Michael Henke unterschrieb in Ingolstadt einen Vertrag bis Juni 2014 © imago

Der langjährige Assistent von Ottmar Hitzfeld sucht sein Glück nun in Ingolstadt. Bei SPORT1 schwärmt er von seinem neuen Job.

Von Reinhard Franke

München - Michael Henke kennt die große, weite Fußballwelt.

Aber auch in der Zweiten und Dritten Liga war er schon zu Hause. Der 55-Jährige hat in seiner Karriere viel erlebt und einige Titel gesammelt.

Mit Borussia Dortmund (1989 - 1998) und dem FC Bayern (1998 - 2004 sowie 2007 bis 2008) gewann Henke neben insgesamt sieben Meisterschaften zweimal die Champions League, als er sich als Co-Trainer von Ottmar Hitzfeld einen Namen machte.

In den letzten Jahren war Henke viel unterwegs, war Cheftrainer beim 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Saarbrücken, Co-Trainer beim 1. FC Köln und zwischendurch wieder Co-Trainer bei den Bayern, bei denen er zu Zeiten eines Jürgen Klinsmann auch als Chefanalytiker und Leiter der Spielbeobachtung angestellt war.

Abenteuer Teheran

2011 wurde es abenteuerlich, als Henke den Job als Co-Trainer beim iranischen Rekordmeister Esteghlal Teheran antrat.

Dort fungierte er auch als technischer Berater des Vereinspräsidenten Ali Fattollahzadeh.

Zuletzt arbeitete Henke als Chef-Scout für Europa beim Premiere-League-Klub Aston Villa in England.

Jetzt ist er wieder zurück in Bayern und ist hochmotiviert für die neue Aufgabe - erneut als Co-Trainer, beim FC Ingolstadt.

Rückkehr auf den Platz

Nun kann er wieder seiner "liebsten Tätigkeit" nachkommen.

"Ich wollte gerne wieder auf dem Platz arbeiten und jetzt gab es die direkte Möglichkeit, weil auch eine personelle Vakanz da war", sagt Henke vor dem Spiel bei Union Berlin (Sa., ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER) im Gespräch mit SPORT1.

"Hier will man mittelfristig, aber Schritt für Schritt etwas erreichen, den Verein entwickeln und das ist eine Aufgabe, die sehr interessant ist und auch Spaß macht."

Er sei sich nicht zu schade, unter einem Tomas Oral im Unterhaus als Co-Trainer zu arbeiten, betont Henke. Es sei aber naheliegend, dass diese Frage oft gestellt werde, meinte Henke.

"Tomas Oral hat schon einiges geleistet und hat als Cheftrainer in der Zweiten Liga mehr Erfahrung als ich."

Oral gibt das Kompliment gerne zurück: "Ich bin sehr glücklich, dass wir es geschafft haben, einen so erfahrenen Mann für den FCI gewinnen zu können, und freue mich auf die enge Zusammenarbeit."

"Interessante Konstellation"

Henke spricht von einer "interessanten Konstellation" und fügt hinzu: "Wir ergänzen uns sehr gut, wenn es auch für Außenstehende etwas überraschend ist. Aber ich habe ein gutes Gefühl dabei."

Ist Henke der Co-Trainer-Job gar lieber als der Cheftrainerposten?

"Nein", sagt er mit deutlichem Nachdruck in der Stimme, "die Konstellation in Ingolstadt hat mich einfach gereizt. Ich habe sehr gute Gespräche mit Tomas Oral geführt, die sehr überzeugend waren, dass wir Hand in Hand arbeiten."

Linke entscheidend

Den Job in Ingolstadt schmackhaft gemacht hat Henke sein früherer Spieler beim FC Bayern und jetziger Sportdirektor bei den "Schanzern", Thomas Linke.

"Thomas, den ich persönlich sehr gut kenne und schätze, war sicher auch entscheidend für mich. Er hat mich gefragt und da musste ich nur kurz überlegen und habe gesagt, dass ich es gerne mache."

Henke nennt den FCI einen "ambitionierten Zweitligisten".

Und er kann das auch begründen: "Ich hätte den Job nicht bei jedem Zweitligisten gemacht, sondern die Konstellation war einfach sehr reizvoll für mich. Man hat mir aufgezeigt, dass man nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen will. Man will sich hier mit einer vernünftigen Zielsetzung weiter entwickeln."

Henke will Weg mitgehen

Das ständige Weiterziehen hat für Henke nun ein Ende.

Für ihn sei der neue Job aber "weniger der Grund" jetzt sesshaft zu werden. "Ich bin eigentlich wieder sesshaft in meiner Heimat Paderborn. Wer in dem Job arbeiten will, der muss auch flexibel sein."

Ingolstadt müsse nicht die letzte Station sein, "wo ich mich nun sesshaft mache. Es kommt immer mehr auf die Aufgabe an als auf die Lokalität, wo man hingeht. Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe, weil die Arbeit mit den Jungs für mich jetzt entscheidend ist."

Ambitionen gut und schön, aber der Aufstieg ist für Henke nicht das Thema - noch nicht.

"Das ist vielleicht noch ein bisschen weit weg, doch mittelfristig will sich der Verein nach oben entwickeln, aber man hat sich keinen strengen Zeitplan gesetzt. Das halte ich auch für vernünftig."

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