Ronny (l.) erzielte beim 1:1 im Hinspiel auf dem Betzenberg den Ausgleich für Berlin © imago

Hertha kann mit einem Sieg die Spitze erklimmen, Lautern Rang drei festigen. FCK-Torwart Sippel freut sich aufs Olympiastadion.

Von Reinhard Franke

München/Berlin - Es ist ein Hauch von Erstliga-Luft, der da am Abend durch das Olympiastadion weht. Wenn Hertha BSC Berlin den 1. FC Kaiserslautern empfängt (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER), gibt es keine Zweifel:

Diese Begegnung verdient das Prädikat "Topspiel". Die "Alte Dame" als Tabellenzweiter gegen die "Roten Teufel", die zurzeit den heißbegehrten Relegationsplatz innehaben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Beide Teams leben also den Aufstiegstraum. Vorige Woche gab es für die Berliner ein 1:0 beim VfR Aalen, für den FCK nur ein mageres 0:0 beim MSV Duisburg.

"Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen Duisburg. Die Hertha wird das Spiel machen wollen und nicht nur darauf aus sein, das Spiel zu zerstören", sagt Lauterns Torwart Tobias Sippel zu SPORT1.

Im Hinspiel auf Augenhöhe

"Wir haben im Hinspiel schon gezeigt, dass wir auf Augenhöhe spielen können und ich freue mich darauf, im Olympiastadion aufzulaufen."

Und er fügt hinzu: "Wir werden alles versuchen, um die Partie zu gewinnen, aber auch wenn das nicht gelingt, sind noch einige Spiel zu absolvieren und es wäre nichts verloren."

Die Ergebnisse der Konkurrenz bringen zusätzliche Brisanz in das Duell.

Der FCK ist gewarnt, denn von hinten pirscht sich der 1. FC Köln ganz langsam heran und die Hertha kann mit einem Sieg die Tabellenführung übernehmen, nachdem Eintracht Braunschweig am Sonntag beim 1:2 zu Hause gegen 1860 München patzte. Selbst die Sechziger können noch mal ins Aufstiegsrennen eingreifen.

Topspiel vor 75.000 Zuschauern

Das Spiel am Abend ist ein echter Härtetest für Sippel und seinen Verein. In der zweiten Liga trafen beide Teams das letzte Mal in der Saison 1996/1997 aufeinander und sorgten vor einer erstligareifen Kulisse für ein besonderes Kribbeln. Die Hertha siegte auch an einem Montagabend 2:0 - vor 75.000 Zuschauern. Beide stiegen damals auf.

So soll es auch nach dieser Saison sein, wenn es nach den Fans und Verantwortlichen geht. Beide Traditionsvereine sind mit sieben Punkten aus drei Spielen in das neue Jahr gestartet. Man ist also voll im Soll.

"Man muss das Positive sehen"

Das 0:0 bei den "Zebras" hat die positive Stimmung bei den Pfälzern nicht getrübt. "Man muss nach drei Spielen in 2013 auch das Positive sehen: Wir sind ungeschlagen und haben noch kein Gegentor bekommen", betont Sippel, und ergänzt:

"In Duisburg hatten wir uns natürlich mehr vorgenommen. Je länger das Spiel dauerte, desto schwerer wurde es und am Ende reichte es eben nur für ein 0:0.?

Der Aufstiegsmotor stottert aber keineswegs, der FCK hat sich auch dank sechs Winter-Zugängen zu einer Einheit gefunden. "Wir machen es neuen Spielern nicht schwer, denn wir haben eine Truppe mit guten Typen", sagt Sippel, "außerdem passen die neuen Spieler gut, sportlich und auch persönlich."

Nicht auf die Tabelle schauen

Auf die Tabelle schauen und Rechenspiele veranstalten, das will Sippel (noch) nicht. Aus eigener Kraft könne man die direkten Aufstiegsplätze nicht mehr erreichen, weiß der 24-Jährige und ergänzt:

"Wir müssen uns auf unsere Spiele konzentrieren und möglichst viele gewinnen. Wir gehen jede Partie nacheinander an, versuchen, den dritten Platz zu festigen und dann schauen wir, das am Ende rauskommt."

Zusätzlichen Druck spüre man nicht, so Sippel. "Wir haben uns ein großes Ziel gesetzt und egal wie wir es erreichen, ob direkt oder über die Relegation - wir wollen versuchen, wieder in die Bundesliga zurückzukehren."

Nur eine Saison-Niederlage

Das will auch die "Alte Dame". Und die Vorzeichen dafür sind bestens. Die einzige Saison-Niederlage gab es für das Team von Trainer Jos Luhukay am 2. Spieltag beim FSV Frankfurt (1:3).

Doch man ist auf der Hut. Natürlich spüre man den Atem des FCK, räumte Herthas Mittelfeldspieler Marcel Ndjeng bei SPORT1 ein: "Wir wollen uns aber nicht davon beirren lassen, dass Lautern womöglich nochmal rankommen könnte. Wir wollen mental so eingestellt sein, dass wir gewinnen und dass wir den FCK so weit wie möglich von uns weghalten."

"Super Ausgangsposition"

Herthas Kapitän Peter Niemeyer sieht es ähnlich: "Wir haben uns diese super Ausgangsposition erarbeitet und können sie in dem Spiel weiter ausbauen. Wir spielen in dieser Saison sehr stabil und hoffen, dass diese Serie noch weiter anhält."

Er gehe von einem attraktiven Spiel aus, weil "Kaiserslautern eine Mannschaft ist, die auch mitspielen wird."

Ist es denn das Aufstiegs-Endspiel? "Für Kaiserslautern sicher mehr als für uns", räumt Niemeyer ein. Der Respekt vorm Gegner ist beim 29-Jährigen auf jeden Fall da:

"Da sind viele Spieler mit großer Qualität, mit vielen Bundesligaspielen und sie haben vom Kader her mit uns die beste Mannschaft."

Es ist also angerichtet.

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