SPORT1-Reporter Fabian Greve analysiert nach der Winterpause die Lage bei St. Pauli und spricht aktuelle Defizite an.

Wie so oft bei St. Pauli trafen auch am Sonntag gegen Cottbus wieder einmal unterschiedlichste Gefühlswelten aufeinander. Die neue Gegengerade ist fertig und konnte erstmals komplett genutzt werden.

Und da die St.Pauli Fans, nicht wirklich überraschend, davon auch Gebrauch machten, verzeichnete das Millerntor mit 26.578 Zuschauern einen neuen Rekord!

10.000 Steh- und 3.000 Sitzplätze bilden jetzt eine echte Wand hinter den Trainerbänken. Mit dem Lied "You'll never walk alone" und einer aufwändigen Choreographie wurde die Gegengerade kurz vor Anpfiff eingeweiht.

Echte Gänsehautatmosphäre, auch die Kiezkicker kamen extra drei Minuten vorher aus der Kabine und verfolgten das Spekatakel emotional ergriffen aus dem Spielertunnel.

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Es blieb das einzige Spekatakel des Nachmittages. Die Partie gegen disziplinierte und kämpferisch dagegenhaltende Gäste konnte die Fans nicht zur Ekstase treiben.

Und da Schiedsrichter Jochen Drees Cottbus zehn Minuten vor Ende einen Elfmeter verweigerte, kam St.Pauli zu einem glücklichen 0:0. Die Null hinten ist erfreulich, die Null vorne wird zum nervigen Dauerbrenner.

Seit nunmehr 293 Minuten hat die Frontzeck-Elf nicht mehr getroffen. Insgesamt stehen nach 20 Spieltagen erst schlappe 18 Tore zu Buche. Das sind die wenigsten aller Zweitligateams und bedeutet einen Vereinsnegativrekord!

Zur gleichen Zeit hatte St. Pauli letzte Saison schon 39 Treffer auf dem Konto. Also mehr als doppelt soviele!

"Im Training ist jeder Ball drin", seufzte Daniel Ginczek nach der Partie. Gut und schön, aber was hilft's? Vielleicht im Training einfach mal vorbei und überweg ballern, dann kann es im Spiel nur besser werden, oder zumindest nicht schlechter.

Effizienz kann man nicht üben, sagt Michael Frontzeck und deshalb steht sein Team halt da, wo es hingehört. Auf Platz 13 mit nur sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Die Mannschaft hat sich unter dem Schubert-Nachfolger zwar stabilisiert, der große Befreiungsschlag im Abstiegskampf ist aber bisher ausgeblieben. Jetzt geht es zum Tabellenvorletzten nach Sandhausen.

Die stellen mit 42 Gegentoren die schwächste Defensive der Liga. Wenn die Kiezkicker selbst dort mit Fabio Morena nur einen alte Bekannten treffen aber nicht das Tor?

Dann kann der Blick die nächsten Wochen nur noch besorgt nach unten gehen.

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