13 ihrer bislang 20 Saisonspiele konnten Jos Luhukay und die Hertha gewinnen © imago

Der Hertha-Coach reagiert vor dem Spiel gegen Union Berlin auf eine Trainingsrangelei und wirft Lasogga und Franz raus.

Berlin - Am Samstag machte Hertha-Trainer Jos Luhukay seinem Spitznamen "netter Diktator" alle Ehre.

Nach einer heftigen Rangelei zwischen Pierre-Michel Lasogga und Maik Franz bat der Niederländer die beiden Streithähne erst zu einem klärenden Gespräch - und griff dann knallhart durch:

Beide Berliner Spieler wurden für das mit Spannung erwarteten Zweitliga-Derby gegen den Stadtrivalen Union am Montag (ab 19.45 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE im TV auf SPORT1) aus dem Kader gestrichen.

Nachlässigkeiten und Egoismen haben bei Luhukay keinen Platz. (DATENCENTER: Zweite Liga)

Nicht beim Rennen um den Aufstieg - und schon gar nicht beim Duell mit dem Rivalen aus Köpenick.

"Es geht um die Ehre in der Stadt", sagte Luhukay der "Bild"-Zeitung.

Hertha winkt die Spitze

Und um die Tabellenführung: Bei einem Sieg gegen Union würden die Herthaner sogar erstmals in dieser Saison die Tabellenführung übernehmen.

Zumindest die Favoritenrolle ist klar, auch wenn beide Berliner Teams bei einem Derby noch nie so auf Augenhöhe standen.

Auf der einen Seite die Hertha: 18 Spiele ohne Niederlage bedeuten Vereinsrekord und Tabellenplatz zwei.

Luhukay sorgt für Ruhe

Seit langem hat die Hertha wieder einen Trainer, der die launische "Alte Dame" immer auf dem Boden der Tatsachen hält.

"Ich möchte nicht, dass wir selbstherrlich werden", sagte Luhukay.

Und auf der anderen Seite Union: So etwas wie der Gegenentwurf. Auf der Trainerbank der Köpenicker sitzt Uwe Neuhaus. Seit sechs Jahren.

Neuhaus dienstältester Coach

Während die Hertha in der vergangenen Abstiegssaison gleich drei Trainer verschliss, regiert bei Union der dienstälteste Coach der Zweiten Liga.

Von der Regionalliga über die Dritte Liga bis in die Spitzengruppe der Zweiten Liga führte Neuhaus die "Eisernen".

Derzeit liegt sein Team auf Platz fünf.

"Wir sind in einer ganz guten Position. Hertha ist klarer Favorit", sagte Neuhaus der "B.Z"..

Union gewann das letzte Derby

Eine Rolle, in der sich Union wohlfühlt. Zumal die Erinnerungen an das letzte Derby vor zwei Jahren zusätzlich motivieren dürften.

Mit 2:1 gewannen das Team von Neuhaus im wie am Montag mit 74.200 Zuschauern ausverkauften Olympiastadion.

Ausgerechnet Union-Publikumsliebling Torsten Mattuschka sorgte damals mit einem Freistoßtor für den Überraschungssieg.

"Die erste Stadtmeisterschaft nach 50 Jahren war etwas Besonderes. Und diesen Sieg kann uns niemand mehr nehmen", sagt auch Union-Präsident Dirk Zingler: "Die Momente vor zwei Jahren waren einzigartig."

Die "Eisernen" wollen dran bleiben

Doch ein Sieg im Derby wäre nicht nur ein Sieg für die Seele, sondern auch ein deutliches Signal, dass Union das Rennen um den Relegationsplatz drei noch nicht aufgegeben hat.

Denn nach der Etablierung in der Liga gehen auch bei Union langsam aber sicher die Blicke in Richtung Aufstieg.

Bei einem Spiel weniger fehlen Union derzeit acht Punkte auf den 1. FC Kaiserslautern.

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