Seit Dezember 2012 bei Erzgebirge Aue: Der Ex-Kölner Kevin Pezzoni © imago

Bei seinem Ex-Verein 1. FC Köln war Kevin Pezzoni das Feindbild der Fans. Nun kehrt der 23-Jährige im Trikot von Aue zurück.

Aue - Pfiffe, Schmäh-Rufe oder Respekt und aufmunternder Applaus?

Kevin Pezzoni weiß noch nicht, was ihn in Köln erwartet.

Der Defensivspieler kehrt mit seinem neuen Klub Erzgebirge Aue zum 1. FC Köln zurück (12.45 Uhr Uhr bei LIGA total! und im LIVE-TICKER) - in der Domstadt hatten ihn Fans im vergangenen Sommer auf brutale Weise weggemobbt. Nun stellt sich der Rückkehrer in der Höhle des Löwen.

"Er wird spielen. Da muss er durch", sagt Aues Trainer Karsten Baumann. Pezzoni hat auch gar nicht darum gebeten, ihm das brisante Aufeinandertreffen zu ersparen. (So., ab 19.15 Uhr HIGHLIGHTS im TV auf SPORT1)

Pezzoni brennt auf seinen Einsatz

Er brennt auf seinen Einsatz und spürt angeblich keine Berührungsangst.

"Ich hatte eine schöne Zeit in Köln", sagt der 23-Jährige fast ein wenig trotzig, räumt aber auch ein: "Das letzte halbe Jahr muss ich ausklammern. Das war natürlich nicht befriedigend."

Nicht befriedigend ist noch milde ausgedrückt. Pezzoni bekam zum Ende seiner Kölner Zeit die geballte Wut der Fans zu spüren.

Fans sorgen für Nasenbeinbruch

Erst der Faustschlag im Karneval, der ihm einen Nasenbeinbruch einbrachte, dann die Bedrohung durch Hooligans vor seiner eigenen Haustür und bei Facebook, die pikanterweise nach dem schwachen Hinspiel des FC gegen Erzgebirge Aue (0:2) am 27. August hochkochten.

Der Spieler zog die Reißleine und löste seinen Vertrag auf.

Stanislawski: "Ganz normales Spiel"

In Köln bemüht man sich vor dem Wiedersehen um Sachlichkeit. "Pezzo spielt jetzt für Aue und nicht mehr für uns. Einem ganz normalen Spiel steht nichts im Wege", sagt FC-Trainer Holger Stanislawski.

Pezzoni, der zunächst für einige Wochen abgetaucht war, will sich nun ganz auf seine neue Aufgabe in Aue konzentrieren. Im Erzgebirge fühlt sich der zweimalige U-21-Nationalspieler wohl. "Hier ist alles sehr familär", sagt der 80-malige Bundesligaspieler, der mit seiner Erfahrung den Aufwärtstrend der Sachsen vorantreiben soll.

Auch Baumann kehrt nach Köln zurück

Nach dem Zwischenspurt von drei Siegen und einem Unentschieden hat sich die Mannschaft von Trainer Baumann vor der Winterpause auf Rang elf der Tabelle hochgearbeitet. (DATENCENTER: Tabelle und Ergebnisse)

Auf welcher Position Pezzoni bei seiner Heimkehr in die WM-Arena eingesetzt wird, bleibt offen. Wahrscheinlich darf der gebürtige Frankfurter in der Innenverteidigung ran, weil dort Tobias Nickenig gesperrt ist. Im Testspiel gegen Lyngby BK (2:2) zeigte Pezzoni auf jeden Fall eine passable Leistung.

FC mit starker Vorbereitung

Der FC fiebert nach der erfolgreichen Vorbereitung dem Wiederbeginn in der Liga entgegen.

Sechs Siege in sechs Testspielen und vor allem das 1:0 zum Abschluss gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund lassen beim Tabellenneunten wieder Hoffnung auf bessere Zeiten aufkommen.

Die Fakten zu den weiteren Spielen

SC Paderborn - Eintracht Braunschweig:

Paderborn kassierte vor der Winterpause vier Niederlagen in Folge, drei davon ohne eigenen Treffer. Von seinen bislang sieben Pflicht-Heimspielen gegen Braunschweig gewann Paderborn fünf (ein Unentschieden, eine Niederlage).

Die Braunschweiger haben drei der letzten vier Spiele gewonnen (ein Unentschieden). (1:2)

SONNTAG:

FC St. Pauli - Energie Cottbus (alle Sonntag, 13.30 Uhr)

Von den vergangenen vier Spielen gewann St. Pauli nur eines (ein Unentschieden, zwei Niederlagen). Cottbus fuhr in den jüngsten vier Begegnungen nur einen Zähler ein.

Von bislang sieben Auswärts-Spielen auf St. Pauli haben die Lausitzer nur eines gewonnen (vier Unentschieden, zwei Niederlagen). (0:2)

FSV Frankfurt - FC Ingolstadt

Frankfurt hat drei seiner letzten vier Heimspiele verloren (ein Sieg). Ingolstadt wartet bereits seit sechs Partien (drei Unentschieden, drei Niederlagen) auf seinen siebten Saison-Erfolg. (2:0)

Jahn Regensburg - Hertha BSC (alle Sonntag, 13.30 Uhr)

Der neue Trainer Franciszek Smuda soll die seit elf Partien sieglosen Regensburger zum Klassenerhalt führen. Die seit 17 Spielen ungeschlagenen Berliner stellen mit 21 Zählern das stärkste Auswärtsteam der Liga. (1:2)

MONTAG

1860 München - 1. FC Kaiserslautern

Die "Löwen" blieben zuletzt fünf Mal ungeschlagen, spielte dabei aber vier Mal unentschieden.

Gegen Lautern (Mo. ab 19.45 Uhr im LIVE-TICKER und im TV auf SPORT1) haben sie sich viel vorgenommen zum Start, das Team unter anderem mit Rob Friend aus Frankfurt verstärkt.

Kaiserslautern, das vor der Winterpause nur einen Zähler aus vier Spielen holte, hat seinen Kader in der Winterpause noch einmal deutlich verstärkt. (0:0)

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