Lauterns Florian Dick (l.) traf sich mit SPORT1- Reporter Reinhard Franke zum Interview © getty

Vor dem Duell mit Aue spricht Lauterns Florian Dick bei SPORT1 über den FCK, seine Rolle und das Ziel Wiederaufstieg.

Von Reinhard Franke

München - Kampf, Leidenschaft und unbändiger Einsatzwille. Attribute, die auf Florian Dick zutreffen.

Der Abwehrspieler des 1. FC Kaiserslautern ist ein Publikumsliebling in der Pfalz. Und das, obwohl Dick 2008 vom Erzrivalen Karlsruher SC an den Betzenberg wechselte.

Doch die Entscheidung erwies sich für den 27-Jährigen als goldrichtig. Dick wurde auf Anhieb Stammspieler und Leistungsträger bei den "Roten Teufeln".

Vor dem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) spricht der rechte Außenverteidiger im SPORT1-Interview über den FCK, seinen Stellenwert im Team, das Ziel Aufstieg - und verrät, warum Trainer Franco Foda ein Glücksgriff für den Traditionsverein ist. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

SPORT1: Herr Dick, zuletzt gab es ein klares 0:4 im Pokal beim FC Bayern. Ist die Niederlage gegen deren B-Elf verarbeitet?

Florian Dick: B-Elf ist gut. Da stand immer noch der ein oder andere Nationalspieler auf dem Platz. Boateng, Robben, ein 40-Millionen-Mann, acht Nationalspieler insgesamt. Da waren schon einige auf dem Rasen, die kicken konnten. Die Qualität war aber zu groß und vor allem unsere jungen Spieler haben zum ersten Mal vor so einer Kulisse gespielt. Die konnten die Atmosphäre aufsaugen. Das ist ja unser Ziel: Wir wollen aufsteigen, damit wir jede Woche ansatzweise so eine Bühne haben. Okay, ein 0:4 müssen wir aber nicht jede Woche haben.

SPORT1: Der FCK ist Tabellenvierter, kann gegen Aue mit einem Sieg auf Platz zwei vorstoßen. Man ist damit im Soll. Dennoch wurden gerade in den Heimspielen viele Punkte liegen gelassen.

Dick: Das stimmt und ärgert uns auch. Dennoch sind wir immer noch ungeschlagen und stehen gut da. Was uns fehlt ist, dass wir auch mutiger spielen, wenn wir in Führung liegen. Wir müssen in wichtigen Phasen im Spiel den Ball noch sicherer behaupten.

SPORT1: Was ist das Hauptmanko?

Dick: In unserem Spiel sind noch zu viele Schwankungen. Da müssen wir Konstanz rein kriegen. Die Qualität und die Ansätze sind da und das müssen wir einfach über eine längere Distanz ausbauen.

SPORT1: Franco Foda kam im Sommer neu zum Verein. Warum passte das auf Anhieb mit dem Trainer?

Dick: Es liegt sicherlich am Trainer, aber die Qualität in der Truppe ist für Zweitliga-Verhältnisse schon extrem hoch. Unsere neuen Spieler haben im Vergleich zum letzten Jahr alle gepasst und jeder gibt Gas. Die individuelle Klasse im Kader ist einfach sehr gut und es funktioniert mit dem Trainer von Anfang an.

SPORT1: Sie spielen Ihre fünfte Saison in Lautern. Die Stimmung war in den letzten Jahren nicht immer zum Besten bestellt. Ist das in dieser Saison wieder besser?

Dick: Absolut. Es hat uns immer ausgezeichnet, dass wir über den Teamgeist gekommen sind. Letztes Jahr lief alles negativ, da staut sich vieles auf. Da hat nichts funktioniert, jetzt klappt es. Bei uns gibt es nun mal keine Stars. Das ist auch wichtig gerade bei einem Klub wie dem FCK. Die Fans wollen am "Betze" ein Team sehen, das alles gibt und wo jeder für den anderen rennt. Das machen wir in dieser Saison und sind zudem erfolgreich.

SPORT1: Wie sehen Sie inzwischen Ihre Rolle im Team? Sie kamen aus Karlsruhe zum FCK. Da hatte man am Anfang bei den Fans nicht unbedingt einen Stein im Brett, oder?

Dick: Auch wenn das die FCK-Fans nicht so gerne hören: ich hänge immer noch am KSC, da habe ich 15 Jahre gespielt. Man soll nie vergessen, wo man herkommt. In Lautern begann für mich ein völlig neuer Lebens-Abschnitt. Am Anfang war das nicht so leicht, da gab es schon die ein oder andere Frotzelei, aber ich habe inzwischen gezeigt, dass ich alles für den FCK gebe.

SPORT1: Die Pfalz ist eine beschauliche Region. Ist das genau richtig für Sie?

Dick: Ja. Ich bin kein Typ, der viel Trubel braucht. Die Ruhe ist in Lautern absolut gegeben, da gibt es nur den Betzenberg. Das ist die Religion in der ganzen Region. Ich fühle mich einfach wohl und es macht Spaß, jede zwei Wochen in diesem Stadion zu spielen. Der FCK gehört in die erste Liga und dafür gebe ich alles.

SPORT1: Sie sind einer der erfahrenen Spieler und Co-Kapitän. Spüren Sie den höheren Stellenwert im Verein?

Dick: Natürlich. Ich fordere das aber auch selbst von mir ein. Wir haben viele junge Spieler dabei und da muss ich Verantwortung übernehmen und vorne weg gehen. Der Trainer hat das ja auch mit dem Job als Vize-Kapitän gezeigt, dass er das von mir sehen will.

SPORT1: Ist das Verhältnis zu Foda anders wie von ihm zu anderen Spielern?

Dick: Er war auch viele Jahre ein erfolgreicher Spieler und weiß, wie das abläuft. Das Verhältnis ist offen und er spricht viel mit den Spielern, aber er haut auch dazwischen, wenn es sein muss. Die älteren Spieler bekommen da schon mal mehr ab, aber es ist ja ganz normal, dass es so eine Hierarchie gibt.

SPORT1: Wie geht der FCK in das Heimspiel gegen Aue?

Dick: Aue hat zuletzt beim 6:1 gegen Bochum phantastisch gespielt. Das ist ein ganz unangenehmer Gegner. Die rennen, kratzen und beißen und darauf müssen wir uns einstellen und dagegenhalten. Trotzdem muss es unser Anspruch sein, zu Hause die drei Punkte zu behalten und so gehen wir auch in das Spiel. Wenn wir den Fans zeigen, dass wir von Anfang an alles geben, dann steht die Westkurve hinter uns und es wird ganz schwer, gegen uns zu bestehen.

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