Ben Sahar (l., mit Wagner) erzielte gegen St. Pauli sein zweites Saisontor © imago

Durch den "dreckigen Sieg" gegen Pauli hält die Hertha den Anschluss. Luhukay hat das richtige Händchen, bleibt aber bescheiden.

Berlin - Als der Vereinsrekord eingefahren war, musste Jos Luhukay tief durchatmen.

"Das war ein hartes Stück Arbeit", sagte der Trainer von Hertha BSC nach dem 1:0 (0:0) gegen den FC St. Pauli (Bericht).

Nach einer über weite Strecken zähen Begegnung stand für die Berliner am Ende trotzdem das zwölfte Spiel in Serie ohne Niederlage - das hatte der Verein vorher noch nie geschafft.

Als ärgster Verfolger von Zweitliga-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig ist der Hauptstadtklub weiter auf dem besten Weg, den Sprung zurück in die Bundesliga zu schaffen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und das vor allem dank Luhukay.

Joker Sahar sticht

Gegen St. Pauli bewies der Niederländer das richtige Händchen und wechselte in Ben Sahar den späteren Siegtorschützen (85.) ein.

"Wir hatten das letzte Quäntchen Glück, und die Mannschaft hat sich für die harte Arbeit belohnt", sagte der bescheidene Luhukay.

Eigenlob ist ihm fremd, viel zu intensiv arbeitet er nach dem bitteren Abstieg im Sommer unter Otto Rehhagel daran, dass es in Berlin möglichst schnell wieder erstklassigen Fußball zu sehen gibt.

"Dreckiger Sieg"

Spielerisch war die "alte Dame" davon gegen den Kiezklub zwar noch ein ganzes Stück entfernt, doch es sei wichtig gewesen "auch mal dreckig zu gewinnen", wie Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger sagte.

Darüber jubelten die Hertha-Profis nach dem Abpfiff mit den Fans glücklich in der Kurve, der Applaus galt dabei vor allem Sahar.

"Es war ein sehr schönes Gefühl. Ich habe lange darauf gewartet und bin sehr froh, dass das Tor gefallen ist", sagte der Flügelstürmer aus Israel, der erst in der Sommerpause nach Berlin gekommen war und nach großen Anlaufschwierigkeiten immer besser in Tritt kommt:

"Ich finde immer mehr die Bindung zum Team. So soll es weitergehen."

Erfolg sorgt für Ruhe

Darauf hofft auch die Führungsetage um Manager Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer.

Nach der turbulenten letzten Saison wollten nicht wenige im Umfeld des Klubs das Duo vom Hof jagen. Doch nach der jüngsten Erfolgsserie ist Ruhe eingekehrt.

Hatte es bei der letzten Mitgliederversammlung noch Pfiffe und Buhrufe gegeben, wird am Montag beim neuerlichen Treffen einen Tag nach dem Duell bei Erzgebirge Aue mit vorweihnachtlicher Kuschelatmosphäre gerechnet.

"Wir wollen uns für die Rückrunde eine gute Ausgangsposition verschaffen", sagt Preetz.

Franz und Lasogga kehren zurück

Das Wort Aufstieg nimmt der für seine Personalentscheidungen in der Vorsaison heftig kritisierte Ex-Profi dabei (noch) nicht in den Mund. Erst 2011 war Berlin nach einem Jahr in der Zweiten Liga ins Oberhaus zurückgekehrt.

Das soll auch am Ende dieser Spielzeit so sein - diesmal mit langfristigem Erfolg.

2013 darf sich die Hertha dabei schon jetzt auf eine stärkere Mannschaft freuen. Abwehrchef Maik Franz wird nach überstandener Schulterverletzung genauso zurückkehren wie Stürmer Pierre-Michel Lasogga (Kreuzbandriss) und Linksverteidiger Lewan Kobiaschwili (Langzeitsperre).

Bis zur Winterpause muss die "Alte Dame" auf Abwehrspieler Peter Pekarik verzichten. Der 26 Jahre alte Slowake, der sich beim 1:0-Sieg nach einem Foul eine schwere Schulterverletzung zugezogen hatte, muss sich einer Schulteroperation unterziehen. Diese wird am Mittwoch in der Atos-Klinik in München durchgeführt.

Enttäuschung für St. Pauli

Ganz andere Probleme hat der FC St. Pauli.

Während die Hertha mit 29 Punkten aus 14 Spielen im Soll liegt, sind es bei den Hamburgern gerade magere 15.

Das bedeutet für die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck, der im Olympiastadion im neuen Job seine erste Liganiederlage kassierte, nur Platz elf - eine Enttäuschung.

"Wir konnten dem Gegner nicht weh tun", sagte Frontzeck knapp.

"Das Spiel hier war für uns eine Zugabe", sagte Torwart Philipp Tschauner zu SPORT1: "Das wichtiger Spiel ist für uns das gegen Duisburg nächste Woche. Das ist ein Konkurrent, den wir deutlich hinter uns lassen müssen. Da müssen wir vor den eigenen Fans gewinnen."

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