SPORT1-Reporter Fabian Greve schreibt über St. Paulis Dreifach-Torschützen Ginczek - und erkennt Potenzial zum Kultstatus.

Er war ganz klar der Mann des Spieltages!

Daniel Ginczek hat sich mit seinem ersten Dreierpack alle Schlagzeilen des Wochenendes gesichert. Das 3:0 gegen den FSV Frankfurt am Wochenende war nicht nur der erste Rückrundensieg, sondern gibt dem FC St.Pauli auch wieder etwas Luft im Abstiegskampf.

"Günni", wie er von seinen Teamkollegen genannt wird (auch wenn ihm selbst "Ginni" lieber wäre), hatte unter der Woche von Keeper Philipp Tschauner den Auftrag bekommen, sich an der Playstation warmzuschießen.

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"Call of Duty" (Ruf der Pflicht) heißt das Videospiel aus dem sogenannten Ego-Shooter-Genre. Ein reines "Ballerspiel", das laut Ginczek "ziemlich aggressiv macht und daher vor der Frankfurt Partie genau das Richtige war". Ein überlegter Lupfer, ein starkes Solo, ein klassischer Abstauber. Die Bilanz eines Topstürmers.

Dauerfeuer statt Ladehemmung. Endlich mal wieder. Nach nur einem einzigen Treffer der "Kiezkicker" in den fünf Spielen zuvor, hat diese Maßnahme eindrucksvoll gewirkt.

Nachdem Call of Duty beim Topstürmer zwei monatelang keine Rolle mehr spielte, wird es jetzt natürlich wieder ein fester Bestandteil der Vorbereitung. Von insgesamt 22 Toren des Kiezvereins gehen 10 auf das Konto von Daniel Ginczek. Die personifizierte Lebensversicherung im Abstiegskampf!

Leider ist "Günni" ja nur ausgeliehen von Borussia Dortmund. Wenn er so weiter knipst, wird er vermutlich zurückkehren müssen.

Vielleicht lässt sich der BVB dann ja auf einen Tausch mit Robert Lewandowski ein. Kleiner Thekenscherz aus dem "St. Pauli Treff" nach dem Spiel. Der Torjäger selbst würde gern am Millerntor bleiben, aber erstmal zählt auch für ihn nur der Klassenerhalt.

Alles andere, sprich: die Zukunft, liegt dann in den Händen von Borussia Dortmund. Ginczek würde perfekt zum "Kiezverein" passen, taugt absolut zum Publikumsliebling. Er identifiziert sich mit St. Pauli und dem Umfeld, bekommt Gänsehaut, wenn am Millerntor die Hell's Bells erklingen.

Ich bin mir sicher: "Günni" könnte nahtlos in die Fußstapfen anderer "Stürmerlegenden" wie Franz Gerber, Sonny Wenzel, Martin Driller, Nico Patschinski oder Marius Ebbers treten.

Immer schön die Playstation anwerfen, "Call of Duty" einlegen und weiterballern. Dann klappt's auch mit dem Kultstatus.

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