Hans Jürgen Boysen (M.) trainierte zuletzt den Zweitligisten FSV Frankfurt © getty

Er ist wieder in seinem Revier: Hans-Jürgen Boysen wird als Nachfolger von Gerd Dais bei Schlusslicht Sandhausen vorgestellt.

Sandhausen - Der Neue ist ein alter Bekannter: Hans-Jürgen Boysen soll den SV Sandhausen vor dem Abstieg retten.

Nur einen Tag nach der Entlassung von "Aufstiegsheld" Gerd Dais wurde der zuletzt vereinslose 55-Jährige, der die Nordbadener zuvor bereits zweimal als Coach betreut hatte, am Dienstag auf einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt (BERICHT: Sandhausen entlässt Dais).

"Ich mache den Job hier nicht, um von der Straße wegzukommen. Ich bin von der Qualität der Mannschaft überzeugt und will den Klassenerhalt unbedingt erreichen", sagte Boysen bei seiner Vorstellung. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der gebürtige Mannheimer unterschrieb beim Zweitliga-Aufsteiger einen Vertrag bis zum Saisonende. Sollte der Klassenerhalt gelingen, verlängert sich der Kontrakt automatisch um ein weiteres Jahr.

Richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt

"Ich bin zu hundert Prozent überzeugt, dass er der richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt für uns ist. Er hat bei vielen Vereinen bewiesen, dass er mit der Situation, die er bei uns vorfindet, umgehen kann", kommentierte Präsident Jürgen Machmeier die Verpflichtung: "Er ist ein Kenner der Fußball-Szene und mit dem Umfeld in Sandhausen bestens vertraut."

Mit nur zwei Siegen aus 14 Spielen ist Sandhausen derzeit als Tabellenletzter akut abstiegsgefährdet.

Dritte Amtszeit von Boysen

Boysen hatte die Sandhausener bereits von 1994 bis 1996, sowie von 2001 bis 2002 trainiert und 1995 zur Meisterschaft in der Oberliga Baden-Württemberg und dem damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga geführt.

Zuletzt hatte Boysen beim Zweitligisten FSV Frankfurt auf der Trainerbank gesessen. Bei den Hessen war er kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres entlassen worden.

Auf ein erneutes Engagement am Hardtwald hatte Boysen nicht spekuliert. "Ich habe zu allen meinen ehemaligen Vereinen eine besondere Beziehung. Ich habe die Spiele des Klubs genau verfolgt und Gerd Dais gewünscht, dass er erfolgreich ist", sagte der ehemalige Profi.

"Viel auf dem Trainingplatz arbeiten"

Zunächst will Boysen "die Kompaktheit in der Defensive wiederbekommen". Dazu will er "viel auf dem Trainingplatz arbeiten", aber sich auch "um die Köpfe der Spieler kümmern".

Am Sonntag bei der Auswärtspartie beim FC Ingolstadt wird Boysen das erste Mal auf der Trainerbank der Nordbadener Platz nehmen.

Erst am Montag hatte sich den Aufsteiger von seinem bisherigen Trainer Dais getrennt. "Wir haben gemeinsam nach Lösungen gesucht, denn einen bislang erfolgreicher Trainer entbindet man nicht so einfach seiner Aufgabe", hatte Machmeier gesagt.

Unter Dais hatte der Klub in der vergangenen Saison mit dem Aufstieg in die 2. Liga den größten Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert.

Sechs Niederlagen am Stück

Auslöser für die Trennung waren die schlechten Ergebnisse der vergangenen Wochen. Sandhausen hat die vergangenen sechs Spiele allesamt verloren.

Bei den Niederlagen gegen Hertha BSC (1:6) in der Vorwoche und beim VfL Bochum (2:5) am Sonntag kassierte das Team insgesamt elf Gegentreffer.

Der 49-Jährige Dais hatte seine Demission mit Fassung getragen: "Ich habe Verständnis, dass man von Vereinsseite alles probiert. Allerdings hätte ich mir zugetraut, mit Verstärkungen in der Winterpause den Klassenverbleib noch zu schaffen."

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