Ralf Loose (l.) übernahm Dynamo Dresden als Trainer im April 2011 © imago

Nach vier Pleite in Folge muss der Trainer um seinen Job zittern. Manager Menze schweigt. Cottbus könnte Schicksal spielen.

Dresden - Zum Ärger nach den Fankrawallen in Hannover kommt jetzt auch noch die Angst vor dem sportlichen Absturz.

Als hätte Zweitligist Dynamo Dresden nicht schon genug Sorgen abseits des Rasens, gerät Trainer Ralf Loose nach vier Pflichtspiel-Niederlagen in Folge immer mehr unter Druck. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Aufsichtsrat soll den 49-Jährigen für Montagabend zum Krisengespräch geladen haben.

Aus dem Geheimfavoriten ist ein Abstiegskandidat geworden.

"Wir wissen alle, dass wir im Abstiegskampf stecken und unsere Sorgen haben", sagte Loose nach dem ernüchternden 0:2 (0:1) gegen Union Berlin (Bericht).

Nur ein Punkt Vorsprung auf Duisburg

Man dürfe trotz nur eines Punktes Vorsprung auf Schlusslicht MSV Duisburg aber nicht die Nerven verlieren: "Wir müssen diesen Weg mit den Spielern gehen. Wir werden die Punkte holen und dann hoffentlich auch mal wieder einen Heimsieg einfahren."

Denn davon gab es in dieser Saison erst einen einzigen. Die Fans sind restlos bedient, pfiffen die Mannschaft nach der neuerlichen Enttäuschung gnadenlos aus und verließen teilweise vorzeitig das Stadion.

Haarsträubende individuelle Fehler

Zuletzt hatte es drei Pleiten in der Liga und das Pokal-Aus bei Hannover 96 (3:4 i.E.) gegeben.

Zu oft seien nach eigentlich guten Leistungen haarsträubende individuelle Fehler Gründe für Niederlagen gewesen, meinte Loose.

Doch es hilft nichts: Der achtmalige DDR-Meister braucht Punkte, um den erneuten Absturz in die Dritte Liga zu verhindern. Ob Loose dieses Ziel erreichen kann?

Manager Menze äußert sich nicht

Zur Trainerfrage wollte sich Sportdirektor Steffen Menze öffentlich jedenfalls nicht äußern. "Über diese Geschichte möchte ich eigentlich nicht reden", sagte Menze. Rückendeckung für einen Coach sieht anders aus.

Aber auch Ex-Profi Menze trägt Mitverantwortung für die Krise. Er hat die Mannschaft zusammengestellt, die so weit hinter den eigenen Ansprüchen hinterher hinkt.

Nach Platz neun im Vorjahr keimten sogar leise Hoffnungen, es in diesem Jahr noch weiter nach oben schaffen zu können. "Aber wenn du solche Fehler machst wie wir gegen Union, wirst du nie Punkte einfahren", sagte Loose.

Energie wartet im Derby

Am Sonntag steht in Cottbus das Derby gegen Energie auf dem Programm. Die Lausitzer kämpfen um die Bundesliga-Rückkehr und könnten Dynamo noch tiefer in die Krise stürzen.

"Wir haben immer Druck, das hat nichts mit diesem Spiel zu tun", sagte Menze. Noch hat Loose, der den Verein 2011 in die Zweite Liga führte, dem Vernehmen nach einen Kredit bei den Klub-Bossen. Bei einer erneuten Niederlage dürfte es jedoch ungemütlich werden.

Strafe vom DFB droht

Zudem droht dem Verein nach den schweren Ausschreitungen der eigenen Hooligans vor dem Pokalspiel in Hannover auch noch eine drastische Strafe durch den DFB. Man müsse abwarten, wie das Urteil ausfallen wird, hatte Menze am Sonntag gesagt und Gelassenheit demonstriert.

Auch mit einem möglichen Ausschluss aus dem Pokalwettbewerb beschäftige man sich aktuell noch nicht. "Für uns zählt im Moment nur das Sportliche", sagte Menze.

Allein damit hätte der krisengeplagte Klub wohl genug zu tun.

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