vergangenen Woche hatte das noch anders geklungen, da hatte Kurz noch die Einstellung seinter Mannschaft in Frage gestellt.

Fakt ist: Es mangelt an Führungsspielern. Eigler und Hajnal haben zu viel mit sich selbst zu tun, der langjährige Kapitän Stefan Leitl wurde vom Hof gejagt. Der erfahrene Verteidiger Andre Mijatovic laboriert noch an einem Mittelfußbruch.

"Ich mache mir Sorgen. Andere raufen sich nach Rückschlägen zusammen und werden eine Mannschaft. Wir aber machen immer wieder einen Schritt zu wenig. Ich habe wirklich keinen Bock, im Winter schon wieder ein Aufholjagd-Projekt aus dem Boden stampfen zu müssen", wetterte Torhüter Ramazan Özcan im "kicker".

"Löwen" schauen nach oben

Ganz anders sieht die Gemütslage bei den "Löwen" aus. Nach vielen Krisen in den vergangenen Jahren wäre bei einem Sieg sogar der Sprung auf Rang zwei drin.

"Das Selbstbewusstsein ist da, wir wissen aber auch, dass wir das Glück nicht überstrapazieren dürfen", lobt Schmidt und erinnert an den recht glücklichen Sieg bei Fortuna Düsseldorf:

"Die Mannschaft hat sich bei der Fortuna in jeden Ball geworfen, bis zum Schluss gekämpft und sich das Glück hart erarbeitet. Ich bin frohen Mutes, dass wir den Schwung mitnehmen und Ingolstadt richtig einheizen."

Einen Derby-Sieg gibt es für die leidgeprüften Anhänger der Blauen schließlich nicht jede Woche zu feiern. Die Vorraussetzungen sind gut: Die Münchner haben noch nie gegen Ingolstadt verloren (vier Siege, vier Unentschieden).

SPORT1 hat die Fakten zu den weiteren Partien des 4. Spieltags:eingreifen.

Energie Cottbus - VfR Aalen

Cottbus blieb zuletzt dreimal ungeschlagen (inklusive DFB-Pokal/zwei Siege, ein Unentschieden).

Aalen feierte beim jüngsten 1:0 in Aue seinen ersten Saisonsieg und sein erstes Saisontor. (Vorsaison: 1:1 und 1:1) (So., ab 13.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER)

Dynamo Dresden - FSV Frankfurt

Dresden wartet noch auf seinen ersten Saisonsieg (zwei Unentschieden, eine Niederlage), erzielte aber in jedem seiner bisherigen drei Spiele jeweils einen Treffer.

Frankfurt feierte beim jüngsten 1:0 gegen Bochum seinen ersten Saisonsieg. (Vorsaison: 2:1 und 1:3) (So., ab 13.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER)

Union Berlin - Fortuna Düsseldorf

Union feierte mit dem jüngsten 3:1 in Dresden seinen ersten Saisonsieg.

Düsseldorf blieb zuletzt dreimal sieglos (inklusive DFB-Pokal/ein Unentschieden, zwei Niederlagen). Von den bislang 16 Duellen mit Union gewann Düsseldorf sieben (ein Unentschieden, acht Niederlagen). (Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER)

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