SPORT1-Reporter Fabian Greve beleuchtet die Gründe für die Entlassung von Andre Schubert und nennt mögliche Nachfolger.

Jetzt ist er also wirklich weg!

Nach dem schlimmen 0:1 gegen Aalen vor heimischen Publikum haben die Verantwortlichen des FC St. Pauli die Notbremse gezogen und sich von Andre Schubert getrennt.

Blicken wir kurz zurück: Schon nach dem letzten Spieltag der vergangenen Saison galt Schuberts Rauswurf als beschlossene Sache, ehe auf einer skurrilen Pressekonferenz die Rolle rückwärts verkündet wurde und stattdessen ein paar Tage später Sportchef Helmut Schulte gehen musste.

[image id="9c54b151-63ef-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Nun ist Schubert am Millerntor Vergangenheit. Die sportliche Talfahrt mit nur sechs Punkten aus sieben Spielen wurde ihm zum Verhängnis.

Nur ein richtig guter Start hätte ihn retten können, denn trotz aller Vertrauensbekundungen: Das Verhältnis zwischen Trainer und Vereinsbossen war nach dem "Sommertheater" angeknackst und Schubert musste vorbelastet in die neue Saison starten.

Von Planlosigkeit, Verunsicherung und Rückwärtsentwicklung sprechen die Verantwortlichen. Für das Spiel gegen Aalen trifft dies definitiv zu.

Aber kann man die Entwicklung einer im Umbruch befindlichen Mannschaft (Leistungsträger wie Kruse, Zambrano und Volz sind weg) nach sieben Spielen eindeutig und abschließend beurteilen?

Andre Schubert hätte sich mehr Rückhalt und Zeit gewünscht, doch die Bosse sehen die sportlichen Ziele in Gefahr und verkniffen sich etwas wie die "Rumeierei im Mai".

Die Spieler wurden gar nicht erst gefragt, die Entscheidung fiel nach einem Austausch zwischen Präsidium und Sportchef Azzouzi.

Ein Neustart auf dem Kiez also, zunächst mit dem Co-Trainer Trio Timo Schultz, Thomas Meggle und Matthias Hain. Wegen fehlender Lizenzen bleibt dies aber nur eine Übergangslösung.

Der neue Coach soll möglichst schnell kommen. Ein Kandidat ist der Ex-FCK-Trainer Marco Kurz. Typ "ehrliche Haut", ehrgeizig und volkstümlich. So eine Art Holger Stanislawski quasi.

An dessen übermächtigem Schatten ist Schubert auch ein wenig gescheitert. "Ich hatte immer das Gefühl, dass man eine Kopie wollte - und die mochte ich nicht sein", sagte er zum Abschied.

Große Sympathien am Millerntor genießt auch SPORT1-Experte Peter Neururer, ein ausgewiesener Freund des FC St.Pauli. Auch verfügbar wäre Friedhelm Funkel, der ja mehrfach gezeigt hat wie man Mannschaften in die Bundesliga führt.

Und weil der Kiezklub um den Auftstieg und nicht gegen den Abstieg spielen will, wurde Andre Schubert jetzt gefeuert.

Weiterlesen