Franczisek Smuda startete seine Trainerkarriere 1983 beim VfB Coburg © imago

Franczisek Smuda soll Regensburg retten. Bei SPORT1 spricht der Trainer über die Aufgabe und das missglückte Debüt in Berlin.

Von Jakob Gajdzik

München - Ein ganzes Land schaute im Sommer 2012 auf Franczisek Smuda.

Als Nationaltrainer Polens betreute der 64 Jahre alte Coach die Mannschaft seines Heimatlandes während der Europameisterschaft im eigenen Land.

Die polnische Elf konnte die großen Erwartungen aber nicht erfüllen und schied in der Vorrunde aus. Smuda legte sein Amt nieder. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach einer Pause von einem knappen halben Jahr hat sich der frühere Verteidiger nun für eine neue Aufgabe entschieden, bei der er zwar etwas weniger in der Öffentlichkeit steht, die aber ebenso schwierig wie das Engagement mit Polens Nationalmannschaft sein dürfte.

Als Trainer von Jahn Regensburg soll Smuda den Tabellenletzten vor dem Abstieg retten.

Vor dem Spiel in Bochum (So., ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER) spricht Smuda über seine neue Mannschaft, die Chancen im Abstiegskampf und das misslungene Debüt bei der Hertha in Berlin.

SPORT1: Herr Smuda, Sie waren seit dem Ende Ihres Jobs als Trainer der polnischen Nationalmannschaft im Juni 2012 ohne Job. Wie ist es wieder auf dem Platz zu stehen?

Franczisek Smuda: Ich freue mich. Ich wollte das halbe Jahr als Pause nutzen und mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Jetzt bin ich wieder motiviert.

SPORT1: Wie groß ist der Unterschied von der polnischen Nationalmannschaft zum Zweitliga-Schlusslicht nach Regensburg zu gehen?

Smuda: Das ist ein sehr großer Unterschied, keine Frage. Ich habe allerdings keine Hemmungen in der Zweiten Liga zu arbeiten. Ich würde auch in die Dritte Liga wechseln, wenn die Arbeit Spaß machen würde. Das ist in Regensburg der Fall.

SPORT1: Ihr Einstand gegen Hertha BSC ging mit dem 1:5 mächtig schief.

Smuda: Ich bin nicht nach Regensburg gekommen, um gegen Teams wie Hertha zu gewinnen. So eine Garantie kann kein Trainer der Liga geben. Ich bin hier, weil ich meinem guten Freund Franz Gerber im Kampf um den Klassenerhalt helfen will. Ob das klappt, wird man sehen.

SPORT1: Was gilt es zu verbessern?

Smuda: Es gibt viel zu verbessern. Die individuellen Schwächen, die wir im Kader haben, müssen wir über das Kollektiv abfangen. Ich habe eine junge Mannschaft, die etwas erreichen will. Sie trainiert mit viel Herz und Leidenschaft und versucht das im Spiel umzusetzen. Es macht viel Spaß, mit diesem Kader zusammenzuarbeiten.

SPORT1: Regensburg steht mit 13 Punkten am Tabellenende. Wie optimistisch sind Sie, dass der Klassenerhalt klappt?

Smuda: Die Chance ist bis zum letzten Spieltag gegeben, auch über den Relegationsplatz, der nicht weit weg ist (vier Punkte, d. Red.). Wir müssen optimistisch bleiben und daran glauben. Jeder Punkt ist für uns wichtig.

SPORT1: Jetzt geht es zum VfL Bochum. Was rechnen Sie sich dort aus?

Smuda: Wir wollen so spielen wie die ersten 50 Minuten gegen Berlin, dann haben wir in Bochum die Chance, etwas zu holen. Wie müssen unsere individuellen Fehler abstellen, das hat uns gegen Hertha das Genick gebrochen. Berlin hat uns nicht spielerisch besiegt, sondern von unseren Fehlern profitiert.

SPORT1: Sie haben einen Vertrag bis zum Saisonende. Können Sie sich vorstellen, bei Klassenerhalt zu bleiben?

Smuda: Nein, da gibt es keine Diskussionen. Ich wurde nur bis Saisonende geholt, um dem Verein in der schwierigen Lage zu helfen.

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