Alexander Schmidt (l. in der SPORT1-Montage mit Motörhead-Sänger Lemmy) hat Vertrag bis 2015 © getty

Die "Löwen" wollen die Liga rocken - auch in Düsseldorf. Trainer Schmidt erklärt bei SPORT1.fm die neuen Töne des Präsidenten.

Von Reinhard Franke

München - Pop war gestern, jetzt soll bei 1860 München endlich gerockt werden. Es ist noch gar nicht so lange her, da ertönte bei Heimspielen der "Löwen" in der Allianz Arena aus den Lautsprechern der Hit "Let's Get Loud" von Jennifer Lopez.

Dieser Song wurde vor allem dann gespielt, wenn Sechzig-Stürmer Benny Lauth ein Tor erzielte. Gut, die ganz große Zeit der Sängerin ist wohl vorbei, was böse Zungen und selbst eingefleischte 1860-Fans inzwischen auch über Lauth sagen.

Lauth muss kämpfen

Der Stürmer wurde in der Sommerpause zur tragischen Figur bei den Münchnern. Erst verlor der gebürtige Haushamer sein Kapitänsamt an Guillermo Vallori und dann war er auch noch seine Stammplatzgarantie los.

Im ersten Spiel beim FC St. Pauli (0:1) schmorte Lauth 75 Minuten auf der Bank. Das harte Dasein eines Reservisten? Das kannte der 32-Jährige bis dahin so gar nicht. Zuletzt durfte er wieder ran. Und traf in der Liga und im Pokal zwei Mal. Doch zu sicher kann sich Lauth nicht sein.

Vier sehr starke Stürmer

"Wir haben mit Hain, Wood, Friend und Lauth vier sehr starke Stürmer, die alle ihre Qualitäten haben, da will ich keinen hervorheben. Jeder kann ein Spiel entscheiden", sagt 1860-Coach Alexander Schmidt im Gespräch mit SPORT1.fm.

Ob mit oder ohne Lauth in der Startelf, die Zeichen beim Münchner Traditionsverein sollen mit dem Spiel am Freitag bei Fortuna Düsseldorf (ab 18.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) endlich auf Fortschritt stehen. Mal wieder. Man will es in diesem Jahr endlich schaffen, will rauf in die Bundesliga.

Sportliches Mittelmaß

Beim Blick auf die Tabelle zuckt der "Löwen"-Fan aber zusammen. Unterm Strich steht aktuell wieder mal sportliches Mittelmaß.

Die Saison ist zwei Spieltage alt und die Bilanz der Sechziger: Ein Sieg, eine Niederlage, Platz neun. (DATENCENTER) Grund genug für den neuen Präsidenten Gerhard Mayrhofer etwas mehr einzufordern von der Mannschaft.

Brauchen die Löwen mehr Biss? Der Klub-Boss, seit Juli im Amt, will das Team von Schmidt in Zukunft nicht mehr als zahme Miezekätzchen über den Platz schlurfen sehen, sondern eben als echte "Löwen", die auf dem Platz etwas zerreißen. Nach dem Spiel am Millerntor forderte der neue Boss mehr Einsatz und Willen. Es seien nicht die "Löwen" gewesen, die er sich vorstellt, meinte Mayrhofer.

Motörhead-Image für 1860

Was also tun? Zuletzt forderte der Marketingfachmann, dass sich der Klub ein Motörhead-Image zulegen solle. Der 51-Jährige ist bekennender Fan der Heavy-Metal-Band um Frontmann Lemmy Kilmister.

Nun stellt sich der geneigte Fan die Frage: Bitte was meint er damit?

"Unser Präsident hat das sicher so gemeint, dass wir raus aus der Tristesse sollen und rein in das Laute und Frische", erklärt Schmidt.

"Wenn man als Präsident im ersten Spiel eine Premiere des eigenen Klubs sieht und hört dann am Millerntor noch AC/DC aus den Boxen, dann hat ihm das sicher imponiert und ihn auch gleich inspiriert."

Und Schmidt fügt hinzu: "Und ich finde es gut, wenn man dann so einen Gedanken hat, die ganze Sache ein bisschen verjüngen will und den Jungs das Ganze etwas schmackhaft machen will. So sehe ich den Vergleich mit der Musik."

Marke 1860 etwas wilder

Die Marke 1860 dürfe also gerne etwas wilder werden, meint der Präsident.

Platz neun, wohin geht also die Reise? Schmidt: "Ich glaube, dass der Präsident das mit dem Image in Bezug auf St. Pauli und Union Berlin meint. Da wird die Mannschaft von ihren Fans dermaßen gefeiert, egal, was passiert. Da ist immer Theater, da ist immer Stimmung, da ist immer Angriff."

"Man fällt brutal in ein Loch"

Und weiter: "Bei uns ist es schon so, wenn wir gewinnen ist alles super euphorisch, aber wenn wir verlieren, dann ist sofort alles ganz schlecht und man fällt brutal in ein Loch rein."

Man müsse einfach "ein Maß finden, dass wir uns da nicht so runterziehen lassen. Wenn wir mit unserem gewaltigen Potenzial alle an einem Strang ziehen, dann kann uns so schnell nichts aus der Bahn werfen." Das hat man aber die vergangenen Jahre auch schon mal gehört.

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