Benjamin Köhler (r.) hat in Kaiserslautern einen Vertrag bis 2014 unterschrieben © SPORT1

Vor dem Heimspiel gegen Dresden ist Benjamin Köhler zuversichtlich, was das Saisonziel angeht. Seine Routine soll Lautern helfen.

Von Reinhard Franke

München - Harte Schale, weicher Kern. Dieses Sprichwort trifft auf Benjamin Köhler zu.

Der 32-Jährige erfüllt rein optisch alle Merkmale eines harten Typen: Drei-Tage-Bart, Tattoos, cooler Gesichtsausdruck.

Auch auf dem Platz ist Köhler keiner, der zaghaft zur Sache geht, er scheut keinen Zweikampf und haut auch mal dazwischen, wenn es sein muss (DATENCENTER: Zweite Liga)

Was nicht heißen soll, dass Köhler nicht mit der Kugel umzugehen weiß und nicht den feinen Pass spielen kann. Im Gegenteil.

Das will der Neuzugang des 1. FC Kaiserslautern auch am Freitag in seinem ersten Heimspiel im FCK-Trikot gegen Dynamo Dresden (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) zeigen.

Der ruhige "Bushido"

Aufgrund seiner Berliner Herkunft bekam er vor Jahren den Spitznamen "Bushido" in Anklang an den Berliner Rapper verpasst.

"Den Namen habe ich mal bekommen, weil ich wie Bushido auch aus Berlin komme, das ist schon okay. Ich habe damit kein Problem", sagt Köhler zu SPORT1. Der Spitzname passt jedenfalls auch zu Köhlers harter Schale.

Wer sich aber näher mit ihm beschäftigt, wird schnell merken, dass dieser Bursche gar nicht so tough ist, wie er für viele immer rüberkommt.

"Ich bin eher der ruhige, gelassene Typ, mag mich aber nicht öffentlich charakterisieren", erklärt Köhler mit leiser Stimme. Still und leise ging auch sein Wechsel zum FCK über die Bühne.

Achteinhalb Jahre Eintracht

In der Winterpause wechselte er von Eintracht Frankfurt zu den "Roten Teufeln", nachdem er zuvor achteinhalb Jahre bei den Hessen spielte.

In 229 Pflichtspielen erzielte Köhler 32 Tore für die Eintracht. Für Hertha BSC Berlin und Frankfurt absolvierte er 169 Bundesligaspiele (16 Tore).

Für den MSV Duisburg hat der Berliner Junge 83 Zweitligaspiele (17 Tore) auf dem Buckel.

Der kampfstarke 1,72-Meter-Mann trug mit neun Treffern und elf Torvorlagen in der letzten Saison einen gehörigen Anteil am Frankfurter Wiederaufstieg in die Erste Liga - wie auch Mo Idrissou, der jetzt wieder Köhlers Kollege in Lautern ist.

Unter Veh nur noch zweite Wahl

Unter Eintracht-Coach Armin Veh bekam Köhler in dieser Saison keine Chance mehr, war nur noch zweite Wahl.

Nun also soll der FCK ihm in den nächsten anderthalb Jahren nochmal die Sonnenseite der Karriere bescheren.

"Frankfurt war eine schöne Zeit, aber ich kam da nicht mehr zum Zug und da kam das Angebot des FCK gerade recht", sagt Köhler.

"Tolle Adresse im Profifußball"

"Ich bin froh jetzt in Lautern zu sein, das ist eine tolle Adresse im Profifußball. Es passte für mich hier vom ersten Tag an alles."

Und er liefert auch gleich einen Grund für sein Wohlbefinden. Es sei eine Truppe, die "viele Späße macht". So richtig eingelebt habe er sich aber noch nicht, fügt er an.

"Viel habe ich noch nicht von der Stadt gesehen, wir waren ja noch im Trainingslager, haben dann fast immer zwei Mal trainiert und in München gespielt. Aber das hole ich jetzt langsam nach."

Ziel Bundesliga

Mit dem FCK hat er nur ein Ziel: wieder in der Bundesliga zu spielen. Und da hat die Truppe von Trainer Franco Foda mit dem 1:0-Sieg bei 1860 München (Bericht) einen ersten kleinen Schritt gemacht, den Relegationsplatz zu festigen.

Die Hoffnung, Platz drei halten zu können, ist bei Fans und Verantwortlichen groß.

"Wir empfinden das als Herausforderung und wir halten uns dabei daran, immer nur an das nächste Spiel zu denken", meint Köhler.

Luft nach oben

Im Spiel gegen die "Löwen" war jedoch noch nicht alles Gold, was glänzt, auch bei Köhler nicht.

Eine Steigerung wollen Köhler und seine Kollegen schon gegen Dresden zeigen: "Es wird mein erstes Heimspiel für den FCK und wir wollen es unbedingt gewinnen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

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