Montagsknaller in Liga zwei: 1860 München erwartet den 1. FC Kaiserslautern © getty

Vorm Spiel bei 1860 spricht Kaiserslauterns Zugang Chris Löwe bei SPORT1 über den Kampf um Platz drei und seine neue Rolle.

Von Reinhard Franke

München - 1860 München versus 1. FC Kaiserslautern (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVE-TICKER) - es ist auch das Duell zweier Shopping-Klubs:

Während die "Löwen" mit Ola Kamara (Drammen), Rob Friend (Eintracht Frankfurt) und Malik Fathi (Mainz) drei Zugänge präsentieren, zogen die Pfälzer in der Winterpause gleich ein halbes Dutzend neuer Spieler an Land.

Nicht nur Mitchell Weiser (FC Bayern, Ausleihe bis Sommer), Benjamin Köhler, Erwin Hoffer (beide Eintracht Frankfurt), Christopher Drazan (Rapid Wien) und Markus Karl (Union Berlin) kamen zum Betzenberg - auch Chris Löwe (Borussia Dortmund).

Vor zwei Jahren hatte der 23-Jährige noch in Chemnitz in der Vierten Liga gespielt, ehe er zu Borussia Dortmund wechselte, sich dort aber kaum entfaltete.

Konzentration auf Relegation

Gegen den fünf Punkte schlechter dastehenden Rang-Neunten 1860 will Löwe mit dem FCK (32 Zähler / Platz drei) nun Gas geben und den Blick mehr denn je auf die Relegation richten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Denn Spitzenreiter Eintracht Braunschweig (47) und Hertha BSC Berlin (45) haben im Aufstiegsrennen schon einen beachtlichen Vorsprung.

FCK-Coach Franco Foda erwartet eine "interessante Partie, weil auch für 1860 viel auf dem Spiel steht."

1860: Zoff mit Großinvestor Ismaik

Für die Münchner, die unlängst vom öffentlichen Zoff zwischen Großinvestor Hasan Ismaik und Präsident Dieter Schneider durchgeschüttelt wurden, geht es nämlich darum, sich im Kampf um Platz 3 zu positionieren.

Lautern und Chris Löwe soll das egal sein:

Vor dem Spiel bei 1860 München spricht der Abwehrmann im SPORT1-Interview zudem über seinen Wechsel zum FCK und seine unglückliche Zeit in Dortmund.

SPORT1: Herr Löwe, sind Sie schon richtig angekommen beim FCK?

Chris Löwe: Sehr gut sogar. Die Mannschaft hat mir das leicht gemacht. Im Fußball ist das aber auch nicht wirklich schwer, da findet man immer irgendwelche Themen, über die man mit den neuen Kollegen sprechen kann.

SPORT1: Sie sind einer von sechs Neuen beim FCK. Eine Kampfansage an die Verfolger?

Löwe: Nicht direkt. Für mich ist es aber besser, weil man nicht der einzige Neue ist. Wir haben mit allen sechs Spielern eine enorme Qualität dazubekommen. Jetzt müssen wir von Spiel zu Spiel schauen, auch wenn das platt klingt. Wir wollen versuchen, eine Serie zu starten.

SPORT1: Der Relegationsplatz sollte das Minimalziel sein, oder glauben Sie, dass auch die ersten beiden Plätze noch drin sind?

Löwe: Wir wollen uns darauf konzentrieren, den dritten Platz festzumachen. Braunschweig hat sich wieder keine Blöße gegeben - es ist unrealistisch, auf die ersten zwei Plätze zu schauen. Wir wollen unsere Spiele gewinnen und schauen, was dabei rauskommt - in den Relegations-Spielen ist dann alles möglich.

SPORT1: Ihr letztes Bundesligaspiel war im Mai 2012 beim 5:2-Sieg des BVB. Welche Erinnerungen haben Sie an den "Betze"?

Löwe: Die erste Erinnerung ist, dass es an dem Tag gefühlte 50 Grad waren und es ziemlich schwer war, bei den Temperaturen ordentlich Fußball zu spielen. Es herrschte eine geile Atmosphäre, und den Berg hochzufahren, war einfach wahnsinnig. Ich freue mich, dass ich da bin, denn Herr Kuntz (Lauterns Vorstandschef, Anm. d. Red.) hat mir eine gute Perspektive aufgezeigt.

SPORT1: Sie hatten in Ihrem ersten BVB-Jahr starke Auftritte als Vertreter für Marcel Schmelzer, in dieser Saison spielten Sie nur einmal für die zweite Elf. Woran hat es gelegen, dass Sie nicht mehr zum Zug kamen?

Löwe: Ich habe im ersten Jahr in allen drei Wettbewerben elf Einsätze gehabt, war damit auch zufrieden. Ich kam aus der Vierten Liga, und dass mir der Verein dann so vertraut, ist nicht selbstverständlich. Warum es speziell in diesem Jahr so gelaufen ist, weiß ich nicht. Ich war die meiste Zeit im Kader, habe deshalb auch nicht bei den Amateuren gespielt. Das zeigt, dass ich nicht alles falsch gemacht habe. Ich war in Madrid im Kader und zu Hause gegen Real auch. Da überlegst du schon, warum es nicht zu mehr Spielminuten gereicht hat.

SPORT: Worauf können sich nun die FCK-Fans freuen?

Löwe: Viele verstehen nicht, warum ich in die Zweite Liga gegangen bin, aber mir kann nichts Besseres passieren, als beim FCK regelmäßig zum Einsatz zu kommen. Ich beurteile mich selbst ungern, wenn ich aber unbedingt soll, dann sehe ich bei mir eine gute Grundaggressivität, eine gute Schusstechnik und eine ganz gute Spieleröffnung.

SPORT1: Ärgert nun ausgerechnet ein Löwe die "Löwen"?

Löwe: Vom Namen her geht das natürlich in Ordnung. Ich bin ein richtiger Löwe. Auch 1860 hat neue Spieler dazubekommen, und die wollen noch aufsteigen. Aber unser Ziel ist es, dort zu gewinnen. Beide Mannschaften wollen die drei Punkte, und wir hoffen, dass wir das Ding positiv gestalten können.

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