SPORT1-Experte Peter Neururer erwartet Dramatik im Kampf um Platz drei. Köln ist für ihn gegen Lautern im psychologischen Vorteil.

Hallo Fußball-Freunde,

Hertha BSC hat mit dem Sieg gegen Kaiserslautern ein ganz klares Zeichen gesetzt, dass der Aufstieg in die Bundesliga für die Berliner und für Braunschweig gebucht ist.

Jos Luhukay steht vor seinem dritten Aufstieg. Friedhelm Funkel hat das Kunststück fünf Mal geschafft, ich bin selber mit Bochum und Saarbrücken aufgestiegen, bei Schalke wurde mir der Aufstieg genommen.

Ich kann da also auch mitreden. Aber Aufstiegsexperten gibt es meiner Meinung nach nicht.

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Man muss zur richtigen Zeit beim richtigen Verein sein, der die richtige Zielsetzung hat. Vielleicht hätte ein anderer Trainer in der gleichen Situation ähnliche Erfolge.

Allerdings ist es kein Zufall, dass es immer wieder die gleichen Trainer sind, die mit den Vereinen aufsteigen.

Und das spricht für Jos.

Nach dem Sieg gegen Lautern hat er trotz des Erfolges Kritik geübt und die mangelnde Kreativität in der Offensive angesprochen.

Das ist genau richtig in dieser Situation. Jetzt ist die Hertha endlich Tabellenführer, jetzt müssen sie zeigen, wie man damit umgeht.

Es darf sich erst gar nicht eine gewisse Lethargie einschleichen.

Braunschweig hat das als Tabellenführer hervorragend gemacht. Auch wenn die Eintracht jetzt nicht mehr Erster ist, glaube ich nicht, dass es nach der Niederlage gegen 1860 München zu einem Einbruch bei der Eintracht kommen könnte.

Dafür gibt es überhaupt keine Anzeichen.

Sehr interessant wird hingegen der Kampf um Platz drei. Die Verfolger haben Morgenluft gewittert, Köln und 1860 haben weiter aufgeholt.

Der 1. FC Köln ist die Mannschaft der Stunde, neben der Hertha derzeit das konstanteste Team der Liga.

Und die Mannschaft von Trainer Holger Stanislawski hat den psychologischen Vorteil auf ihrer Seite.

In Kaiserslautern wird es nun mit Sicherheit auf die Nerven ankommen. Der FCK will unbedingt aufsteigen und hat sich in der Winterpause sehr gut verstärkt. Aber die Lauterer konnten sich trotzdem nicht absetzen.

In Köln hat man gar nicht vom Aufstieg gesprochen, man wollte sich konsolidieren.

Von daher liegt der Druck nun eher bei Lautern. Anfang April kommt es in Kaiserslautern zum direkten Duell mit Köln.

Das könnte ein Endspiel um den dritten Platz werden.

Aber nur eines von vielen. Den in der aktuellen Phase, bei der aktuellen Punktekonstellation, ist jedes Spiel existenziell.

Euer Peter Neururer

Peter Neururer analysiert als Experte die Zweite Liga im TV und Internet für SPORT1. Als Trainer arbeitete er u.a. für den 1. FC Köln, Hertha BSC, Schalke 04, Hannover 96 und den VfL Bochum. Zuletzt trainierte er von 2008 bis 2009 den MSV Duisburg.

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