Kaiserlautern ist in der aktuellen Spielzeit wie Braunschweig noch ungeschlagen © getty

Der FCK erobert nach dem 4:1 gegen Aue einen direkten Aufstiegsplatz. Aues Trainer Baumann kirtisiert den Schiri heftig.

Kaiserslautern - Als die Roten Teufel mit einem kollektiven "Diver" vor der Fankurve den erstmaligen Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz feierten, redete sich Karsten Baumann bereits um Kopf und Kragen.

"Wenn der Schiri keinen Arsch in der Hose hat, weiß ich auch nicht weiter. Der Schiedsrichter soll das Spiel leiten, er hat es entschieden", sagte der vor Wut schäumende Trainer von Erzgebirge Aue nach dem 1:4 (1:2) beim 1. FC Kaiserslautern in alle TV-Kameras.

Da Baumann außerdem kurz vor Spielende auf die Tribüne verbannt worden war, dürfte ihm eine Strafe vonseiten des DFB sicher sein. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Klarer Elfmeter" verweigert

Der Ärger Baumanns über Referee Robert Hartmannentzündete sich an zwei Szenen.

Wenige Sekunden vor der Führung der Gastgeber durch Hendrick Zuck (8.) wollte der Coach auf der Gegenseite bei einem Zweikampf zwischen Lauterns Verteidiger Dominique Heintz und Jakub Sylvestr einen "ganz klaren Elfmeter" gesehen haben.

Zudem war der Freistoß-Pfiff vor dem dritten Tor der Pfälzer durch Alexander Baumjohann (79.) nach Ansicht Baumanns eine Fehlentscheidung.

Diese Einschätzung vertrat der Coach so lautstark, dass er auf die Tribüne musste.

"Der vierte Offizielle soll ja eigentlich beschwichtigen. Aber was da an der Seitenlinie passiert, ist nicht normal", polterte der Trainer, der sich nur kurz über den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Jan Hochscheidt (23.) freuen konnte.

Silvestr sieht Rot

Auch Sylvestr hielt nichts von der Schiedsrichter-Leistung.

Für seine Scheibenwischer-Geste in Richtung Hartmanns flog der Slowake vom Platz (80.).

Ärger hatten die Sachsen, denen der Abstiegskampf bevorsteht, schon vor dem Anpfiff - allerdings intern. Nach der öffentlichen Kritik von Baumann an Teamarzt Torsten Seltmann war der Mediziner von seinem Amt zurückgetreten und nicht mit in die Pfalz gereist.

Für Dienstag wurde ein Gespräch zwischen beiden Seiten anberaumt.

FCK ungeschlagen Zweiter

Von Problemen dieser oder anderer Art wird der FCK derzeit verschont.

Der nach wie vor ungeschlagene Bundesliga-Absteiger hält weiterhin Kurs in Richtung sofortiger Wiederaufstieg.

Trotz großer Verletzungs-Sorgen liegt der viermalige Meister nach dem zwölften Spieltag mit 24 Punkten auf dem zweiten Platz.

Trainer Franco Foda warnte allerdings vor Selbstzufriedenheit. "Wir sind vorn dabei. Aber wir wollen aufsteigen - und dazu brauchen wir noch viele Punkte", sagte der Coach.

Baumjohann überragend

Zu einem wichtigen Faktor auf dem Weg zurück in die Eliteklasse könnte Doppel-Torschütze Baumjohann werden.

Der zu Saisonbeginn von Schalke 04 an den Betzenberg gewechselte Offensivspieler, der in der 36. Minute den zweiten Lauterer Treffer per Seitfallzieher erzielt hatte, war vor 23.372 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion der überragende Mann auf dem Platz.

Bei seinem Tor zum vorentscheidenden 3:1 tunnelte er Gäste-Keeper Marc Hensel.

"Ich habe immer betont, dass er den Unterschied ausmachen kann - und jetzt wird er auch noch torgefährlich", sagte Foda über Baumjohann, der die Treffer seiner vor einer Woche geborenen Tochter Milena widmete.

Um die Torgefahr eines anderen Profis musste sich Foda bisher noch nie Sorgen machen: Mohamadou Idrissou sorgte mit seinem achten Saisontor für den Endstand (81.). Die Vorlage lieferte übrigens Baumjohann.

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