Peter Neururer schwärmt vom Berlin-Derby und lobt die kompromisslose Linie des Hertha-Coachs. Bei zwei Klubs leistet er Abbitte.

Hallo Fußball-Freunde,

das Unentschieden im Derby ist für Hertha sehr glücklich, aber nicht ganz unverdient, weil es ein überragend gutes Zweitligaspiel war - ein echtes Spitzenspiel.

Jos Luhukay hatte Maik Franz und Pierre-Michel Lasogga nach einem heftigen Trainingsgerangel für das Derby suspendiert. Ich finde das eine absolut richtige Maßnahme. Das Ganze wird der Mannschaft insgesamt helfen und wirkt sozusagen wie ein Warnschild.

Union hat hervorragend gespielt, war von Trainer Uwe Neuhaus taktisch überragend eingestellt. Sie haben immer wieder den Weg nach vorne gesucht und fast keine Torchancen von Hertha zugelassen.

Mit diesem Unentschieden sind aus meiner Sicht Platz eins, zwei und drei quasi entschieden.

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Für die Verfolger Union und Cottbus ist der Abstand auf Platz drei mit sieben Punkten aufholbar, aber dass es klappt, ist höchst unwahrscheinlich. Der Kampf um Platz drei wird nicht mehr lange dauern, dann wird sich Kaiserslautern durchsetzen.

Die Lauterer Neuzugänge im zentralen Bereich, vor allem der Ex-Union-Spieler Markus Karl, sorgen für Stabilität. Und natürlich ist es ein Luxus, in der Zweiten Liga einen Mann wie Jimmy Hoffer zu haben, den ich immer wieder reinschmeißen kann und der Torgefahr bringt.

Was den Tabellenkeller anbetrifft, muss ich bei Sandhausen und Regensburg Abbitte leisten. Die beiden Teams sind plötzlich auferstanden.

Der Jahn schlägt Bochum, die Regensburger waren zwar nicht unbedingt stärker, haben aber weniger Fehler gemacht und verdientermaßen gewonnen. Sie leben wieder - wie Sandhausen. Die haben gegen St. Pauli das Spiel dominiert und zu Recht gewonnen, damit hat niemand gerechnet.

Bei Dynamo Dresden brauchen die neuen Spieler noch eine Eingewöhnungsphase. In Kaiserslautern kann man verlieren, die Art und Weise war aber schon beängstigend. Da erwarte ich von einer Mannschaft wie Dresden, dass man sich engagierter zeigt.

In Kaiserslautern gab es nach der Niederlage erneut Randale durch einige Kriminelle, wie ich sie nenne. Das beeinflusst die Dresdner mittlerweile schon.

Die Dresdner versuchen ja alles in der Fanarbeit zu machen, was möglich ist, aber irgendwann muss der Gesetzgeber einschreiten. Diese Leute müssen dann ausgeschlossen werden.

Sie dürfen nichts, aber auch gar nichts mit Fußball zu tun haben.

Euer Peter Neururer

Peter Neururer analysiert als Experte die Zweite Liga im TV und Internet für SPORT1. Als Trainer arbeitete er u.a. für den 1. FC Köln, Hertha BSC, Schalke 04, Hannover 96 und den VfL Bochum. Zuletzt trainierte er von 2008 bis 2009 den MSV Duisburg.

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