Franco Foda wurde zwei Mal österreischischer Meister mit SK Sturm Graz © getty

Vor dem Hit in Fürth spricht Lauterns Trainer Franco Foda im SPORT1-Interview über die FCK-Entwicklung und Talent Zoller.

Von Reinhard Franke

München - Es ist das Duell Zweiter gegen Dritter. Wenn am Montag Greuther Fürth den 1. FC Kaiserslautern empfängt (JETZT LIVE im TV auf SPORT1, LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER), dann treffen die beiden Teams aufeinander, die zum ganz engen Kreis der Aufstiegskandidaten zählen.

Für Franco Foda ist es die zweite Saison als Trainer bei den "Roten Teufeln" und der 47-Jährige kann auf ein spannendes Jahr zurückblicken, in dem man erst in der Relegation knapp am Aufstieg scheiterte. Wenn es nach dem gebürtigen Mainzer geht, soll es in dieser Saison der direkte Wiederaufstieg sein.

Die Zeichen dafür stehen gut. Dem FCK gelang ein Traumstart in die neue Runde mit zwei Siegen in zwei Spielen. Vor dem Spiel bei den "Kleeblättern" spricht Foda im SPORT1-Interview über den Traum vom Aufstieg und Kaiserslauterns Favoritenrolle.

SPORT1: Herr Foda, ein Trainer ist ja eigentlich selten komplett zufrieden. Dennoch die Frage: Wie nah sind Sie dran am Zustand der kompletten Zufriedenheit nach sechs Punkten aus zwei Spielen?

Franco Foda: Richtig, ein Trainer sieht immer, was man besser machen kann und muss. Wir haben eine sehr gute Vorbereitung gespielt, nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Art und Weise wie wir aufgetreten sind. Es gab in den ersten Spielen sehr gute Momente, aber es gab natürlich auch noch viel Leerlauf, woran wir weiter arbeiten müssen ( 749962 DIASHOW: Aufstiegstipps der Zweitliga-Trainer ).

SPORT1: Konkret?

Foda: Wir müssen zum Beispiel nach einem Ballverlust den Gegner sofort wieder unter Druck setzen. Das müssen wir uns weiter im Training erarbeiten: Dass wir über 90 Minuten Gas geben und dass der Gegner immer weiß, dass wir da sind.

SPORT1: Was sind die Hauptgründe für die neue Geschlossenheit beim FCK und das homogene Auftreten bisher?

Foda: Auch in der Vorsaison haben wir vieles richtig und gut gemacht, sonst wären wir nicht Dritter geworden und hätten nicht die in der Relegation die Chance auf den Aufstieg gehabt. Dennoch haben wir eine Analyse der Vorsaison vorgenommen und unsere Lehren gezogen. Das Problem im Fußball ist, dass man immer wenig Zeit hat. Man muss versuchen, schnell eine Mannschaft zu formen, man braucht Punkte, das bringt eben der Sport mit sich. Wichtig ist aber, dass man trotz alledem eine gewisse Kontinuität reinbekommt.

SPORT1: Wie sieht die beim FCK aus?

Foda: Wir haben mit der langfristigen Verpflichtung von Chris Löwe schon im Winter den ersten Schritt gemacht. Wir mussten nicht in der Verteidigung wechseln, das ist schon mal eine wichtige Basis. Nun haben wir Spieler geholt, wie Alexander Ring, der viel Potential und einen Vier-Jahres-Vertrag hat, Marcel Gaus mit Potential, Karim Matmour, der länger bei uns ist oder auch Olivier Occéan. Jetzt haben wir sicher schon für die Zukunft einen Grundstock gelegt. Das bedeutet Kontinuität.

SPORT1: Vor allem die Neuen fügen sich nahtlos ein. Wie überrascht sind Sie?

Foda: Gar nicht. Wir haben über die gesamte Vorbereitung sehr viel Wert auf diese Prozesse gelegt. Ich weiß aber auch, dass viele Spieler sehr spät zu uns gekommen sind, dass sie noch Zeit brauchen, damit wir einen ausgeglichenen Fitnessstand haben und sich auf und neben dem Platz die Automatismen einspielen.

SPORT1: Simon Zoller und Gaus scheinen diese Automatismen schnell verinnerlicht zu haben.

Foda: Beide Spieler haben ihr Potential angedeutet und sich gut präsentiert. Aber generell müssen auch beide noch viel lernen. Natürlich ist es toll, dass Simon Zoller drei Tore erzielt hat, aber ein Trainer beurteilt einen Spieler nicht nur nach den Toren. Ich bin mit der Entwicklung beider Spieler sehr zufrieden, aber beide haben auch noch Verbesserungspotential.

SPORT1: Der FCK gilt bei den Experten als Topfavorit. Wie sehen Sie es?

Foda: Generell ist es so, dass es sieben oder acht Mannschaften gibt, die die gleichen Ambitionen haben wie wir. Dazu zähle ich die zwei Absteiger Düsseldorf und Fürth sowie Köln, 1860 München, St. Pauli und Bochum. Insofern gehört der FCK als Traditionsverein natürlich auch dazu. Wir werden immer mit zu den Favoriten gezählt, damit können wir umgehen. Aber wir wissen auch, dass es eine sehr ausgeglichene Saison werden wird. Es gibt wahrscheinliche keine Mannschaft wie Hertha BSC im letzten Jahr, die über allen steht (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

SPORT1: Was hat das Team aus der letzten Saison gelernt? Spiele wie das in Paderborn (1:0, Anm. d. Red.) wären letztes Jahr auch mal Remis ausgegangen.

Foda: Grundsätzlich greifen solche Ansätze viel zu kurz. Wir befinden uns in einem umfassenden Prozess und wollen langfristig eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen. Ich beschäftige mich lieber mit dem hier und jetzt und da befinden wir uns auf einem sehr guten Weg.

SPORT1: Am Montag kommt es zum Top-Spiel in Fürth. Wie geht man es an?

Foda: Fürth zählt als Bundesliga-Absteiger zu einem der Favoriten auf den Aufstieg. Wir haben sie intensiv beobachtet und wissen, dass die Angriffsreihe um Stieber, Weiland, Azemi und Djurdjic gute Qualität hat. Aber wir wissen auch um unsere Stärken und die wollen wir aufs Feld bringen.

SPORT1: Wie schätzen Sie die Fürther in diesem Jahr ein?

Foda: Die Fürther verfügen über einen ausgeglichenen Kader und gute Strukturen im Verein. Sie haben ihre Stärken im Offensivspiel und ich denke, unsere Begegnung könnte ein attraktives Fußballspiel werden. Auf die Saison gesehen wird Fürth sicher vorne mitspielen.

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