Reiner Maurer spielte als Aktiver unter anderem für den FC Bayern und den VfB Stuttgart © imago

Die "Löwen" bestätigen die Beurlaubung ihres Trainers. Als Nachfolger wird unter anderem Englands Ex-Nationalcoach gehandelt.

Von Reinhard Franke

München - Die Nachricht als solche war nicht mehr wirklich überraschend, der Zeitpunkt allerdings schon.

Zweitligist TSV 1860 München bestätigte am Sonntagmorgen, was SPORT1schon am Samstagabend berichtet hatte:

Die "Löwen" haben Trainer Reiner Maurer beurlaubt.

Vorerst übernimmt Alexander Schmidt, bislang Trainer des Regionalliga-Teams, das Training.

Die Entscheidung soll bereits am Samstagmorgen gefallen sein, als die Klub-Bosse am Trainingsgelände an der Grünwalder Straße zusammensaßen, um über die enttäuschende sportliche Situation zu debattierten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Münchner rangieren auf Platz acht, eine Position, die so gar nicht ihren Ansprüchen genügt.

"Löwen"-Bosse halten sich bedeckt

Da die Verantwortlichen Maurer offenbar nicht mehr zutrauen, die Mannschaft aus der Negativserie wieder nach oben zu führen, sind sie sich über die Trennung von dem Allgäuer einig.

Wie die "Abendzeitung" berichtet, hielt sich Maurer am Samstagmittag in Aalen zu einer Spielbeobachtung auf, am Abend wurde ihm die Entscheidung über seine Entlassung von Geschäftsführer Robert Schäfer mitgeteilt.

Am Samstag wollte sich weder Präsident Dieter Schneider, der sich auf einer Feier im Bayrischen Wald aufhielt, noch Sportchef Florian Hinterberger und auch nicht Schäfer dazu äußern.

Eriksson sieht Pleite gegen Köln

Zuletzt spitzte sich die Situation für Maurer immer mehr zu. Nach vier Spielen ohne Sieg kam immer mehr Kritik auf. Vor einer Woche konnte der 1:0-Sieg beim FSV Frankfurt das Übel nur verschleppen.

Der leblose Auftritt am Freitag beim 0:2 zu Hause gegen den 1. FC Köln war den Bossen dann zu viel. (BERICHT: Köln siegt für Stanislawski)

Augenzeuge der wenig inspirierten Vorstellung war nach SPORT1-Informationen der ehemalige englische Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson, der sich mit Hamada Iraki, dem Unterhändler von "Löwen"-Investor Hasan Abdullah Ismaik, getroffen haben soll.

Diese Personalie wäre eine echte Sensation, die wohl nur davon getoppt werden könnte, wenn Werner Lorant den kriselnden Münchner Traditionsverein wieder übernehmen würde.

Auch Matthäus ein Kandidat

Erikssons letztes großes Engagement liegt allerdings lange zurück. Von 2001 bis 2006 war er englischer Nationaltrainer, wurde danach aber zu einem regelrechten Weltenbummler.

Seine Stationen seither: Manchester City (2007-2008), die Nationalteams von Mexiko (2008-2009) und der Elfenbeinküste (2010), Leicester City (2010-2011) und zuletzt der thailändische Erstligist BEC-Tero Sasana.

Sein Vertrag dort lief allerdings im Oktober aus.

1860 wird wohl zeitnah eine Entscheidung treffen, neben Eriksson werden auch Ex-"Löwen"-Coach Peter Pacult, Friedhelm Funkel - und sogar Lothar Matthäus als Kandidaten auf die Maurer-Nachfolge gehandelt.

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