Peter Pacult arbeitet zum zweiten Mal für Dynamo Dresden © getty

Dresdens Coach führt sein Team mit rigidem Regiment vor dem Spiel gegen Duisburg. Bochum muss in Aalen bestehen.

Dresden - Aufwecken, Antreiben, Aufholen: Die Aufgaben von Peter Pacult bei Dynamo Dresden sind klar definiert.

Der neue und alte Trainer muss den achtmaligen DDR-Meister in den verbleibenden 15 Spielen wieder auf Kurs bringen - sonst droht dem Traditionsklub der Sturz in die Dritte Liga und Pacult das Abseits auf dem Trainermarkt

Der Start soll gleich gegen den Tabellen-14. MSV Duisburg gelingen (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER, Zusammenfassung bei Hattrick - die 2. Bundesliga, ab 22.30 Uhr im TV auf SPORT1).

Der gebürtige Wiener gibt in seiner zweiten Amtszeit den harten Hund.

Reden im Training verboten

Er sei kein Spaßtrainer, erklärte Pacult im türkischen Trainingslager von Lara. Der Disziplin-Fanatiker verbot den Profis das Quatschen auf dem Platz.

Training sei Training und keine Unterhaltungsstunde, stellte der 53-Jährige klar, der seit seinem Dienstantritt Anfang Januar auch keinem seiner Spieler eine Stammplatzgarantie ausstellen wollte.

Das schneidige Auftreten des neuen Chefcoachs ist genau nach dem Geschmack der sportlichen Leitung.

"Ich will jetzt nicht mehr die Zeit vor Peter Pacult bewerten. Aber es war bei einigen Spielern eine gewisse Gemütlichkeit, eine gewisse Sicherheit da", sagte Dresdens Sportlicher Leiter Steffen Menze.

Zwei Trainingslager - nur ein Tag für die Familie

Pacults großer Ehrgeiz wurde besonders bei der Planung des Trainingslagers deutlich.

Nachdem die Dynamo-Kicker eine Woche in der Türkei ordentlich durchgeschwitzt hatten und die Trainingsbedingungen in Dresden wegen der Schneefälle nicht die besten waren, ordnete der Coach kurzerhand eine weitere Woche Trainingslager in der Türkei an.

Zwischendurch gab es für die Spieler gerade mal einen Tag frei, an dem sie sich bei ihren Familien regenerieren sollten.

Eine Niederlage gegen Duisburg kann sich der neue Coach nicht leisten, sonst droht bei Siegen der Konkurrenz sogar der Sturz ans Tabellenende.

Dynamo kauft ein

Die Vereinsspitze steht voll hinter Pacult und stellte auch das nötige Geld zur Umgestaltung des Kaders zur Verfügung.

In dem 22 Jahre alten Dmitri Chlebosolow von Spartak Moskaus Zweitvertretung und dem 23 Jahre alten Tobias Kempe vom Liga-Rivalen SC Paderborn wurden zwei neue Offensivkräfte sowie in Denis Streker aus Hoffenheim ein defensiver Mittelfeldspieler geholt (BERICHT: Die Wintertransfers der Zweiten Liga).

MSV hofft auf Ibertsberger und Dum

Doch auch der Konkurrent Duisburg hat zum Finale des Transfermarkts zugeschlagen.

Der Zweitligist hat den früheren österreichischen Nationalspieler Andreas Ibertsberger (30) und Sascha Dum (26) verpflichtet.

Ibertsberger war zuletzt von 2008 bis 2012 für den Bundesligisten 1899 Hoffenheim aktiv, Dum von 2010 bis 2012 für Fortuna Düsseldorf.

Beide Spieler erhalten bei den "Zebras" einen Vertrag bis zum Saisonende mit Option auf ein weiteres Jahr.

"Mit einem Stürmer hat es leider nicht geklappt, aber wir glauben auch so an unseren Kader und möchten Dum und Ibertsberger die Chance geben, ihre Talente unter Beweis zu stellen", erklärte Sportmanager Ivica Grlic vor dem Neustart nach der Winterpause.

SPORT1 gibt einen Überblick über die weiteren Partien des Spieltags.

FREITAG:

Union Berlin - SV Sandhausen (alle Freitag, 18 Uhr)

Union hat keines seiner jüngsten vier Heimspiele verloren (zwei Siege, zwei Unentschieden). Sandhausen wartet in dieser Saison noch auf den ersten Auswärts-Erfolg (drei Unentschieden, sieben Niederlagen). (In der Hinrunde: 0:2)

Dynamo Dresden - MSV Duisburg

In Dresden, das von seinen vergangenen elf Spielen nur eines gewonnen hat (fünf Unentschieden, fünf Niederlagen), feiert Peter Pacult sein Comeback auf der Trainerbank. Duisburg hat vor der Winterpause mit drei Siegen in Folge wieder den Anschluss an das Tabellen-Mittelfeld geschafft. (3:1)

VfR Aalen - VfL Bochum

Aalen fuhr in den jüngsten drei Heimpartien nur einen Zähler ein (ein Unentschieden, zwei Niederlagen). Mit zwei deutlichen Siegen ohne Gegentor schaffte Bochum vor der Winterpause den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. (1:0)

SAMSTAG:

1. FC Köln - FC Erzgebirge Aue

Köln hat sieben Spiele in Folge nicht verloren (drei Siege, vier Unentschieden).

Aue gewann drei seiner jüngsten vier Spiele (ein Unentschieden), die letzten beiden ohne Gegentor. (0:2)

SC Paderborn - Eintracht Braunschweig (beide Samstag, 13 Uhr):

Paderborn kassierte vor der Winterpause vier Niederlagen in Folge, drei davon ohne eigenen Treffer. Von seinen bislang sieben Pflicht-Heimspielen gegen Braunschweig gewann Paderborn fünf (ein Unentschieden, eine Niederlage).

Die Braunschweiger haben drei der letzten vier Spiele gewonnen (ein Unentschieden). (1:2)

SONNTAG:

FC St. Pauli - Energie Cottbus (alle Sonntag, 13.30 Uhr)

Von den vergangenen vier Spielen gewann St. Pauli nur eines (ein Unentschieden, zwei Niederlagen). Cottbus fuhr in den jüngsten vier Begegnungen nur einen Zähler ein.

Von bislang sieben Auswärts-Spielen auf St. Pauli haben die Lausitzer nur eines gewonnen (vier Unentschieden, zwei Niederlagen). (0:2)

FSV Frankfurt - FC Ingolstadt

Frankfurt hat drei seiner letzten vier Heimspiele verloren (ein Sieg). Ingolstadt wartet bereits seit sechs Partien (drei Unentschieden, drei Niederlagen) auf seinen siebten Saison-Erfolg. (2:0)

Jahn Regensburg - Hertha BSC (alle Sonntag, 13.30 Uhr)

Der neue Trainer Franciszek Smuda soll die seit elf Partien sieglosen Regensburger zum Klassenerhalt führen. Die seit 17 Spielen ungeschlagenen Berliner stellen mit 21 Zählern das stärkste Auswärtsteam der Liga. (1:2)

MONTAG

1860 München - 1. FC Kaiserslautern

Die "Löwen" blieben zuletzt fünf Mal ungeschlagen, spielte dabei aber vier Mal unentschieden.

Gegen Lautern (Mo. ab 19.45 Uhr im LIVE-TICKER und im TV auf SPORT1) haben sie sich viel vorgenommen zum Start, das Team unter anderem mit Rob Friend aus Frankfurt verstärkt.

Kaiserslautern, das vor der Winterpause nur einen Zähler aus vier Spielen holte, hat seinen Kader in der Winterpause noch einmal deutlich verstärkt. (0:0)

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