Frank Kramer (r.) hat bei Greuther Fürth einen Vertrag bis 2015 unterschrieben © getty

Der Fürther Trainer wechselt mit zwei Jokern auch zwei Tore ein. Die Franken behalten nach vier Siegen in Folge ihre weiße Weste.

Karlsruhe - Frank Kramer hatte wieder einmal den richtigen Riecher.

Der Trainer von Greuther Fürth brachte im Spitzenspiel beim starken Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC in der 71. Minute Stürmer Dominick Drexler, und der bedankte sich eine Viertelstunde später mit dem Siegtreffer zum 2:1 (Bericht). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schon beim 2:1 in der Woche zuvor gegen den 1. FC Kaiserslautern hatte Kramer ein gutes "Goldhändchen" bewiesen, als er Ognjen Mudrinski brachte und der Serbe ebenfalls das Siegtor erzielt. ( 749962 DIASHOW: Aufstiegstipps der Zweitliga-Trainer ).

Die Spielvereinigung hatte es vor allem ihrer gnadenlosen Effektivität zu verdanken, dass sie nach vier Spielen mit der Maximalausbeute von zwölf Punkten souveräner Tabellenführer in Liga 2 sind.

Spielerisch hapert es

Spielerisch jedoch haperte es noch. Das hatte auch Kramer erkannt. "Wir haben uns zumindest in der zweiten Halbzeit ins Spiel reingebissen. Im ersten Durchgang waren wir zu behäbig und hatten zu wenig klare Aktionen Richtung Tor.

Es fehlte die spielerische Linie. Letztendlich haben wir die drei Punkte erzwungen, ohne eine tolle spielerische Leistung abgeliefert zu haben", sagte der Coach.

Minimalistische Gäste

Ganze dreimal schossen die Gäste auf das Karlsruher Tor, zweimal zappelte der Ball im Netz. Nachdem Michael Vitzthum den KSC in der 39. Minute per Bogenlampe in Führung geschossen hatte, erzielte Fürths Innenverteidiger Kevin Kraus das 1:1 (75.).

Dann traf der Joker. "Das ist die Kaltschnäuzigkeit, die eine Spitzenmannschaft wie Fürth auszeichnet", sagte KSC-Trainer Markus Kauczinski anerkennend.

Wie Trainer Kramer relativierte aber auch Greuthers Routinier Mergim Mavraj den Ausgang: "Der KSC hat einen richtig guten Ball gespielt, wir hatten lange zu wenig Mut. Es war ein sehr, sehr glücklicher Erfolg."

Drexler strahlt am Ende

Besonders glücklich war der Siegtorschütze. Dominick Drexler strahlte nach dem Abpfiff über das ganze Gesicht. "Das war ein Riesengefühl nach dem 2:1. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit gesteigert.

Vor meinem Tor wollte ich eigentlich mit einem Teamkollegen einen Doppelpass spielen, aber der Ball prallte von einem gegnerischen Bein zu mir zurück. Egal, drin war er dann", beschrieb Drexler sein Ping-Pong-Tor.

Fürths Keeper Wolfgang Hesl konnte dem Ergebnis nach diesem Spielverlauf noch etwas Gutes abgewinnen: "Wir haben zumindest etwas aus der Bundesliga mitgenommen: Letzte Saison hätten wir bestimmt noch verloren. Allerdings sollten wir eine solche Leistung nicht allzu oft wiederholen."

Am Ende mit leeren Händen

Groß war die Enttäuschung beim Karlsruher SC. Die Badener stellten das bessere Team, standen aber am Ende mir leeren Händen da. Und das trotz eines halben Dutzends guter Gelegenheiten.

Die mangelnde Chancenverwertung war KSC-Trainer Markus Kauczinski ein Dorn im Auge: "Wir haben eine gute Leistung abgeliefert, die einen Punkt verdient gehabt hätte. Wir haben allerdings aus vielen guten Chancen zu wenig gemacht. Da hat es uns am Killerinstinkt und an der Kaltschnäuzigkeit gefehlt."

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